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Doping im Radsport: Blutwerte im Internet nur Show?

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Doping  

Blutwerte im Internet – „Show für die Öffentlichkeit“

12.02.2010, 22:26 Uhr | t-online.de

Von Arne Henkes und Johann Schicklinski

Auch Lance Armstrong stellt nun der Öffentlichkeit seine Blutwerte zur Verfügung. (Foto: dpa)Auch Lance Armstrong stellt nun der Öffentlichkeit seine Blutwerte zur Verfügung. (Foto: dpa) Was verbindet Patrik Sinkewitz, den ehemaligen Girosieger Ivan Basso und Rekordtoursieger Lance Armstrong, abseits der Tatsache, dass alle drei ihr Geld als Radprofi verdienen? Sowohl die überführten Dopingsünder Sinkewitz und Basso als auch der umstrittene Rückkehrer Armstrong veröffentlichen ihre Blutwerte im Internet, um mit diesem Schritt in Richtung "gläserner Athlet“ ihre Glaubwürdigkeit zu dokumentieren.

Doch was sind solche von großem öffentlichem Tamtam begleiteten Aktionen eigentlich wert? Nicht viel, meinen zumindest Markus Fothen vom Team Milram und Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz.

Was denken Sie? Ist die Veröffentlichung der eigenen Blutwerte ein probates Mittel, um die Glaubwürdigkeit des Radsports zu retten? Nutzen Sie die Kommentarfunktion am Ende dieses Artikels!

Doping aktuell

Spitz fordert einheitliche Regelung

Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz (Foto: imago)Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz (Foto: imago) Spitz, die das Geschehen bei den Straßenradprofis kritisch beäugt, sieht die Situation im Gespräch mit t-online.de so: "Die Frage ist auch, wie reell diese Werte sind. Das müsste garantiert sein von unabhängiger Stelle, sonst ist das nur Show. Blutwert ist ja auch nicht gleich Blutwert, es gibt nur wenige ausgebildete Labore, die dies analysieren können. Es kommt ja auch immer darauf an, wo man sich gerade befindet, z.B. hat ein Höhentrainingslager einen erheblichen Einfluss auf den Hämatokritwert. Bis hier eine einheitliche, allgemeingültige Regel für alle gefunden ist, wird es wohl noch dauern, bis dahin sind noch einige Fragen zu klären“, sagte Spitz.

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Fothen: "Show für die Öffentlichkeit"

Ähnlich bewertet Markus Fothen die Diskussion: "In meinen Augen ist das einfach nur ein bisschen Show für die Öffentlichkeit“, sagte Fothen im Interview mit t-online.de. Einen wirklichen Nutzen kann der 27-Jährige in dieser Form der Transparenz nicht erkennen. "Alle unsere Blutwerte werden in einem international anerkannten Online-System namens ADAMS gespeichert. Auf dieses System haben die WADA, die jeweiligen nationalen Antidoping-Agenturen, die UCI sowie unabhängige Ärzte Zugriff, die alle Sanktionen bei Abweichungen von individuellen Werten aussprechen können. Also sind die Blutwerte, die ins Netz gestellt werden, vorher durch qualifizierte Personen mehrfach geprüft. Und wenn die Werte stark von der Norm abweichen, wird sie auch sicher keiner online stellen.“

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Auch Bette zweifelt Nutzen an

Ein Problem damit eigene Werte im Internet zu veröffentlichen, hätten aber weder Spitz ("das ist für mich, wie wenn ich meine Cholesterinwerte offen legen müsste“) noch Fothen ("bin zu allem bereit, was der Glaubwürdigkeit unseres Sportes dient“). Den Zweifel über den Sinn und Nutzen teilen die beiden Hochleistungssportler mit Doping-Experte Karl-Heinrich Bette. "Das ist reine Symbolpolitik“, sagt der Sportsoziologe von der TU Darmstadt und kritisiert, dass die damit gezeigte strategische Offenheit ungefähr so sei, als würde "die Pharma-Industrie über sich selbst und ihre Errungenschaften berichten“.

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Offenlegung der legalen Medikamenten-Einnahmen

Bette wünscht sich in einem ganz anderen Aspekt mehr Transparenz. Der 57-Jährige hält die Neustrukturierung und vor allem die Offenlegung der Gesundheitspässe für den richtigen Weg, die verloren gegangene Glaubwürdigkeit im Hochleistungssport herzustellen. In diesen Gesundheitspässen müsste zusätzlich festgehalten werden, welche Medikamente die Sportler insgesamt zu sich nehmen, um bei der Nichtauflistung bestimmter Medikamente eine Sanktion aussprechen zu können.

Fothen: "Brauche keine Ausnahmegenehmigungen"

Auch die vielen Ausnahmegenehmigungen sollten hier öffentlich aufgelistet werden, ebenso wie die durchgeführten Tests. Dies würde die Grauzone erhellen, in der über Ausnahmegenehmigungen viel Raum für Manipulationen geschaffen wird. Markus Fothen hätte mit einem solchen Ansatz kein Problem. Sein Gesundheitspass ist frei von Einträgen. "Ich bin kerngesund und brauche keine Ausnahmegenehmigungen." Dass dies bei zahlreichen Kollegen aus dem Profi-Radsport nicht der Fall ist, ist hinlänglich bekannt.

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