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Ex-Toro-Rosso-Chef über Vettel: "Ich hielt ihn für gut, aber nicht für so gut"

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Scuderia Toro Rosso  

Berger: "Ich hielt ihn für gut, aber nicht für so gut"

28.11.2008, 07:54 Uhr | Motorsport-Total.com

Hat Vettels Potenzial unterschätzt: Gerhard Berger (li., Foto: imago)Hat Vettels Potenzial unterschätzt: Gerhard Berger (li., Foto: imago) Es war die Sensation der abgelaufenen Saison: Sebastian Vettel, der Youngster im großen Zirkus Formel 1, gewinnt den Großen Preis von Monza. Und das in einem vermeintlich total unterlegenen Boliden der Scuderia Toro Rosso. Der Mann hinter dem Team, Gerhard Berger, wurde ebenso mit Lorbeeren überschüttet wie Vettel. Als Ziehvater, Mentor und als Mann mit dem richtigen Riecher für Talente wurde er gelobt - und kommt jetzt, nachdem er seine Anteile am Rennstall verkauft hat, mit der Wahrheit ans Licht.

"Ich war daran ehrlich gesagt nicht beteiligt", gab Berger in einem Interview mit "SpeedTV.com" zu. "Ich habe Vettel schon ein paar Jahre beobachtet und hielt ihn für gut, aber nicht für so gut! Die Empfehlung kam von Didi Mateschitz. Ich habe gesagt, wir sollten die Fahrer wechseln, und Didi hat gesagt, wir sollten diesen Vettel probieren."

Gerhard Berger Ausstieg bei Scuderia Toro Rosso

"Das Potenzial des Burschen unterschätzt"

So triumphal Monza gewesen sein mag, so ist Berger nicht vermessen genug, sich auch die Entdeckung von Vettel selbst auf die Brust zu heften. "Ich habe gesagt, Vettel muss eine halbe Sekunde finden, wenn er konkurrenzfähig sein will", so Berger. "Bei BMW haben ihm drei bis fünf Zehntel gefehlt, dachte ich. Die Wahrheit ist wohl, dass ihm am Anfang drei Zehntel gefehlt haben - aber die hat er sehr schnell aufgeholt! Sein Paket aus Intelligenz und der Art und Weise, wie er arbeitet, ist so toll, dass ich gestehen muss: Ich habe das Potenzial dieses Burschen total unterschätzt."

Das Dreamteam ist zerfallen

Der mutige Schritt von Mateschitz und Berger, dem damals 20-Jährigen eine Chance zu geben, wurde belohnt. Unvergessen, wie die beiden Österreicher nach Vettels Sternstunde in Monza Arm in Arm durch die Boxengasse stolzierten und ihr Glück kaum fassen konnten. Inzwischen ist das Dreamteam zerfallen: Erst wurde Vettel zu Red Bull Racing transferiert, dann stieg Berger aus - und auch Mateschitz sucht seit Monaten nach einem Käufer für seinen Anteil.

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