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Radsport: Dopingarzt Fuentes muss nun doch vor Gericht

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Doping - Radsport  

Dopingarzt Fuentes droht Haftstrafe

12.02.2010, 22:53 Uhr | dpa

Doping-Arzt Eufemiano Fuentes droht Ungemach. (Foto: imago)Doping-Arzt Eufemiano Fuentes droht Ungemach. (Foto: imago) Die Verantwortlichen für den größten Dopingskandal der Radsport-Geschichte werden nun doch vor Gericht gestellt. Nachdem die "Operación Puerto" in Spanien schon zweimal zu den Akten gelegt worden war, nahm der Fall eine überraschende Wende.

Ein Madrider Gericht entschied, dass die Ermittlungen neu aufgenommen werden und den Verantwortlichen der Prozess gemacht werden muss. Es hob damit die Entscheidung des Untersuchungsrichters Antonio Serrano auf, der das Verfahren eingestellt hatte.

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Ermittlungen bereits zwei Mal eingestellt

Die Richter ordneten in einer am Wochenende veröffentlichten Entscheidung an, gegen die Beschuldigten um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes Anklage zu erheben. Damit darf der Untersuchungsrichter den Fall nicht ein weiteres Mal zu den Akten legen. Serrano hatte die Ermittlungen im März 2007 und im Oktober 2008 eingestellt, weil er meinte, Fuentes und dessen Helfern keine Straftat nachweisen zu können. Nach seiner Ansicht hatten die von Fuentes verabreichten Dosen des Blutdopingmittels EPO den betroffenen Profis keinen gesundheitlichen Schaden zugefügt.

Diverse Top-Fahrer unter Doping-Verdacht

Das Gericht entschied dagegen, es gebe eindeutige Indizien für einen Verstoß gegen die Gesundheitsgesetze. Bei den Bluttransfusionen seien die vorgeschriebenen Hygiene-Bestimmungen nicht eingehalten worden. Daher habe es eine "Serie von Risiken" für die Radprofis gegeben. Die spanische Polizei hatte bei der "Operación Puerto" (Operation Bergpass) im Mai 2006 im Labor von Fuentes rund 100 Blutproben sichergestellt. Mehr als 50 Radprofis gerieten unter Dopingverdacht, darunter der Tour-de-France-Sieger von 1997, Jan Ullrich, und der frühere Giro-Sieger Ivan Basso. Auch spanische Stars wie Alberto Contador und Alejandro Valverde wurden mit dem Skandal in Verbindung gebracht. Bis auf Basso, der ein Teil-Geständnis ablegte, bestritten alle anderen Profis die Dopingvorwürfe.

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Radprofis treten nur als Zeugen in Erscheinung

Der Untersuchungsrichter muss nun entscheiden, welche Beschuldigten in dem geplanten Prozess auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Er hatte gegen Fuentes und sieben weitere Verdächtige ermittelt, darunter den Blutspezialisten José Luis Merino Batres und den früheren Liberty-Teamchef Manolo Saiz. In dem Verfahren können nur Sportärzte und Funktionäre angeklagt werden, aber keine Radsportler. Die Profis könnten allerdings als Zeugen geladen werden, berichtete die Zeitung "El País". Nach Abschluss des Verfahrens könnten die Beweismittel für eventuelle sportliche Sanktionen gegen Profis herangezogen werden. "Bis dahin werden allerdings die meisten Betroffenen ihre Karriere beendet haben", schrieb das Blatt.

Armstrong: Doping findet nicht nur im Radsport statt

Lance Armstrong forderte dazu auf, die Diskussion nicht auf den Radsport zu beschränken. "Lasst uns auch über Tennis, Fußball und alle (in Dopingaffären) Verwickelten reden", sagte der siebenmalige Gewinner der Tour de France bei seinem Comeback in Australien. Zu oft würde mit dem Finger auf seinen Sport gezeigt und gesagt: "Ach, ihr Radfahrer, ihr Radfahrer." Das Madrider Sportblatt "Marca" wies den Amerikaner darauf hin: "In den Ermittlungsakten werden ausschließlich Radsportler und keine Aktiven von anderen Sportarten genannt."

Fehlendes Anti-Doping-Gesetz erschwert die Aufdeckungsarbeit

Die Ermittlungen der spanischen Justiz wurden dadurch erschwert, dass Doping bei der Aufdeckung des Skandals kein Straftatbestand war, weil Spanien damals noch kein Anti-Doping-Gesetz hatte. Fuentes und seinen Helfern könnte allenfalls eine "Schädigung der Gesundheit" der betroffenen Radprofis zur Last gelegt werden. Ein solches Vergehen kann nach spanischem Gesetz mit bis zu 18 Monaten Haft und einem Berufsverbot von bis zu zwei Jahren bestraft werden.

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