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Michael Sziedat im Interview: "Unglaublich, was gerade passiert"

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Hertha BSC  

Michael Sziedat: "Unglaublich, was gerade passiert"

13.03.2009, 12:29 Uhr | t-online.de

Das Gespräch führte Sebastian Schlichting

Michael Sziedat in der Saison 1976/77 (Foto: imago)Michael Sziedat in der Saison 1976/77 (Foto: imago) Michael Sziedat hat von 1971 bis 1980 280 Bundesligaspiele für Hertha BSC absolviert. Damit ist er Herthas Rekordspieler, 1975 wurde er Vizemeister. Noch heute sitzt Sziedat bei jedem Heimspiel im Olympiastadion auf der Tribüne. Im Interview mit t-online.de spricht der 56-Jährige über Herthas Titelchancen, den Anteil von Trainer Lucien Favre und seinen in Gefahr geratenen Rekord.  

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Herr Sziedat, viele Experten rätseln, wie Hertha BSC die Tabelle mit vier Punkten Vorsprung anführen kann. Können Sie sich das erklären?
Michael Sziedat: Wir sitzen immer mit denselben Leuten auf der Tribüne. Und ich kann Ihnen sagen: Wir schütteln jedes Mal den Kopf über das, was da passiert. Das ist unglaublich.

Herthas Höhenflug macht selbst Sie als Rekordspieler sprachlos?
Na ja, es gibt schon Gründe. Hertha hat mit Jaroslav Drobny den besten Torhüter der Liga. Dazu kommt mit Arne Friedrich und Josip Simunic die beste Innenverteidigung. Friedrich ist inzwischen ein echter Kapitän und Simunic hat eine sensationelle Entwicklung genommen. Diese drei sind für mich die „Goldene Achse“. Außerdem ist die Mannschaft extrem lauffreudig und verfügt über zwei sehr gute Stürmer.

Von denen momentan aber nur Andrej Voronin spielt. Marko Pantelic hat keinen Stammplatz mehr.
Ich gehe fest davon aus, dass er in dieser Saison für Hertha noch wichtig wird. Trainer Lucien Favre ist kein Fan von Pantelic, aber allein kann Voronin das auf Dauer nicht schaffen. Meiner Meinung nach kommt ein guter Trainer mit allen Spielern zurecht. So sollte es auch im Fall Favre/Pantelic sein.

Von vielen Seiten heißt es, dass Herthas Höhenflug vor allem mit Glück zu tun hat.
Glück ist da sicher dabei. Sogar recht viel, wenn ich mir die ganzen knappen Siege ansehe. Aber nur durch Glück kommst Du nicht nach ganz oben. Die Mannschaft ist reifer geworden. Sie gewinnt inzwischen Spiele, die sie früher nicht gewonnen hätte.

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Welchen Anteil am Erfolg hat der Trainer?
Als er in Berlin anfing, war ich ein wenig skeptisch. Aber er ist ein richtiger Perfektionist, bereitet sich akribisch auf jeden Gegner vor und kann die Mannschaft dadurch perfekt einstellen.

Das letzte Mal, dass Hertha in der Tabelle zu diesem Zeitpunkt der Saison ähnlich gut dastand, war 1974/75. Sehen Sie Parallelen? Die heutige Mannschaft besticht vor allem durch ihre Abwehrstärke. Auch wir standen damals hinten sehr sicher. Aber wir hatten ein Problem und das hieß Borussia Mönchengladbach. Die waren so unheimlich konstant, haben zu Hause und auswärts gewonnen. Wir haben meist nur unsere Heimspiele gewonnen. Heute sieht es anders aus…

Michael Sziedat spielte von 1971 bis 1980 für Hertha BSC in der Bundesliga. In 280 Partien erzielte der Abwehrspieler zwölf Tore. 1975 wurde er Vizemeister, 1977 und 1979 stand er mit Hertha im Pokalfinale. Von 1980 bis 1984 war er für Eintracht Frankfurt aktiv und kam auf 99 Einsätze (vier Tore). Nach einem weiteren Jahr bei Hertha – diesmal in der 2. Liga – beendete er seine Karriere. Sziedat betreibt mit seiner Frau zwei Friseursalons in Berlin. (Foto: imago)Michael Sziedat spielte von 1971 bis 1980 für Hertha BSC in der Bundesliga. In 280 Partien erzielte der Abwehrspieler zwölf Tore. 1975 wurde er Vizemeister, 1977 und 1979 stand er mit Hertha im Pokalfinale. Von 1980 bis 1984 war er für Eintracht Frankfurt aktiv und kam auf 99 Einsätze (vier Tore). Nach einem weiteren Jahr bei Hertha – diesmal in der 2. Liga – beendete er seine Karriere. Sziedat betreibt mit seiner Frau zwei Friseursalons in Berlin. (Foto: imago) Inwiefern?
Von Herthas Verfolgern ist keine Mannschaft wirklich konstant. Da schafft es niemand, ein paar Spiele am Stück zu gewinnen. Das ist Herthas große Chance. Selbst wenn sie jetzt mal ein Spiel verlieren, passiert nicht viel, weil man davon ausgehen kann, dass die dahinter auch Punkte lassen.

Also sehen Sie Hertha als Titelkandidat?
Diese Mannschaft kann Meister werden, gar keine Frage. Es wäre auch wunderbar, wenn Sie am Ende Dritter werden, aber jetzt ist das ganz große Ding möglich. Nach meiner Rechnung sind noch sechs Siege nötig.

Das müssen Sie bitte kurz erläutern.
Es sind noch elf Spiele. Gewinnt Hertha sechs und holt ein Unentschieden, reicht das. Dann müssten die anderen Mannschaften acht Siege holen. Dazu fehlt denen die Konstanz. 

Wen sehen Sie als Hauptkonkurrent?
Wolfsburg schätze ich als ganz gefährlich ein. Die haben sich kontinuierlich nach oben gearbeitet.

Und die Bayern?
Da sehe ich zwei Probleme: Zum einen die Abwehr, Martin Demichelis zum Beispiel hätte schon längst mal eine Pause verdient. Zum anderen glaube ich, dass sie das Weiterkommen in der  Champions League viel Kraft kosten wird. Dadurch könnten in der Meisterschaft einige Punkte liegen bleiben. Die spielerisch beste Mannschaft ist für mich ohnehin Bayer Leverkusen… 

…Herthas nächster Gegner am Samstag im Olympiastadion…
Sie spielen den schönsten Fußball, aber sie bringen die Spiele nicht immer nach Hause. Und auch Bayer fehlt es an Konstanz, wie man erst am vergangenen Wochenende gegen den VfL Bochum wieder gesehen hat (Endstand 1:1, d. Red.). Ich glaube, dass Hertha dieser Gegner liegt. In der Rolle als Außenseiter lief es bisher immer gut. 

Hertha ist Tabellenführer. Das klingt nicht nach Außenseiter.
Wie gesagt, spielerisch ist Leverkusen besser. Da kann Hertha aus der sicheren Abwehr spielen, das ist ein entscheidender Vorteil. 

Herr Sziedat, Sie haben 280 Spiele für Hertha gemacht. Pal Dardai steht bei 259. Haben Sie Angst um ihren Rekord?
Ach, überhaupt nicht. Es wird doch mal Zeit, dass mich einer überholt. Wenn es Pal schafft, freue ich mich besonders. Wie oft war er schon abgeschrieben und ist immer wieder zurückgekommen. Wenn er mich überholt, werde ich ihm vor dem Spiel die Blumen überreichen. Ich denke, dass mich auch Arne Friedrich überholen wird (der momentan bei 196 Spielen steht, d. Red.). Aber ich finde es gut, wenn Spieler endlich mal lange bleiben und nicht ständig den Verein wechseln.

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