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Hoffenheim: Ein Dorf im Kraichgau spielt verrückt

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Hoffenheim  

Wahnsinn Hoffenheim: Ein Dorf spielt verrückt

05.12.2008, 09:32 Uhr | t-online.de

Aus Hoffenheim berichtet Jörg Runde

Mittendrin im TSG-Wahnsinn: Ibisevic, Ba und Salihovic. (Foto: imago)Mittendrin im TSG-Wahnsinn: Ibisevic, Ba und Salihovic. (Foto: imago) „Was ist hier denn los?“, fragt Jan Schindelmeiser in den Raum und fügt an: „Kommt gleich noch Barack Obama?“ Ein Dutzend Kameras sind auf den Manager von 1899 Hoffenheim gerichtet. Mehr als 30 Reporter drängen sich im kleinen Pressecontainer des Bundesliga-Tabellenführers. Aus ganz Europa sind sie angereist, um an einem ganz normalen Trainingstag über den Dorfverein zu berichten, der den deutschen Fußball aufmischt und vor dem großen Duell mit dem FC Bayern (ab 20.15 Uhr im Live-Ticker von t-online.de) steht.

Die Niederlande und Belgien sind mit ihren größten Fußball-Magazinen vertreten. Ein Redakteur der täglichen französischen Sportzeitung "L’Equipe" hält sein Diktiergerät in den Pulk. Mikros vom französischen Fernsehen sind zu sehen. Und auch die BBC hat ein Kamera-Team von der Insel in die badische Provinz geschickt um gemeinsam mit dem SWR, dem ZDF und dem DSF zu berichten.

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Gelassener Manager

„Diese Woche ist hier wirklich die Hölle los“, sagt Pressesprecher Markus Sieger und hält die Tür des Pressecontainers auf. Eine Maßnahme, die alle begrüßen. Die stickige Luft beißt so zumindest etwas weniger in der Nase. Schindelmeiser bleibt trotz der widrigen Umstände gelassen. Ob man dem sportlichen Zeitplan voraus sei und deshalb einem solchen Medienauflauf nicht gewachsen sei, fragt ein Journalist. „Nein“, antwortet Schindelmeiser ruhig, „wir sind zwar überrascht über die tolle Platzierung, aber trotzdem nicht überfordert. Bis das neue Sportzentrum in Zuzenhausen 2009 fertig ist, sind wir hier sehr gut aufgestellt."

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Verbale Zurückhaltung

Auch auf verbale Machtspielchen mit dem Konkurrenten aus München lässt er sich erst gar nicht ein. „Das Spiel Bayern München gegen Hoffenheim elektrisiert ganz Deutschland. Eine solche Konstellation hat es noch nie gegeben. Wir, der Aufsteiger mit der jüngsten Mannschaft, bei den großen Bayern - das hat schon was“, sagt der Manager.

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Nicht auf Augenhöhe

Und als wolle er den Tabellenzweiten in Sicherheit wiegen, ergänzt er: „Natürlich sind wir nicht auf Augenhöhe mit den Münchnern. Wir können uns auch überhaupt nicht mit den Bayern vergleichen. Sie sind schon sehr lange eine Spitzenmannschaft in der Bundesliga und in einer völlig anderen Galaxie."

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Riesige Medien-Nachfrage

Was im 3274-Einwohner-Örtchen Hoffenheim gerade passiert, wäre in der Metropole München undenkbar. Die Medienarbeit ist dort straff durchorganisiert, Raum für spontane Gespräche oder kurze Statements gibt es beim Rekordmeister nicht mehr. Bei der TSG wirkt vieles improvisiert, aber keineswegs unprofessionell. Freundlich sind sie alle und eben sympathisch anders. „Wir versuchen möglichst alle Anfragen zu erfüllen. Das ist bei dem Ansturm allerdings unmöglich“, sagt Sieger.

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Ibisevic mit zehn Reportern

Und so sitzt Top-Torjäger Vedad Ibisevic an diesem Nachmittag gleich mit zehn Reportern gleichzeitig zum Interview an einem Tisch und antwortet fließend auf Deutsch, Französisch und Englisch. Seine 17 Tore in 15 Spielen haben sich in Europa eben rumgesprochen. Und weit darüber hinaus. Das Spiel bei den Bayern wird in 168 Ländern live übertragen.

Tankstellen-Pächterin auf dem Sofa

Zu Hause vor dem Fernseher wird es sich auch Ingrid Kunkel bequem machen. Die Pächterin der Tankstelle neben dem Trainingsgelände des Dorfklubs freut sich auch auf etwas Ruhe. Denn auch sie ist mittlerweile so etwas wie ein Medienstar. „Alle wollen Interviews mit mir, immer soll ich etwas über meine Jungs erzählen“, sagt sie schmunzelnd.

Müsli-Riegel und Vitamin-Drinks

Natürlich ist die 54-Jährige verschwiegen wie ein Grab und berichtet bestenfalls, dass sich die Rangnick-Truppe vor der Abreise zu Auswärtsspielen bei ihr mit Vitamin-Säften und Müsli-Riegeln eindeckt. „Nichts Ungesundes“, schüttelt sie den Kopf. Den Reportern aus aller Welt gefallen solche Anekdoten. Weil menschelnde Geschichten dieser Art im harten Fußball-Business so selten geworden sind.

Freude bei der Brauerei Dachsenfranz

Nicht auszudenken, wenn der Aufsteiger auch beim amtierenden Meister gewinnt und das Märchen weitergeht. „Dann drehen hier alle total durch und es kommen noch mehr Fans und Reporter", sagt die Verkäuferin in Seppels Backstube. Dort, wo Salihovic und Co. schon mal ihre Butterbrezel kaufen, sind sie ein bisschen genervt vom Megatrubel. Im benachbarten Zuzenhausen im Brauereigasthof Adler sieht man das ganz anders. Dort kehren immer häufiger Fans und Medienvertreter auf ein ehrliches Dachsenfranz-Pils vom Fass ein, essen Wiener Schnitzel mit Pommes oder quartieren sich für eine Nacht ein.

Bald ist Ruhe

"Nicht mehr lange, und der ganze Rummel ist vorbei", glaubt Schindelmeiser. "Bald haben wir Winterpause. Dann sucht Reinhold Messner den Yeti, und wir haben wieder etwas Ruhe." Wenn er sich da mal nicht täuscht.

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