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Formel 1: Der Schmusekurs der Rennställe

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Formel 1  

Die Formel 1 fährt dank der Krise Schmusekurs

09.03.2009, 17:11 Uhr | dpa

Vize-Weltmeister und Weltmeister reichen sich die Hand: Felipe Massa (li.) und Lewis Hamilton. (Foto: imago)Vize-Weltmeister und Weltmeister reichen sich die Hand: Felipe Massa (li.) und Lewis Hamilton. (Foto: imago) Der Zwang zur Reform hat die einst so streitlustigen Teams der Formel 1 geeint wie nie. Abseits der Piste ist aus dem Gegeneinander der Rennställe längst ein Miteinander geworden. "Die ganzen Differenzen zu beheben, war eine enorme Herausforderung", sagte der neue McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

Sparsamer, spannender und offener - mit dieser Vision will die Teamvereinigung Formula One Teams Association (FOTA) die Rennserie zukunftsfähig machen.

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Haug: "Sehr gute Pläne"

"Wir sind in Vorlage gegangen und haben uns zu einem großen Schritt verpflichtet", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Die gemeinsamen Pläne sind sehr gute Pläne", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Mit dem Krisenkonzept, das vergangene Woche in Genf vorgestellt wurde, wollen die Rennställe die angekündigten Radikalschnitte des Internationalen Automobilverbands FIA kontern. Im FIA-Weltrat am 17. März wird über die Vorschläge abgestimmt.

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Honda-Rettung dank FOTA

Erstes Ergebnis der gemeinsamen Kraftanstrengung der Teams war das Überleben des ehemaligen Honda-Rennstalls. "Die FOTA hat sehr hart gearbeitet, damit sie dabei sind", erklärte Whitmarsh. Dank der drastischen Kostensenkungen in der Formel 1 und dem Einspringen von Mercedes als Motorenlieferant ist Honda-Nachfolger Brawn GP rechtzeitig zur neuen Saison startbereit. Der Brite Jenson Button fuhr bei der ersten Ausfahrt des neuen Brawn-Autos auf dem Circuit de Catalunya prompt die schnellste Runde des Vormittags.

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Neues Concorde Agreement vor Verabschiedung

Beflügelt von der neuen Harmonie steht offenbar auch die Dauerdebatte um eine neue "Formel-1-Verfassung" kurz vor dem Abschluss. Das sogenannte Concorde Agreement regelt die Zusammenarbeit zwischen den Rennställen, der FIA als Regelbehörde und den Rechteinhabern um Bernie Ecclestone. "Alle Auto-Hersteller und Teams sind bereit, in das Concorde Agreement einzutreten und sich diesem bis 2012 zu verpflichten", erklärte FOTA-Chef di Montezomolo. Er hoffe auf eine Einigung noch vor dem Saisonstart in drei Wochen.

Streit ums Geld auf 2012 verschoben

Auch der Streit zwischen den Rennställen und Ecclestone um einen größeren Anteil an den Einnahmen aus der Vermarktung scheint damit vorerst beigelegt. Nach 2012 werde man sich jedoch erneut um mehr Geld aus diesem Topf bemühen, bekräftigte di Montezemolo.

Weitere Schritte in Planung

Einig sind sich die Teams auch über die nächsten Schritte: Weitere Einsparungen, mehr Spektakel und die Erschließung neuer Fan-Schichten und Einnahmequellen. Bis 2010 sollen die Kosten halbiert werden. Ein neues Punktesystem, kürzere Rennen und die Veröffentlichung bisher geheimer Teamdaten bei den Rennen via Fernsehen und Internet sollen die Formel 1 attraktiver machen. "Wir haben eine Menge Arbeit investiert. Das ist kein Schuss aus der Hüfte", sagte Whitmarsh. Renault-Teamchef Flavio Briatore forderte: "Wir müssen sicherstellen, dass wir ein Produkt liefern, das immer aufregend, unvorhersehbar und fesselnd auf und neben der Rennstrecke ist."

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