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TSG 1899 Hoffenheim: Rangnicks Rechtfertigung sorgt für Wirbel

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Doping-Diskussion nach Rangnicks Rechtfertigung

24.02.2009, 10:11 Uhr | t-online.de, dpa, sid

Ralf Rangnick tritt eine Doping-Diskussion los. (Foto: imago) Ralf Rangnick tritt eine Doping-Diskussion los. (Foto: imago) Werden in der Bundesliga die Doping-Richtlinien nur lasch eingehalten? Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick hat eine Diskussion losgetreten, die immer weitere Kreise zieht.

Rangnick behauptet die Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien, wie sie seine beiden Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker begangen haben, als sie mit zehnminütiger Verspätung zum Dopingtest erschienen, gehören in der Bundesliga zum Alltag. Eine Überraschung für den DFB, aber auch für die Klubs. Handelt es sich doch um ein Vergehen, für das eine Sperre von bis zu zwei Jahren droht.

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DFB fordert Rangnick zur Stellungnahme auf

"Bei uns war es in der Vergangenheit des Öfteren so, dass sogar der Dopingbeauftragte gesagt hat, die Spieler können noch mal kurz in die Kabine gehen und sollen sich ein frisches Trikot anziehen." Rangnick habe auch mit einigen Trainer-Kollegen gesprochen: "Es ist auch in anderen Vereinen so, dass es durchaus die Möglichkeit gibt oder sogar aufgefordert wird, noch mal kurz ein Trikot anzuziehen." DFB-Vizepräsident Rainer Koch, Vorsitzender der Anti-Doping-Kommission, will von einer laxen Dopingtest-Praxis nichts wissen. "Es steht außer Frage, dass der DFB die Anti-Doping-Richtlinien exakt einhält". Sollte sich die Behauptung jedoch bewahrheiten, kündigte der DFB sofortige "sportgerichtliche Ermittlungen" an.

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Rangnick: „Ich rücke davon nicht ab"

"Ich rücke davon nicht ab. Würde das auch sagen, wenn ich in einem Sportgerichtsverfahren als Zeuge benannt werde“, wird der Hoffenheimer auf "bild.de" zitiert. Sollte sich Rangnicks Behauptung als Tatsache erweisen, wäre das kaum auszumalen. Damit würde das Anti-Doping-System in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse ad absurdum geführt. Sportgerichtliche Konsequenzen wären vorprogrammiert. "Das Prinzip der Dopingkontrollen als solches kann man nicht infrage stellen. Das wäre ungeheuerlich", sagt Dirk-Reiner Martens, Richter am Internationalen Sportgerichtshof (CAS), der Tageszeitung "Die Welt".

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KSC-Arzt: "Absolutes Unding"

Von Cottbus bis Schalke: Vertreter zahlreicher Klubs widersprechen dem Hoffenheimer Trainer. Teamarzt Marcus Schweizer vom Karlsruher SC bezeichnete Rangnicks Aussagen als "absolutes Unding" und verwies auf die neuen Richtlinien: "Beim KSC ist es so geregelt, dass die Spieler sofort in den Dopingraum geführt werden. Dorthin kann ich ihnen Klamotten bringen." Peter Peters, Geschäftsführer des FC Schalke 04, sagte: "Uns sind die Regeln bekannt und wir achten penibel darauf, dass sie eingehalten werden."

Zu spät zum Dopingtest erschienen

Ibertsberger und Janker hatten bei den unangemeldeten Doping-Kontrollen nach dem Bundesliga-Spiel am 7. Februar 2009 bei Borussia Mönchengladbach (1:1) gegen die Richtlinien verstoßen, weil sie mit zehnminütiger Verspätung zur Kontrolle erschienen waren. Die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur schreiben vor, dass die Kontrollen unmittelbar nach Spielende stattfinden müssen. Theoretisch kann der Urin in kurzer Zeit durch Medikamente verschleiert oder durch Fremd-Urin ausgetauscht werden.

Punktabzug und Sperre drohen

Ibertsberger und Janker droht eine einjährige Sperre wie den italienischen Profis Daniele Mannini und Davide Possanzini vom SSC Neapel, die Ende Januar vom CAS in einem ähnlichen Fall verurteilt worden waren. "Die Standardsanktion für einen Dopingverstoß sind zwei Jahre. Diese Sperre kann ermäßigt werden bei nicht wesentlichem Verschulden, aber nur um höchstens die Hälfte. Da bliebe dann also ein Jahr übrig. Weniger als ein Jahr geht also nicht. Es sei denn, es liegt überhaupt kein Verschulden vor", bestätigt Dirk-Reiner Martens. Neben der Sperre könnte Hoffenheim mittlerweile auch ein Punktabzug drohen, da die Mönchengladbacher Verantwortlichen Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt haben.

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Regelneuerung bietet Rettungsanker

Eine letzt Hoffnung bietet den Hoffenheimerm eine Neuregelung des Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Denn in der seit dem 1. Januar 2009 geltenden Fassung des WADA-Codes kann die Sperre des Sportlers von normalerweise zwei Jahren sogar auf Null reduziert werden. In Artikel 10.5 wird nun unterschieden zwischen keinem Verschulden des Sportlers und keinem signifikanten Verschulden des Sportlers. Sollte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Sportgerichtsverfahren zu dem Urteil kommen, dass Ibertsberger und Jancker kein eigenes Verschulden nachzuweisen ist, wäre ein Freispruch möglich.

Straffreiheit ausgeschlossen

"Im Sinne einer ausgewogenen Entscheidung heißt das im Grunde nur, dass die einzelnen Fälle genau untersucht werden. Die WADA hat den Passus geändert, weil offenbar nicht in jedem Fall zwangsläufig Sperren notwendig sind", sagte Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Nach Angaben von NADA-Chef Armin Baumert gibt es für die beiden 1899-Profis allerdings keine Möglichkeit, straffrei davonzukommen. Der DFB habe sich dem Code der WADA und NADA unterworfen, 'und da ist es egal, ob die Lücke eine oder zehn Minuten groß ist - das hier ist ein Dopingfall, ganz klar!

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