Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Ein neues Bosman-Urteil steht vor der Tür

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Bundesliga - 50+1-Regel  

Ein neues Bosman-Urteil steht vor der Tür

22.02.2009, 13:16 Uhr | t-online.de

Bosse und Finanzverwalter: Hans-Joachim Watze (Dortmund,li.), Joachim Hopp (Hoffenheim, Mi.), Martin Kind (Hannover, re.) (Montage: t-online.de, Fotos: imago)Bosse und Finanzverwalter: Hans-Joachim Watze (Dortmund,li.), Joachim Hopp (Hoffenheim, Mi.), Martin Kind (Hannover, re.) (Montage: t-online.de, Fotos: imago) Drohen der Bundesliga englische Finanzierungsverhältnisse, die vielen Fans Angst machen? Noch schützt die so genannte "50+1-Regel" vor heuschreckenartig einfallenden Investoren. Doch Experten wie Prof. Tobias Kollmann glauben, dass sie gekippt werden könnte. Die Auswirkungen auf die Fußballlandschaft wären nur vergleichbar mit dem so genannten Bosman-Urteil, benannt nach dem belgischen Profi Jean-Marc Bosman.

Aktuell Die Bundesliga-Tabelle
Aktuell Die Torjägerliste der Bundesliga

Ein Paukenschlag wie das Bosman-Urteil

Dessen Klage auf freie Wahl des Arbeitsplatzes innerhalb der EU hatte vor 14 Jahren zum Wegfall der Ablösesummen zwischen den Vereinen geführt, wenn der Spieler vertragsfrei ist. Seitdem schossen die Gehälter in Schwindel erregende Höhen und wurden Handgelder für wechselwillige Stars der Szene zur Normalität.

Watzkes Attacke auf Hopp

Heute geht es um eine mögliche Folge-Revolution: um die Art und Weise, an das Geld zu kommen, um den immer teurer werdenden Betrieb am Laufen zu halten. Wie aufgeladen diese Diskussion um die Zukunft des Finanzplatzes Bundesliga geführt wird, beweist der jüngste Angriff des Dortmunder Geschäftsführers Hans-Joachim Watzke auf den Hoffenheimer Geldgeber Dietmar Hopp.

Die DFL hat nichts auszusetzen

"Ich gehe zunächst davon aus, dass die DFL das Hopp-Modell seit vielen Jahren kennt, ausgiebig geprüft und keinen Verstoß gegen die geltenden Regularien festgestellt hat", erklärte Kollmann, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen, im Gespräch mit t-online.de.

Stindl & Co.

Sie stimmen ab! Das beste Bild des 21. Spieltags

Keine Verhältnisse wie in der Premier League

Der 38-Jährige empfiehlt einen eigenen deutschen Weg, keine Kopie des englischen: "Das gesamte Thema 50+1 ist aber generell im Moment unglaublich in die Diskussion geraten, auch vor dem Hintergrund, dass noch keine finale Entscheidung durch die DFL getroffen wurde und Herr Kind von Hannover 96 weiterhin mit einer Klage gegen diese Regel droht." Jener sorgt sich seit Jahren - gerade auch mit seiner Finanzkraft als Unternehmer für Hörgeräte - um die Zukunft "seiner" Roten.

Dortmunder sollten sich zurückhalten

Im "kicker" griff er Watzke an: "Wenn die Mitglieder wirklich Einfluss nehmen wollten auf die Prozesse bei Borussia Dortmund, weiß ich nicht, wie seine Antwort dann lautete. Ich denke, gerade Herr Watzke sollte sich bei diesem Thema zurückhalten, denn die Borussia hat schon Prozesse auf dem Markt durchgeführt, die nicht als erfolgreich einzustufen sind." Die am 21. Spieltag vorgelegte Halbjahresbilanz des BVB wies Verluste von 3,5 Millionen Euro aus.

Allgemeingültiges Regularium finden

Kind wirbt für sein Konsenspapier, das er entwickelt und der DFL übermittelt hat: "Es ermöglicht, die Zukunft zu gestalten in Verbindung mit der Tradition und den Besonderheiten des deutschen Fußballmarktes." Für Kollmann bleiben nur "zwei Möglichkeiten: Entweder, alle setzen sich an einen Tisch und finden ein Regularium, mit dem alle leben und unter dem Investoren sinnvoll eingebunden werden können. Oder wir finden diesen Kompromiss nicht, dann wird einer früher oder später gegen die 50+1-Regel klagen, und ein Richter wird dann in letzter Instanz entscheiden, wie sich der deutsche Fußball weiterentwickeln wird."

Irgendwann macht jeder seins

Das Zusammenspiel zwischen Vereinen und Investoren müsse neu definiert werden. Kollmann: "Wir haben mit Leverkusen und Wolfsburg schon Ausnahmefälle und mit Bayern München, Hoffenheim und Borussia Dortmund Vereine, die bereits Investorenmodelle umgesetzt haben. Es werden sicher weitere hinzukommen, wenn es uns nicht gelingt, einheitliche Rahmenbedingungen zu schaffen."

Personalgerangel an der Isar

Zweitligist 1860 München löste kurzerhand seinen gerade mit einem Investoren eingegangenen Deal wieder auf - vorläufig, wie es scheint. "Laut Löwen-Vize-Präsident Hasenstab wäre der Investor bei einer Umwandlung seines zunächst als nachrangiges Darlehen gegebenen Kapitals am Ende auch nur bei 15 bis 25 Prozent gelandet", sagte Kollmann. "Ich vermute daher eher, dass es mehr um die Gestaltung der operativen Zusammenarbeit zwischen Verein und Investor, insbesondere im Zusammenhang mit der Position des Sportdirektors ging." Ein erstes Gespräch mit der DFL fand diesbezüglich bereits statt.

Löwen-Fans online auf den Barrikaden

Es läuft immer wieder auf das Maß des Einflusses hinaus, das der Investor auf den sportlichen Betrieb nehmen möchte und darf: "Man hat es in den Internetforen im Hinblick auf die Löwen-Fans bei 1860 München ja gesehen. Das darf kein Schnellschuss sein. Das muss langfristig vorbereitet und langfristig umgesetzt werden."

An Hopp orientieren

Wie beim Herbstmeister und Tabellenführer der Bundesliga. "Es gibt in Bezug auf Hoffenheim immer noch zwei Lager. Aber bei dem, was man aber bisher sehen kann, scheint es so zu sein, dass Herr Hopp dem prototypischen Idealfall sehr nahe kommt. Es steht nirgendwo in Stein gemeißelt, dass nur etablierte Traditionsvereine oben stehen dürfen." Insofern "könnte ein guter Investor für einen Verein besser sein, als ein schlechter Mäzen, wenn dieser droht, den finanziellen Stecker zu ziehen, wenn er nicht seinen Willen bekommt."

Bundesliga-Forum Ihre Meinung zählt!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal