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Dunkelmänner, Quietsche-Enten und Regentänzer

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Kolumne zum GP von Malaysia  

Dunkelmänner, Quietsche-Enten und Regentänzer

06.04.2009, 09:19 Uhr | t-online.de

Aus Malaysia berichtet Elmar Brümmer

Regenpause - Heidfeld (re.) und Hamilton stellen ihre Dienstwagen ab (Foto: AP)Regenpause - Heidfeld (re.) und Hamilton stellen ihre Dienstwagen ab (Foto: AP) Erinnern Sie sich noch an Markus Winkelhock? Nürburgring 2007, der Aushilfspilot aus der schwäbischen Rennfahrerdynastie führte in seinem einzigen Formel-1-Rennen gleich den Großen Preis von Europa an – der kurz darauf wegen eines Wolkenbruchs mit der roten Flagge abgebrochen wurde. Im extremen Aquaplaning klar zu kommen, scheint zu den deutschen Rennfahrertugenden zu gehören.

Beim Sauna-Grand-Prix in Malaysia schrammten Nick Heidfeld und Timo Glock nur knapp am Sieg vorbei, als der zweite WM-Lauf der Saison in der 33. Runde abgebrochen werden musste. Aus dem Grauschleier der Regenwald-Dusche trat erneut Jenson Button als Sieger hervor, zum zweiten Mal in einer Woche beendete der Brite das Rennen hinter dem Safety-Car.

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Rennbericht Button gewinnt Chaos-GP von Malaysia

Extra-Punkt wäre angebracht gewesen

Für die ersten Acht gab es nur halbe WM-Punkte, weil es das Reglement bei deutlich verkürzten Distanzen so will. Das ist höchst ungerecht: Alle Freischwimmer von Sepang hätten einen Extra-Punkt verdient. Allein dafür, dass sie wie nasse Häufchen Elends in ihren Renn-Cabrios ausgeharrt haben.

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Vettel holt Quietsche-Ente hervor

Ein halber Grand Prix, aber das volle Vergnügen – zumindest für alle, die vor dem Fernseher im Trockenen saßen, als der Monsun losbrach und die Reifenlotterie eröffnet wurde. Sieger Button fand die Vorstellung im Feuchtgebiet aus verständlichen Gründen "sehr unterhaltsam“. Was die Show angeht, hat er damit natürlich Recht. Nach der Regel- und Protestflut der ersten Formel-1-Woche war es ganz angenehm, mal ein Chaos auf der Strecke zu erleben – ohne, dass irgendwem was passierte. "Wir hätten das Ganze eigentlich als Bootrennen organisieren können“, unkte der Franzose Sebastien Bourdais. Und Sebastian Vettels Red-Bull-Rennstall verzierte seine Presseerklärung mit einer Quietsche-Ente...

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"Falls uns jemand hört, es ist viel zu dunkel"

Am Ende war es nach 45 Minuten Bedenkzeit aber nicht nur dass Wasser auf der Piste, dass eine Fortsetzung des Rennens verhinderte. Offenbar war Toyota-Pilot Jarno Trulli erhört worden, der verzweifelt über den Boxenfunk klagte: „Falls uns irgendjemand hört, es ist viel zu dunkel zu fahren.“ Die Gewitterwolken hatten zusammen mit der einbrechenden Dämmerung den Himmel in ein gefährlich aussehendes, schmutziges Dunkelgrau gefärbt. Die Piloten wurden zu Dunkelmännern, die Formel 1 hat sich nass gemacht.

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Quote statt Vernunft

Überraschend kam das für niemand, der die Wetterberichte Malaysias für den April und die Sonnenuntergangszeit kennt. Trotzdem wurde im Dezember der Rennstart um zwei Stunden nach hinten verschoben. 120 Minuten, die die Formel-1-Dans in Europa länger schlummern können am Sonntagmorgen. Für die Quote wurde ein Stück Vernunft geopfert. Der Automobilweltverband FIA und Vermarkter Bernie Ecclestone haben nicht zum ersten Mal Kalender-Kapriolen betrieben.

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Ecclestone gelobt Besserung

Man erinnere sich an jahreszeitlich zu früh terminierte WM-Läufe in Silverstone oder auf dem Nürburgring, die von Schlammschlachten auf den Parkplätzen oder Schneeeinbruch geprägt waren. Ehrengast Ecclestone, der den Vertrag mit den Veranstalter in Malaysia gerade bis 2015 verlängert hatte, gelobte noch während des ins Wasser gefallenen Rennens Besserung. Letztmals war 1991 ein Grand Prix wegen Regens komplett abgebrochen worden.

Sicherheit hat erste Priorität

Schon in der letzten Woche in Australien, als der Grand Prix in Melbourne ebenfalls zur Dämmerstunde gestartet wurde, hatten sich die Piloten über die Rahmenbedingungen beklagt. In der tiefstehenden Sonne konnte Sebastian Vettel weder die Randsteine noch die Ideallinie erkennen. Und das in einer Sportart, die sonst nichts dem Zufall überlässt, bei der Streckenarchitekt Hermann Tilke die Lage der Startgeraden anhand des Sonnenstandes von 14 Uhr festlegt. "Die Sicherheit der Piloten hat erste Priorität“, sagt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, der zu den mahnenden Warnern in Malaysia gehörte, obwohl gerade sein Team von den Kapriolen am Ende maßgeblich profitierte.

Ergebnis Rennen Button siegt vor Heidfeld und Glock
Ergebnis Qualifying Button holt zweite Pole Position
Ergebnis 3. freies Training Rosberg wieder Spitze
Ergebnis 2. freies Training Ferrari meldet sich zurück
Ergebnis 1. freies Training Williams-Duo vor Brawn GP

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