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Hannover 96: Michael Tarnat über Abstiegsnöte und falsche Euphorie

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Hannover 96  

Tarnat: Angriff auf UEFA-Cup-Plätze erst in vier Jahren

25.02.2009, 16:55 Uhr | t-online.de

Das Interview führte Thomas Tamberg


Michael Tarnat hofft darauf, dass die Gegner Hannover 96 unterschätzen. (Foto: imago)Michael Tarnat hofft darauf, dass die Gegner Hannover 96 unterschätzen. (Foto: imago) Mit 39 Jahren ist Michael Tarnat der aktuell dienstälteste Bundesliga-Spieler. Der Verteidiger von Hannover 96 kehrte am 19. Spieltag nach zehnmonatiger Verletzungspause zurück ins Team. Während andere längst ihre Karriere beendet hätten, wollte Tanne es noch einmal wissen. Für Trainer Dieter Hecking ist er eine wertvolle Stütze. Schließlich finden sich die Niedersachsen überraschend mitten im Abstiegskampf wieder.

Im Exklusiv-Interview mit t-online.de erklärt Tarnat, wie der Klub die Kurve kriegen möchte, warum Hannover noch mindestens vier Jahre warten muss, bis man einen UEFA-Cup-Platz anpeilen kann und rätselt über die ständige Unruhe rund um den Klub.

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Frage: Herr Tarnat, Hannover 96 nur noch drei Punkte von einem Relegationsplatz entfernt. Eine gefährliche Situation, da man eigentlich auf die internationalen Plätze schielte. Hat sich Hannover mental schon auf den Abstiegskampf eingestellt?
Michael Tarnat: Spätestens nach dem Spiel in Gladbach muss uns allen klar sein, dass es nur gegen den Abstieg geht. Unser Ziel muss jetzt sein: so schnell wie möglich Punkte zu holen, um uns vom Tabellenende abzusetzen, damit wir rechtzeitig für die nächste Saison planen können. Wer sich jetzt nicht mit dem Abstiegskampf beschäftigt, der hat irgendwas verpasst.

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Mit Leverkusen kommt jetzt eine Spitzenmannschaft in die AWD-Arena. Wie will Hannover Bayer knacken?
Gott sei dank spielen wir gegen Leverkusen zu Hause. Wir haben in dieser Saison nur ein Spiel zu Hause verloren, das war gegen Hoffenheim. Diese Tatsache muss uns Mut geben, damit wir wieder offensiv und aggressiv spielen. Wenn wir die Torchancen nutzen, die wir bekommen, dann werden wir gegen Bayer Leverkusen auch gewinnen.

Nach Leverkusen heißen die nächsten Gegner Bayern München, Borussia Dortmund, 1899 Hoffenheim, Werder Bremen, Hertha BSC und Hamburger SV. Da kann einem Angst und Bange werden, oder?

Sicherlich kann uns da Angst und Bange werden. Aber vielleicht sagen sich diese Teams im Unterbewusstsein: Okay, Hannover 96, die sind jetzt da unten drin, das Spiel gewinnen wir schon. Da brauchen wir nur 80 Prozent zu geben. Es könnte unser Vorteil sein, dass uns die großen Mannschaften unterschätzen. Wenn sie dann plötzlich merken, da ist Gegenwind, da ist Feuer in den Zweikämpfen, da tu ich mir weh, dann ist es schwer für diese Mannschaften, den Schalter noch einmal umzulegen. Darin liegt unsere Chance, dass wir erfolgreich aus den Spielen herausgehen.

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Wirft diese Saison den Klub zurück? Schließlich wollte man nach den UEFA-Cup-Plätzen greifen und steckt jetzt hinten.
Wir sind natürlich von der letzten Saison etwas geblendet worden, als wir Achter geworden sind. Da waren wir euphorisiert und haben gesagt, dass wir jetzt auch international spielen wollen. Aber wenn man ehrlich ist: Wir sind jetzt das sechste Jahr in der Bundesliga, und viele Mannschaften vor uns sind jetzt schon zehn oder 15 Jahre in der Liga. Die haben sich ein gewisses Fundament aufgebaut und können zu Recht jedes Jahr vom internationalen Geschäft reden. Wir sind da einfach noch nicht so weit. Für uns ist es schon ein Erfolg, wenn wir einen einstelligen Tabellenplatz belegen.

Wann ist Hannover denn so weit, um endlich in Europa für Furore zu sorgen?
Wenn wir in vier Jahren irgendwann mal um die internationalen Plätze mitspielen können, dann ist das ein Riesen-Erfolg. Wenn einige Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel so wie im letzten Jahr schwächeln, dann muss man da sein und versuchen, in die Phalanx reinzukommen und um die internationalen Plätze zu kämpfen. Aber wenn man unseren Etat mit dem Etat von anderen Mannschaften vergleicht, dann muss man sagen, dass es sehr schwierig wird.

Schwierig ist es auch für Hannover, auf fremdem Platz zu gewinnen. Die Auswärtsschwäche ist eklatant. Nur ein Pünktchen konnte man bisher in anderen Stadien erobern. Woran liegt das?

In den Heimspielen haben wir Selbstvertrauen, sind mutig und aggressiv. Das alles lassen wir vermissen, wenn wir zu Auswärtsspielen fahren. Wir warten immer ab und gucken, was so passiert. Dann kassieren wir ein Tor und irgendwann das zweite. Dann ist es schwierig, wieder zurückzukommen. Das Selbstvertrauen und das Besinnen auf die eigene Stärke fehlt uns bei unseren Auswärtsspielen. Das ist unser größtes Manko. Vor anderthalb Jahren waren wir noch die beste Auswärtsmannschaft. Seitdem hat sich in unserem Kader ja nicht soviel verändert. Wir müssen in unsere Köpfe reinkriegen, dass wir auch gewinnen können. Wir haben es damals bewiesen, warum sollen wir es jetzt gegen die großen Mannschaften nicht auch beweisen können?

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Trotz sechs erfolgreichen Jahren in der Bundesliga herrscht in Hannover immer mehr Unruhe als bei anderen Klubs. Wie kommt das?
Diese Frage stellen wir uns als Verein auch, warum das immer so unruhig ist, und woher das kommt. Das können wir uns auch nicht erklären. Bei uns ist es so: wenn du drei Mal gewinnst, dann wird vom UEFA-Cup und der Meisterschaft gesprochen, und wenn du drei Mal verlierst, bist du gleich der Blinde unter den Blinden und spielst gegen den Abstieg.

Wie hat die Mannschaft eigentlich den Abschied von Christian Hochstätter aufgenommen. Er kam doch ziemlich plötzlich, oder?
Das kam für uns alle überraschend. Die Mannschaft wusste gar nicht, dass sein Vertrag im Sommer ausläuft und hat damit gerechnet, dass er weitermacht. Wir waren ganz überrascht. In der Vorbereitung haben wir gemerkt, dass der Christian unzufrieden war, weil er kein Vertrauen mehr gespürt hatte. Dann ging es immer einmal pro Hochstätter, einmal kontra Hochstätter. Irgendwann hat Christian dann von sich aus gesagt, dass er das Vertrauen nicht mehr spüre, und aufhören wird. Die Mannschaft ist mit Christian immer sehr gut ausgekommen. Meiner Meinung nach hat er gute Arbeit macht. Er hat ja auch immer gute Spieler zum Verein geholt.

Wo landet Hannover 96 am Ende der Saison?

Auf jeden Fall über dem Strich.

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