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"Ich will einfach nur über die Ziellinie fahren"

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Rallye Dakar - Christina Meier im Interview  

"Ich will einfach nur über die Ziellinie fahren"

30.12.2008, 10:54 Uhr | Das Interview führte Björn Lücker, t-online.de

Auf ins Abenteuer: Christina Meier auf ihrer umgebauten Yamaha (Foto: Christina Meier)Auf ins Abenteuer: Christina Meier auf ihrer umgebauten Yamaha (Foto: Christina Meier) Christina Meier ist eine von nur drei Motorradpilotinnen, die sich vom 3. bis 18. Januar in das Abenteuer Rallye Dakar stürzen. Die 36-jährige Hamburgerin ist als Privatfahrerin unterwegs und muss sich auf den rund 9600 strapaziösen Kilometern durch Argentinien und Chile im Vergleich zu den Profiteams um fast alles allein kümmern.

Im Interview mit t-online.de spricht sie über ihre Leidenschaft für Wüstenrallyes und ihre Ziele für die Dakar 2009. Übrigens: Meier wird für t-online.de in einem Blog täglich über ihre Erlebnisse bei der Dakar 2009 berichten.

Meiers Dakar Blog Gepäck ist weg

Frau Meier, wie sind Sie eigentlich zum Motorradfahren gekommen?
Als ich noch klein war, bin ich ab und zu bei meinem Vater mitgefahren. Seine Maschine hat er irgendwann verkauft. Später sind dann Freunde von mir mit solchen 80ccm-Kisten rumgeknattert. Meine Eltern haben mir das aber nicht erlaubt. Mit Anfang 20 hatte ich einen Freund, der hatte zwei Motorräder, eines davon war eine Yamaha XT 500. Die habe ich, nachdem ich meinen Führerschein gemacht hatte, gekauft. Das Motorrad besitze ich übrigens immer noch.

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Woher kommt die Leidenschaft für Wüstenrallyes?
Navigiert habe ich schon immer gerne. Mit meinen XT-Freunden hatten wir kleine Klubs, die sich gegenseitig Offroad-Touren ausgearbeitet haben, bei denen der Weg gefunden werden musste. 1999 saß ich in einem Vortrag von Michael Martin über die Wüsten Afrikas. Ich habe nur gestaunt und gedacht: "Da muss ich hin.“ Ein halbes Jahr später bin ich mit ein paar Freunden auf unseren XT's mit vollem Gepäck fünf Wochen durch Libyen gefahren.

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Im vergangenen Jahr standen Sie bereits vor ihrer Dakar-Premiere. Über 50.000 Euro mussten sie insgesamt berappen, um starten zu können. Dann kam der große Knall: Die Dakar wurde abgesagt.
Da war der Frust natürlich riesengroß, bei allen Teilnehmern. Zumindest das Startgeld von 13.500 Euro haben wir Privatfahrer wiederbekommen. Den Rest habe ich unter anderem für Equipment ausgegeben. Das kann ich glücklicherweise jetzt auch wieder verwenden. In diesem Jahr ist der ganze Spaß auch nicht viel billiger. Zumindest sind die erhöhten Kosten, wie das Verschiffen des Motorrads nach Buenos Aires, von Veranstalterseite über Sponsoren abgedeckt.

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Wie lief denn die Vorbereitung für die Tour durch Argentinien und Chile. Kennen Sie die Streckenabschnitte?
Die Streckenabschnitte kennt niemand. Die Roadbooks werden immer erst abends vor der nächsten Etappe verteilt. Im Gegensatz zu den Topteams ist es auf meinem Level aber auch egal, ob ich den Streckenverlauf kenne. Mir stehen so oder so lange Tage bevor. Da ich aber recht gut navigiere, bin ich sicher, dass ich den richtigen Weg finden werde. Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf Südamerika, da es mein erster Besuch dort sein wird.

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Wo liegen denn die größten Unterschiede zwischen Ihnen als Privatfahrerin und einem Profi?
Ich bin ein Ein-Frau-Unternehmen, das sich um alles kümmern muss. Man hat tausend Sachen im Kopf, das fängt schon bei der Vorbereitung an: Was für ein Motorrad habe ich, wie ist es umgebaut, was muss ich alles mitnehmen und so weiter. Die Profis haben es da wesentlich leichter. Die haben einen Teammanager, der alles für sie organisiert. Vor und während der Rallye. Die brauchen nur zu trainieren und Motorradfahren. Nur für die Rallye habe ich einen Mechaniker, der sich um mein Bike kümmert, sobald ich im Camp bin. Denn ich benötige allen Schlaf, den ich bekommen kann, um mein Ziel zu erreichen.

Vor welchen Streckenabschnitten haben Sie am meisten Respekt?
Ich bin ganz neugierig auf die Berg-Überquerungen in den Anden. Da geht es auf über 4700 Meter hoch. Hoffentlich bin ich nicht anfällig für Höhenkrankheiten. Ich habe viel mit einem Sauerstofftrainingsgerät gearbeitet. Ob die Simulation aber reicht, wird man sehen.

Die Dakar ist Ihr großer Traum. Haben sie auch Angst? In den vergangenen Jahren sind einige Motorradfahrer bei dem Wüstenspektakel ums Leben gekommen.
Ich bin abenteuerlustig, aber sicher nicht todesmutig. Und Menschen sterben, egal was sie machen. Ich habe keine Angst, bei dieser Rallye zu sterben. Sonst hätte ich mich nicht angemeldet.

Sie sind eine von drei Frauen, die mit dem Motorrad bei der Dakar starten. Werden Sie von den Männern eigentlich voll akzeptiert?
Das ist eigentlich nicht so schwierig, wir fahren schließlich die gleiche Strecke wie die Männer - egal ob es kalt, heiß oder nass ist. Ich denke, da gibt es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Den gibt es vielleicht eher bei den Hilfestellungen, wenn man liegen geblieben ist. Wahrscheinlich helfen die Männer lieber einer Frau. So gesehen haben wir Frauen da schon einen Vorteil. Trotzdem helfen die Jungs sich auch untereinander, der Teamgeist und die Hilfsbereitschaft bei diesen Rallyes ist klasse und macht einen großen Teil des Erlebnisses aus.

Ihr größter Wunsch bei der Dakar 2009?
Ich will einfach nur über die Ziellinie in Buenos Aires fahren und meinem Mechaniker nicht allzu viel Arbeit mit meinem Bike bereiten.

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