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Formel 1: Streit um den Doppel-Diffusor hält an

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Streit um den Doppel-Diffusor  

Brawn und Co. sehen sich weiter im Recht

09.04.2009, 18:09 Uhr | sid

Die beiden eingekreisten Bleche (hier bei einem Williams) bilden den Doppel-Diffusor. (Foto: imago)Die beiden eingekreisten Bleche (hier bei einem Williams) bilden den Doppel-Diffusor. (Foto: imago) Im Streit um den Einsatz der Doppel-Diffusoren gehen die Formel-1-Teams Brawn GP, Toyota und Williams optimistisch in die Verhandlung vor dem Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA in Paris. "Wir haben die Regeln genau studiert", sagte Teamdirektor John Howett von Timo Glocks Toyota-Rennstall. "Uns war bewusst, dass bei so signifikanten Regeländerungen das Risiko besteht, dass andere das Reglement nicht so lesen wie wir und dann unglücklich sein könnten."

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Brawn will auf Interpretationsspielraum hingewiesen haben

Auch Ross Brawn ist sich keines Fehlverhaltens bewusst. Er habe sogar vor längerer Zeit die anderen Teams auf möglichen Interpretationsspielraum im Bereich des Diffusors hingewiesen und eine Konkretisierung der Regel vorgeschlagen habe. "Das wurde abgelehnt", sagte der Brite.

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Vier Teams protestieren

Nun müssen die Regelwächter der FIA über die Legalität der umstrittenen Doppel-Diffusoren entscheiden. Ferrari, Renault, Red Bull und BMW-Sauber hatten für die Rennen in Australien und Malaysia Protest eingelegt, weil sie den Geist des Reglements verletzt sahen. In erster Instanz waren sie mit ihren Einsprüchen gescheitert.

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Theissen fordert Klarheit

"Auch in Malaysia war die Dominanz der Teams mit dem zweistufigen Diffusor unübersehbar", erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, dessen Team sich in Kuala Lumpur den drei anderen Protestlern angeschlossen hatte. Er forderte die FIA auf "Klarheit zu schaffen, damit es keine unterschiedlichen Interpretationen der Regeln mehr geben kann". Die momentane Situation sei nicht gut für die Formel 1. "Sport ist nur dann interessant, wenn alle nach einheitlichen Regeln antreten", sagte Theissen. Er vergleicht die Angelegenheit mit einem "100-Meter-Lauf, bei dem einige Läufer zehn Meter weiter vorne starten". Mercedes-Sportchef Norbert Haug spricht in Bezug auf die Diffusoren von einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft".

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Die Zeit drängt

Bereits vor der Entscheidung der FIA-Richter haben die anderen Teams allerdings schon mit der Entwicklung eigener Doppel-Diffusoren begonnen. "Denn das geht nicht auf einen Schlag", erklärt Theissen. Haug sieht das ähnlich. "Natürlich muss man sich darauf vorbereiten, wenn diese Regelauslegung legal wird. Ich bin sicher, dass alle Teams das schon untersuchen", sagte der Schwabe.

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Alsonso befürchtet WM-Vorentscheidung

Doch die Zeit für die anderen Teams wird knapp. "Man muss den Wagen komplett umkrempeln, das kann einige Monate dauern. Deshalb könnte sich die WM mehr oder weniger schon am 14. April entscheiden", erklärte Ex-Weltmeister Fernando Alonso. Sein Renault-Team klagt wie auch die anderen Mannschaften, dass eine Nachentwicklung viel Geld kosten würde. Das angestrebte Ziel, Kosten zu sparen, würde die Formel 1 so nie erreichen.

Danner glaubt nicht an Erfolg des Protests

Große Hoffnung für die bisher unterlegenen Teams gibt es allerdings nicht. Der frühere Formel-1-Pilot und heutige RTL-Experte Christian Danner geht davon aus, dass die FIA den Diffusor nicht verbieten wird. "Diese Teile sind von den Spezialisten der FIA geprüft und für in Ordnung befunden worden. Und normalerweise werden solche Beschlüsse nur bei einer neuen Beweislage geändert. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es neue Beweise gibt", sagte Danner.

Verbot, aber keine Strafe möglich

Sollte die FIA die Diffusoren dennoch verbieten, würde das aber nicht automatisch bedeuten, dass die Fahrer rückwirkend disqualifiziert werden. Die Ergebnisse der ersten beiden Rennen könnten wie 2006 beim Fall des Renault-Schwingungsdämpfers unangefochten bleiben. Das Bauteil wurde damals von den Rennkommissaren als legal bestätigt, doch das Berufungsgericht revidierte das Urteil. Renault wurden allerdings keine Punkte aberkannt, die Schwingungstilger mussten lediglich für die weiteren Rennen ausgebaut werden.

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