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Wilhelm Neudecker: Der Rekordpräsident und die bayerische Revolution

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Die bayrische Revolution

19.03.2009, 10:07 Uhr | t-online.de

Von Jörg Hausmann

Wilhelm Neudecker (r.) mit Torwartlegende Sepp Maier. (Foto: imago)Wilhelm Neudecker (r.) mit Torwartlegende Sepp Maier. (Foto: imago) Er holte Franz Beckenbauer und Gerd Müller, baute den modernen FC Bayern München und dessen Vereinsgelände an der Säbener Straße auf, stand dem Klub 17 Jahre vor: bis zum 19. März 1979. Wilhelm Neudecker, Rekordpräsident des Rekordmeisters, kapitulierte vor einer Spielerrevolution. Nur ein Vorhang im bayrischen Schicksalsjahr 1979.

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Weg frei für eine neue Ära

Neudecker, damals 65-jährig und am 24. Dezember 1993 mit 81 Jahren verstorben, legte mit seinem unfreiwillig freiwilligen Rückzug den Grundstein zur noch immer andauernden, zweiten Erfolgsgeschichte des Klubs, den der „Alte vom Tegernsee“ 1965 endlich in die Bundesliga geführt hatte.

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Die Goldenen 70er Jahre

Was diesem Aufstieg aus der damaligen Regionalliga Süd folgte, war eine beispiellose Titelsammlung: ein Mal Weltpokal und je vier Mal Europapokal, Meisterschaft und DFB-Pokal. Bis heute gilt die Mannschaft, die Bauunternehmer Neudecker und der von ihm installierte Manager Robert Schwan in den 70er Jahren zusammengestellt hatten, vielen Bayern-Anhängern als die beste der Klubgeschichte.

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Der Kater nach den Hattricks in Bundesliga und Europapokal

Anno 1979 aber war diese Ausnahmeelf auseinandergebrochen: Beckenbauer im Mai 1977 in die USA verkauft und Müller im Februar 1979 eben dorthin vergrault. Nach einem 0:0 in Braunschweig rangierte der FC Bayern am 17. März auf Rang sieben der Bundesliga. Und das bedeutete bereits eine Verbesserung um fünf Plätze gegenüber der Abschlusstabelle des Vorjahres!

Zwischen 1975 und 1979 keine Meisterschaft

Elf Partien vor Saisonende 1978/79 fehlten satte 15 Punkte auf Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern. In der fünften Saison in Folge zeichnete sich ab, dass die Meisterschale nicht an der Isar landen würde. Unvorstellbar.

Alter Bekannter Breitner als neuer Leitwolf

Und dies trotz der spektakulären Rückkehr Paul Breitners. Den unbequemen, aber bald wieder unverzichtbaren Weltmeister von 1974 hatte Neudecker im Sommer 1978 für – umgerechnet - etwas mehr als eine Million Euro aus seinem Braunschweiger „Exil“ heim geholt. Breitners Ex-Klub – siehe oben - waren die Häuptlinge ausgegangen. Acht Monate später hatte Ehrgeizling Breitner nicht nur den ungarischen Cheftrainer Gyula Lorant, sondern auch Neudecker auf dem Gewissen.

Lorants Bescherung vor der Bescherung

Das peinliche Pokal-Aus gegen Zweitligist Osnabrück (4:5) bestärkte Breitner und die Mehrzahl seiner Mannschaftskameraden am 23. September 1978 in ihrer Geringschätzung gegenüber Lorant. Den erfahrenen Coach kippte jedoch erst das 1:7 in Düsseldorf am 9. Dezember 1978. Der 54er-WM-Final-Veteran war endgültig nicht mehr zu halten.

Kein Schritt nach vorne

Am 12. Dezember 1978 übernahm sein Assistent Pal Csernai die „völlig desolate Mannschaft“, wie Breitner seine neuen Mitstreiter bereits nach der Saisonvorbereitung eingeschätzt hatte. Magere sechs Punkte sammelte die „völlig desolate Mannschaft“ nach Lorants Demission in fünf Partien. Kein Argument für die Spieler, erst recht aber nicht für eine Dauerbeförderung Csernais. 

Reizfigur Merkel

Neudeckers Absicht, die Mannschaft unter das Kommando des harten Hundes Max Merkel zu stellen, brachte den Stein ins Rollen: Den österreichischen Zyniker, der Stadtrivale 1860 und den Nürnberger Club zum Meister gemacht hatte, wollten die Spieler nicht.

Die Charakterfrage von Braunschweig

Doch ihre 0:4-Schande gegen Otto Rehhagels Aufsteiger Bielefeld hatte den ruhigen Csernai am 10. März 1979 an den Rande der Freisetzung gespült. Dem FC Bayern drohte der dritte Cheftrainer binnen drei Monaten. Zwei Punkte aus Braunschweig und Gladbach mussten her – mindestens -, um Neudeckers Alleingang zu verhindern. Die „völlig desolate Mannschaft“ riss sich zusammen, gab buchstäblich alles, um ein 0:0 in Braunschweig zu ergattern.

Neudecker gibt klein bei – und auf

Trotzdem hatte Neudecker Merkel bereits verpflichtet. Kapitän Sepp Maier, der in Braunschweig trotz hohen Fiebers aufgelaufen war, kündigte dem Noch-Präsidenten daraufhin – stellvertretend für seine Mitspieler – die ultimative Machtprobe an. Tenor: Merkel oder wir. Merkel kam nicht, Neudecker ging, Maier blieb. Aber nur noch vier Monate. Bis zu einem tragischen Kapitel im bayrischen Schicksalsjahr 1979…Fortsetzung folgt

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