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Großer Preis von Australien: Doppelsieg fürs Brawn-Team

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Das Rennen in Melbourne  

Verrückter Saisonauftakt: Doppelsieg fürs Brawn-Team

29.03.2009, 09:30 Uhr | Norman Gosch, t-online.de

Champagnerdusche auf dem Podium: Button (re.) und Barrichello (Foto: xpb.cc)Champagnerdusche auf dem Podium: Button (re.) und Barrichello (Foto: xpb.cc) Doppel-Sieg für Neuling Brawn GP, Doppel-Null für Ferrari, jede Menge Kleinholz und eine unglaubliche Aufholjagd des Weltmeisters: Das Auftaktrennen zur Formel-1-Saison 2009 geizte nicht mit Highlights. Am Ende des Großen Preises von Australien strahlte Jenson Button neben seinem Teamkollegen Rubens Barrichello vom Podium, Lewis Hamilton wurde nach nach einer Strafversetzung Jarno Trullis Dritter.

Sebastian Vettel lag lange auf dem zweiten Platz, ehe ein von ihm verursachter Crash ihn aus allen Träumen holte.

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Aktuelle News Nachrichten rund um die Formel 1

Strafe gegen Trulli bringt Hamilton auf Rang drei

Der Rennausgang wurde überschattet von gleich zwei Untersuchungen durch die Rennkommissare. Fall 1: Jarno Trulli (Toyota) war in der Safety-Car-Phase kurz vor Rennende verbotenerweise an Lewis Hamilton vorbeigegangen. Dafür erhielt der Italiener eine 25-Sekunden-Zeitstrafe und fiel dadurch auf Platz 12 zurück. Eine bittere Pille für Trulli, der sich zuvor von Platz 20 bis aufs Podium vorkämpfte.

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Ergebnis nur vorläufig

Von Trullis Zeitstrafe profitierte neben Lewis Hamilton, der dadurch einen Platz auf dem Podium einnahm, auch Timo Glock. Der zweite Toyota-Pilot rückte auf Platz vier vor. Nico Rosberg im Williams-Toyota wurde nachträglich Sechster. Dennoch, auch dieses Ergebnis ist nur vorläufig. Nach dem von der FIA abgewiesenen Protest von Ferrari, Red Bull und Renault gegen den von Brawn, Williams und Toyota eingesetzten Diffusor gingen die drei Teams in Berufung. Die Verhandlung findet am 14. April statt, also erst nach dem Rennen in Malaysia. Dann hat man erst Gewissheit, ob das Ergebnis in seiner jetzigen Form bestehen bleibt.

Diffusor-Streit Ferrari, Renault und Red Bull gehen in Berufung

Unfall zwischen Vettel und Kubica

Bei der zweiten Untersuchung ging es um den Unfall von Sebastian Vettel. Der Deutsche lag wenige Runden vor Ende des Rennens in aussichtsreicher Position, Platz zwei hatte er sich erkämpft und bis dato erfolgreich verteidigt. Doch die weichere Reifenmischung machte Vettel Probleme, er verlor zunehmend an Speed. Robert Kubica attackierte, zog vorbei - und es krachte. Vettel blieb beim Überholmanöver des Polen mit seinem linken Vorderrad am Hinterrad des BMW hängen.

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50.000 Dollar und zehn Startplätze zurück

Bei beiden Boliden waren die Frontflügel dermaßen beschädigt, dass sie danach kaum mehr zu kontrollieren waren - und auch prompt von der Strecke flogen. Kubica blieb liegen, Vettel versuchte sich mit gebrochener Aufhängung noch in die Box zu retten. "Ich bin ein Idiot. Es tut mir so leid, es tut mir so leid", entschuldigte sich Vettel per Boxenfunk bei seinem Team. Die Entschuldigung brachte ihm aber nichts mehr, die Rennkommissare belegten ihn mit einer Strafe von 50.000 Dollar. Zusätzlich wird Vettel beim Rennen in Malaysia automatisch zehn Startplätze zurückversetzt.

Button in Ferrari-Manier zum Sieg

Jenson Buttons Start-Ziel-Sieg im erinnerte unterdessen ein wenig an die dominanten Jahre von Ferrari. Ohne, dass es im Rennen auch nur einmal einem Konkurrent möglich gewesen wäre, dem Briten Einhalt zu gebieten, flog Button allen davon. "Ross, Du bist eine Legende", jubelte Button nach Rennende per Boxenfunk seinem Teamchef zu.

Ein Schubser und zerbrochene Frontflügel

Crash kurz nach dem Start in Melbourne (Foto: Reuters)Crash kurz nach dem Start in Melbourne (Foto: Reuters) Es war ein packendes Rennen in Down Under. Schon der Start hatte es in sich: Während sich Pole-Setter Button blitzartig vom Feld absetzte, blieb sein Teamkollege Rubens Barrichello beinahe stehen. Felipe Massa im Ferrari nutzte die Verwirrung, um sich einige Plätze nach vorne zu wursteln. Barrichello versuchte natürlich, seinen Fehler wettzumachen. Doch mit jeder Menge Wut im Bauch raste der Brasilianer ausgangs der Start- und Zielgeraden Mark Webber in die Seite, der wiederum in den Boliden von Nick Heidfeld gedrängt wurde.

Rosberg macht gehörigen Druck auf Räikkönen

Das Aus für Kovalainen: Bruch der Radaufhängung (Foto: Reuters)Das Aus für Kovalainen: Bruch der Radaufhängung (Foto: Reuters) Frontflügel zerbrachen, Heikki Kovalainens Silberpfeil kosteten die herumfliegenden Teile die Radaufhängung. Damit war der erste McLaren schon aus dem Rennen, bevor es richtig losging. Sebastian Vettel konnte seine Position hinter dem Führenden unterdessen behaupten. Nach sieben Runden sah sich Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari von Nico Rosberg (Williams F1 Team) gehörig unter Druck gesetzt. Rosberg hatte mit Bestzeiten in den drei freien Trainings bereits die Kraft seines Boliden unter Beweis gestellt.

Ferrari verzockt sich mit den weichen Reifen

Drei Umrundungen später konnte Rosberg seinen Geschwindigkeitsvorteil, resultierend aus dem umstrittenen Diffusor, den Finnen vor ihm auf der Start- und Zielgeraden kassieren. Und Räikkönen musste auch noch Barrichello vorbeilassen, fuhr danach sofort in die Box. Die weichere der beiden Reifenmischungen schien bei Ferrari nicht zu funktionieren, denn auch Massa hatte plötzlich Probleme und reagierte mit einem verfrühten Boxenstopp.

Klemmende Radmutter und erste Safety-Car-Phase

Rosbergs tolle Leistung auf der Strecke wurde in der Box zunichte gemacht. Eine Radmutter schien zu klemmen, sodass der erste Reifenwechsel rund 20 Sekunden dauerte - und den Deutschen weit zurückfallen ließ. Nach 29 Runden gab es dann die erste Safety-Car-Phase der neuen Saison. Kazuki Nakajima war auf einem Randstein ins Rutschen geraten und krachte an einer für Bergungsarbeiten ungünstigen Stelle in eine Begrenzungsmauer.

Herber Rückschlag für beide Ferrari-Piloten

Wie schon der Start gab es auch beim Restart einen Aufreger. Button und Vettel zogen an der Spitze davon, gefolgt von Massa. Wenige Plätze dahinter krachte es. Bei einem Zweikampf zwischen Rosberg und Nelson Piquet, Jr. verriss der Brasilianer das Steuer und flog von der Strecke - und das ganz ohne Berührung. Zwölf Runden vor Ende des Rennens kam es für die Roten ganz dicke. Erst drehte sich Räikkönen auf der Strecke, berührte leicht seitlich die Begrenzungsmauer. Dann schlich Massa auf der Piste herum, rollte an die Box - das Aus für den Vizeweltmeister.

Hamilton fährt fast unbemerkt in die Punkteränge

Fast unbemerkt schluckte Hamilton derweil Platz um Platz. Mit einer nahezu fehlerfreien Fahrt - und natürlich dem Glück des Tüchtigen mit all den Aus- und Unfällen vor ihm - fand sich der Brite wenige Runden vor Schluss auf Platz sechs wieder, am Ende war er gar Dritter. Fünf Punkte für den Weltmeister, der von Platz 18 aus ins Rennen ging, damit hatte niemand gerechnet.

Die Ergebnisse des Rennwochenendes von Melbourne

Erstes freies Training Rosberg lässt die Konkurrenz alt aussehen
Zweites freies Training Rosberg erneut nicht zu schlagen
Drittes freies Training Rosberg, immer wieder Rosberg
Qualifying Brawn-Duo stellt die Formel 1 auf den Kopf
Rennen Button und Barrichello holen Doppelsieg

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