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Edel-Fans machen gegen Trainer Funkel mobil

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Eintracht Frankfurt  

Edel-Fans machen gegen Trainer Funkel mobil

07.04.2009, 18:30 Uhr | sid

Friedhelm Funkel muss sich seit Jahren gegen Kritiker in Frankfurt wehren. (Foto: imago)Friedhelm Funkel muss sich seit Jahren gegen Kritiker in Frankfurt wehren. (Foto: imago) Der 2:1-Erfolg gegen Energie Cottbus war für Bundesligist Eintracht Frankfurt ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt. Dennoch geben die VIPs der Hessen keine Ruhe und machen weiter gegen Trainer Friedhelm Funkel mobil. So wurden am Rande des Cottbus-Spiels in den VIP-Räumen des Stadions sogenannte "Anti-Funkel-Buttons" verteilt. Auf den Ansteckern ist ein Luftballon zu sehen, das Gesicht Funkels und eine eindeutige Aufschrift: "Die Luft ist raus! FF. Es reicht!!!".

Damit haben die Respektlosigkeiten gegen den seit Monaten vor allem bei den gutbetuchten Fans der Eintracht umstrittenen Trainer eine neue Qualität erreicht. Allerdings blieb die Fahndung der Frankfurter nach den Übeltätern bislang erfolglos.

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Bruchhagen von der Presse informiert

"Ich habe noch keinen dieser Buttons gesehen. Und auch alle anderen, mit denen ich nach dem Spiel gesprochen habe, haben davon nichts mitbekommen", sagte der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Wind bekam Bruchhagen von der Sache nur deshalb, weil er seit Tagen von Medienvertretern, denen die besagten Buttons in die Hände gefallen waren, auf den Vorfall angesprochen wird. "Nur, was soll man dagegen konkret tun? Solche Sachen gibt es im Fußball immer wieder und überall - das macht sie aber nicht besser", sagte der zuletzt auch von Schalke 04 umworbene Vorstandschef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)".

Kein Verständnis für die Kritik

Der 60-Jährige hatte gehofft, mit der Vertragsverlängerung von Funkel bis 2010 und Siegen gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt die Trainer-Diskussion in Frankfurt vorerst zu beenden. Doch Funkel ist bei einem Teil der Fans unten durch, wofür Bruchhagen kein Verständnis hat. Der Eintracht-Vorstandsboss regt sich derzeit vor allem darüber auf, "dass gerade die, die besonders gegen den Trainer austeilen, am meisten betroffen sind, wenn sich Friedhelm Funkel dagegen wehrt."

Nicht allzu hoch hängen

Bruchhagen riet dem in dieser Sache schweigenden Funkel, die Buttons nicht über zu bewerten und mit "Business as usual" darauf zu reagieren. Schließlich haben die Launen der Frankfurter Fans in der Vergangenheit schon zu der ein oder anderen Fehlentscheidung der Eintracht-Bosse geführt. "Denn wenn ich daran erinnern darf, galt Felix Magath vor wenigen Jahren nach seinem Abgang aus Frankfurt als Trainer, der menschliche Schwächen haben soll, kein Team führen kann und angeblich falsch trainieren lässt. Was davon zu halten ist, sehen wir jetzt, da er mit Wolfsburg ganz oben steht und mit den Bayern und Stuttgart Titel geholt hat", sagte Bruchhagen und fügte hinzu: "Deshalb versuche ich immer zu relativieren, wo es geht."

Zuschauer lechzen nach Zauberfußball

Den Vorstandschef des Bundesliga-Mittelklasse-Klubs nervt die übertriebene Erwartungshaltung in Frankfurt zunehmend. Dass trotz 16 schwerer Verletzungen in der laufenden Saison der Klassenerhalt in Sichtweite ist, wird Funkel laut Bruchhagen zu wenig angerechnet. Vielmehr fordern die Anhänger trotz der Personalmisere Zauberfußball und ein attraktives Offensivspiel des deutschen Meisters von 1959. Vor allem diejenigen, die auf den teuren Plätzen sitzen. "Die glauben, sie haben wegen ihres Geldes das Recht, mich zu beleidigen", hatte der 55-Jährige bereits im vergangenen Oktober mit Blick auf die "Funkel-raus"-Rufe auf der Haupttribüne moniert. Dass die Zahl der Nörgler, die Funkels Arbeit trotz einiger Erfolge bei der Eintracht seit fünf Jahren kritisch betrachten, weniger wird, ist in Frankfurt jedoch nicht zu erwarten.

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