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Motorsport: Honda steigt aus der Formel 1 aus

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Honda Racing F1 Team  

Honda steigt aus der Formel 1 aus

05.12.2008, 09:17 Uhr | sid, dpa

In der Formel 1 wird es keine Honda-Boliden mehr geben. (Foto: imago)In der Formel 1 wird es keine Honda-Boliden mehr geben. (Foto: imago) Die globale Wirtschaftskrise macht auch vor dem Motorsport nicht Halt: Der japanische Autobauer Honda Motor steigt wegen der verschlechterten Geschäftslage aus der Formel 1 aus. Das gab Honda-Präsident Takeo Fukui in Tokio bekannt. Sein Unternehmen werde sich angesichts der weiterhin wachsenden Unsicherheit über die Lage der Weltwirtschaft zum Ende dieses Jahres aus dem kostspieligen Rennsport zurückziehen.

"Es war eine sehr schwierige Entscheidung", sagte Fukui.

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Auch keine Motoren mehr für andere Teams

Der Hersteller erklärte, dass er auch keine Motoren an andere Teams liefern werde. Honda will das eigenständige Rennteam sowie die ebenfalls selbstständige Motorenabteilung nun kurzfristig zum Verkauf anbieten. Falls sich kein Käufer für das Rennteam findet, würden in der Saison 2009 in der Königsklasse nur noch neun statt zuletzt zehn Teams an den Start gehen. Automobil-Weltverbandschef Max Mosley hat nach dem Formel-1-Ausstieg von Honda seine Forderung nach einem kosten senkenden Einheitsmotor bekräftigt. In Verbindung mit weiteren Sparmaßnahmen würden vor allem die Privatteams in die Lage versetzt, "im derzeitigen schwierigen Wirtschaftsklima zu überleben", schrieb Mosley in einem Brief an alle Formel-1-Teamchefs.

Japanische Regierung ist betrübt

Vertreter der japanischen Regierung zeigten sich über Hondas Ausstieg aus der Königsklasse des Motorsports betrübt. "Das ist sehr schade", sagte Regierungssprecher Takeo Kawamura. "Als Fan der Formel 1 ist das sehr traurig", sagte Finanzminister Shoichi Nakagawa. Industrieminister Toshihiro Nikai drückte die Hoffnung aus, dass Honda in naher Zukunft seine finanziellen Schwierigkeiten überwinden und in den Motorsport zurückkehren wird. Hondas Entscheidung sei ein weiteres Zeichen, dass die Autoindustrie harten Geschäftsbedingungen ausgesetzt ist. Einige von Hondas Aktionären hätten den Autobauer zu diesem Schritt gedrängt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

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Damit ist Toyota der einzige in der Formel 1 noch verbliebene japanische Automobilkonzern. Aber auch der Branchenprimus spürt die Folgen der globalen Wirtschaftskrise und musste genau wie Honda seine Ertragsprognosen deutlich zusammenstreichen.

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Drei Siege bei 88 Grand-Prix-Starts

Das Honda-Budget für die Formel 1 soll zuletzt geschätzte 390 Millionen Euro betragen haben. In den letzten Jahren hatte der Rennstall keinen externen Hauptsponsor. Honda hatte zunächst von 1964 bis 1968 ein Formel-1-Team betrieben. Nach der Rückkehr in die Formel 1 1983 als Motorzulieferer, formte der Konzern 2006 erneut ein eigenes Team, das aber nicht sonderlich glänzte und in 88 Rennen drei Siege holte. Mit Jenson Button (3 Punkte) und Rubens Barrichello (11 Punkte) fuhr das Team in der Saison 2008 mit 14 Punkten auf Rang neun der Teamwertung.

Erfolgreicher als Motorenlieferant

Als Motorenlieferant war Honda deutlich erfolgreicher: Von 1983 bis 1992 feierten die Japaner mit Williams, Lotus und McLaren 69 GP-Siege und sechs Konstrukteurstitel. Von 2000 bis 2005 rüstete man das BAR-Team aus, das man danach komplett übernahm. Damit steht der Brite Jenson Button, der in Budapest 2006 den letzten Honda-Sieg holte, nach neun Jahren in der Formel 1 (154 Rennen, ein Sieg) ohne Cockpit für 2009 da. Auch der erhoffte Einstieg des Brasilianers Bruno Senna, Neffe des dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna, droht nun zu platzen. Freie Plätze hat derzeit nur noch das Toro-Rosso-Team zu bieten, das seine Fahrer für das nächste Jahr noch nicht benannt hat.

Drei Optionen für die Teams beim Motor

In Sachen Einheitsmotor sei laut Mosley der Weltverband FIA nach dem Abschluss der Ausschreibung in exklusiven Verhandlungen mit Motorenbauer Cosworth über die Herstellung des Einheitsmotors. Die in der Formel 1 engagierten Autobauer wie Ferrari, Mercedes und BMW lehnen einen Standardantrieb bislang vehement ab. Als Alternative schlug Mosley den Herstellern erneut vor, weiter einen eigenen Motor zu bauen - allerdings identisch zu den technischen Eigenschaften des Einheitsantriebs. Mosleys Plänen zufolge können die Teams als dritte Option auch ihren bestehenden Motor weiterverwenden, dürfen diesen aber nicht mehr weiter entwickeln. Die Regelung soll von 2010 an gelten. Damit werde die Königsklasse des Motorsports stabilisiert und "jede Änderung am Formel-1-Spektakel vermieden", erklärte der FIA-Präsident.

Diskussionen um die Kosten

Sollten sich mindestens vier Teams für einen Einheitsmotor nebst komplettem Antriebsstrang entscheiden, würden laut Mosley die Kosten bei 6,42 Millionen Euro pro Saison liegen. Hinzu käme eine Einmalzahlung von 1,97 Millionen Euro. Bislang geben die Rennställe Schätzungen zufolge mehr als 20 Millionen Euro für einen Motor aus. Ferrari-Chef Luca di Montezemolo, zugleich Präsident der Teamvereinigung FOTA, hatte allerdings jüngst angekündigt, dass die Teams die Herstellungskosten für einen Motor bis 2011 auf rund fünf Millionen Euro senken wollen.

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