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Rund um den Rennzirkus  

FIA weist Protest gegen Diffusoren zurück

26.03.2009, 15:23 Uhr | dpa

Das umstrittene Heck eines Brawn-Rennwagens. (Foto: imago) Das umstrittene Heck eines Brawn-Rennwagens. (Foto: imago) Erster Sieg schon vor der ersten Runde: In der Aerodynamik-Auseinandersetzung haben Brawn GP, Williams und Toyota noch vor dem Auftakt der 60. Formel-1-Saison in Australien einen wichtigen Erfolg gegen die Konkurrenz eingefahren. Ihr Ziel haben sie aber noch nicht erreicht. Drei Tage vor dem Großen Preis in Down Under am Sonntag (ab 7.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) in Melbourne wiesen die drei Rennkommissare zwar Proteste von Ferrari, Renault und Red Bull gegen die Diffusoren an den Wagen von Brawn GP, Williams und Toyota zurück.

Die Unterlegenen erklärten aber sofort ihre Absicht, Einspruch beim Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA einzulegen.

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Red Bull Protest gegen andere Teams eingelegt

Berufungsrichter müssen entscheiden

Auch BMW-Sauber hatte Protest angemeldet, der aber wegen eines Formfehlers nicht angenommen worden war. Die Berufungsrichter werden wohl erst nach dem Grand Prix in Australien und dem Rennen eine Woche später in Malaysia entscheiden. Unklar ist, ob bei einem Erfolg der Berufung die Ergebnisse der ersten beiden Saisonläufe dennoch gültig bleiben oder Brawn GP, Williams und Toyota nachträglich disqualifiziert werden müssen.

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Trio im Vorteil

An den Start rollen dürfen Brawn GP, Williams und Toyota mit ihren kritisierten Konstruktionen beim Großen Preis von Australien auf jeden Fall. Der Diffusor ist ein wichtiges aerodynamisches Teil am hinteren Ende des Unterbodens. Das Trio hat andere Lösungen gefunden als die übrigen Teams.

Mercedes hält sich zurück

Für den Laien bleibt der Streit um den Diffusor diffus. "Wir interpretieren die Regeln anders und sehen den Spielraum, den die drei Teams nutzen, nicht", hatte BMW-Motorsportdirektor Theissen den am Ende nicht angenommenen Protest seines Teams begründet. McLaren- Mercedes hatte sich dem Protest nicht angeschlossen, Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug betonte aber: "Das muss eindeutig geregelt sein."

Bis zu 0,5 Sekunden pro Runde schneller

FIA-Renndirektor Charlie Whiting hatte die Konstruktionen der drei Teams schon vor Wochen für legal erklärt. Die Autos sollen durch die Innovationen bis zu 0,5 Sekunden pro Runde schneller sein. Die Konkurrenz fürchtet, vor allem durch Brawn GP abgehängt zu werden. Der lange vom Aus bedrohte Honda-Nachfolge-Rennstall war schon bei den Tests im März den Rivalen davongefahren.

Clevere Lösung für jedes Team

Die Protestler sehen als Hauptgrund die besondere Konstruktion der Diffusoren der Konkurrenten. Die Beklagten sehen sich jedoch auf der sicheren Seite. "Wer die Regeln aufmerksam gelesen hat, für den lag es auf der Hand", meinte Teamchef Ross Brawn. "Es ist eine clevere Lösung, aber die hätte jeder haben können." Sein Team, Williams und Toyota bauten eine zweite, kürzere Platte über den eigentlichen Diffusor, eine Art Doppel-Diffusor.

Höherer Abtrieb

Die Kritiker vermuten, dass durch Löcher im Unterboden die Luft in den oberen der beiden Diffusoren einströmt und damit den Abtrieb, der wichtig ist für die Lage des Autos auf der Straße, erhöht wird. Genaues wissen die Kläger aber auch nicht, da sie die Autos der Konkurrenz nicht zu sehen bekommen, sondern nur die FIA-Offiziellen.

Teurer Entwicklungs-Wettlauf droht

"Wenn das für legal erklärt wird, öffnet das einen weit größeren Spielraum als er bisher von den drei Teams genutzt wurde", erklärte Theissen. Er fürchtet den Start zu einem aufwendigen und teueren Entwicklungs-Wettlauf der Teams, vor allem an den wichtigen Unterböden der Boliden: "Das wäre wirklich das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen, nämlich einengen."

Verantwortung beim Verband

Die Verantwortung für die undurchsichtige Lage schiebt Theissen den unklaren Aussagen der FIA zu. "Genau das ist das Problem. Deswegen braucht man jetzt die Klärung." Es werde immer Grauzonen in einem Reglement geben, "die man so und so interpretieren kann. Und für solche Grauzonen brauchen wir jetzt so ein Protestverfahren mit der Entscheidung der FIA."

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