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TSG 1899 Hoffenheim: Auf den Spuren der Roten Teufel

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1899 Hoffenheim  

Hoffenheim auf den Spuren der Roten Teufel

30.01.2009, 16:42 Uhr | Julian Moering, t-online.de

Pure Freude: Tobias Weis (li.) und Ciriaco Sforza. (Foto: imago)Pure Freude: Tobias Weis (li.) und Ciriaco Sforza. (Foto: imago) Mit dem neuen Stadion im Rücken startet Herbstmeister 1899 Hoffenheim gegen Energie Cottbus in die Rückrunde. Knüpft das Team von Trainer Ralf Rangnick an die sensationellen Leistungen der ersten Saisonhälfte an, könnte zum zweiten Mal in der Geschichte der Bundesliga ein Aufsteiger die Meisterschale in den Händen halten.

Einer, der weiß, wie das geht, traut den Kraichgauern durchaus den großen Wurf zu. "Der Druck liegt nicht bei Hoffenheim“, sagt Ciriaco Sforza im Interview mit t-online.de. In der Saison 1997/98 schrieb der Schweizer Spielmacher Fußballgeschichte, als er mit dem 1. FC Kaiserslautern als erster Liga-Neuling den Titel gewann

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"Der schönste Erfolg meiner Karriere"

"Der Meistertitel mit dem FCK war der schönste Erfolg meiner Karriere. Das war schon großartig und steht für mich selbst über den Gewinn der Champions League oder des Weltpokals 2001 mit Bayern“, blickt Sforza auf den spannenden Titelkampf mit eben jenem Rekordmeister zurück, aus dem die Roten Teufel als Sieger hervorgingen. Auch Hoffenheim duelliert sich vorrangig mit den Münchnern. "Es ist ähnlich wie bei uns damals: Die dürfen sich jetzt nicht verrückt machen lassen, selbst wenn die Bayern die ganze Rückrunde so spielen wie beim Pokalspiel in Stuttgart“, rät der einstige Kapitän der Roten Teufel dem Aufsteiger. FCK-Legende Stefan Kuntz hingegen äußerte sich gegenüber t-online.de weniger optimistisch, was die Hoffenheimer Meister-Träume angeht. "Ich denke, dass sich die Bayern am Ende durchsetzen werden“, sagt der jetzige Vorstandsvorsitzende der Pfälzer.

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"Neidgefühle sind mir fremd"

Dass Rangnick und sein Team in der spielfreien Zeit ihre Hausaufgaben gemacht haben, ist sich Sforza sicher. "In Hoffenheim wird nach meinem Eindruck sehr professionell gearbeitet und der Trainerstab wird die Mannschaft in der Winterpause gut vorbereitet haben“, sagt der 38-Jährige. "Auch die Ausfälle von ein, zwei Leistungsträgern müssen sich nicht unbedingt negativ auswirken“, sieht Sforza die Verletzung von Top-Torjäger Vedad Ibisevic nicht als vorentscheidende Schwächung. "Das bietet immer auch eine Chance für andere.“ Dass der 1. FC Kaiserslautern im Falle eines Titelgewinns sein historisches Alleinstellungsmerkmal einbüßen würde, bereitet Sforza keine Probleme: "Neidgefühle sind mir wirklich fremd. Wenn Hoffenheim am Ende auf Platz eins steht, haben sie es verdient. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg.“

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Erinnerungen an den Titelkampf

An den eigenen Weg zur Meisterschaft kann sich der ehemalige Schweizer Nationalspieler, der in seiner Heimat bis vor kurzem den Erstligisten FC Luzern trainierte, noch ganz genau erinnern. Besonders der 1:0-Erfolg bei den Bayern zum Saisonauftakt, wo Sforza den entscheidenden Treffer vorbereitete, hat bleibenden Eindruck hinterlassen: "Das Tor fiel nach einem Freistoß von der rechten Seite und Michael Schjönberg stand goldrichtig. Wir sind damals ohne Angst nach München gefahren und wollten den Bayern Paroli bieten. Wir hatten ja nichts zu verlieren. Mit dem Sieg haben wir auf jeden Fall eine Menge Selbstvertrauen getankt. Allen war aber klar, dass wir erst am Anfang der Saison stehen.“

Die Meisterschaft im Hinterkopf

Erste Gedanken an die Meisterschaft keimten bei Sforza und den Roten Teufeln damals nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft auf. "Im Hinterkopf denkt man vielleicht daran, dass so etwas möglich wäre. Aber wir haben uns mit solchen Gedanken nicht verrückt gemacht. Wir wussten, dass auch mal ein Einbruch kommen kann und dass die Bayern noch mal Gas geben werden. Auf der anderen Seite war der Druck nicht bei uns. Wir hatten das Spiel in der Hand.“ Wie lange Hoffenheim das Spiel noch in der Hand behält, wird sich im Laufe der noch ausstehenden 17 Ligapartien zeigen.

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Lob für Klinsmanns Arbeit

Denn auch in München ist man bestens vorbereitet. Über die jüngsten Entwicklungen bei seinem ehemaligen Arbeitgeber zeigt sich Sforza jedenfalls hoch erfreut: "Nach der Leistung im Pokalspiel in Stuttgart muss ich sagen: Respekt vor Jürgen Klinsmanns Arbeit! Wie da mit und ohne Ball gearbeitet wurde, war schon gut anzusehen.“ Den Schlüssel für den momentanen Erfolg läge in der Verpflichtung des Trainers. "Ich muss vor allem Uli Hoeneß, Kalle Rummenigge und Franz Beckenbauer ein großes Kompliment machen. Sie haben bei der Verpflichtung von Klinsmann Mut bewiesen. Alle haben mit einem großen Namen gerechnet, stattdessen bauen sie auf einen, der noch nie eine Vereinsmannschaft trainiert hat. Sie haben alte Zöpfe abgeschnitten und einen wirklichen Neuanfang gemacht. So etwas tut dem Fußball gut“, sagt Sforza und ergänzt: "Auf diesem Niveau wird es für Hoffenheim verdammt schwer mitzuhalten. Ausschließen würde ich eine solche Überraschung trotzdem nicht.“

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