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TSG 1899 Hoffenheim: Ralf Rangnick kritisiert sein Team

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TSG 1899 Hoffenheim  

Rangnick greift abgestürzte Himmelsstürmer an

14.04.2009, 17:23 Uhr | sid, t-online.de

Hoffenheims Coach Ralf Rangnick (Foto: dpa)Hoffenheims Coach Ralf Rangnick (Foto: dpa) Nach dem historischen Absturz vom Titelkandidaten zum schlechtesten Bundesliga-Herbstmeister aller Zeiten liegen bei 1899 Hoffenheim die Nerven blank: Am Ende der aktuellen Ursachenforschung für die Talfahrt mit zuletzt neun Spielen ohne Sieg sorgen bei den Kraichgauern interne Schuldzuweisungen für eklatante atmosphärische Störungen.

Besonders Trainer Ralf Rangnick geht mit seinen einstigen Himmelsstürmern hart ins Gericht und hat als großes Übel fehlenden Teamgeist und puren Egoismus ausgemacht. "Die absolute Bereitschaft, dem anderen zu helfen, ist uns abhanden gekommen. Uns fehlt das bedingungslose Miteinander. So viele Diskussionen wie Samstag und so viele Gesten, dass man mit Zuspielen nicht einverstanden ist, habe ich von meinem Team noch nie gesehen", klagte Rangnick im "kicker" und will das Verletzungspech nicht mehr als alleinige Entschuldigung für die Misere gelten lassen.

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Eduardo lange gesperrt

Die jüngste Heimpleite gegen den VfL Bochum (0:3) mit all ihren Facetten hat auch den ansonsten eher verständnisvollen Dietmar Hopp auf den Plan gerufen. Ungewohnt scharf kritisierte der Mäzen Rotsünder Carlos Eduardo, der vom DFB-Sportgericht für fünf Spiele gesperrt wurde und 1899 somit nur noch in den letzten beiden Saisonspielen zur Verfügung steht.

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Hopp: "Er schadet dem Verein"

"Meine Enttäuschung über ihn war sehr groß, weil ich wenig Verständnis habe, wenn jemand innerhalb von einem Jahr dreimal vom Platz fliegt", sagte Hopp der "Bild"-Zeitung. "Ich hoffe, dass Carlos endlich erwachsen wird. Schließlich schadet er dem Verein, der Mannschaft und seiner Entwicklung." Der Brasilianer war wegen einer Tätlichkeit des Platzes verwiesen worden (60.).

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Hoffenheimer Tormaschine hat Ladehemmungen

Dass die Hoffenheimer Traumwelt längst keine mehr ist, beweist auch die vernichtende Bestandsaufnahme von Kapitän Selim Teber. "Vielleicht denken einige, dass sie schon Superstars sind. Momentan will jeder für sich alleine glänzen. Jetzt wird es Zeit aufzuwachen", warnte Teber, der den Klub verlassen wird. In vier der letzten sechs Partien blieb die Tormaschine der Vorrunde sogar ohne eigenen Treffer.

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Hopp relativiert das Saisonziel

Bezeichnend für die bisher so schwache zweite Halbserie des Tabellen-Sechsten aus Hoffenheim (neun Punkte aus zehn Spielen), dass das Derby am Samstag bei Schlusslicht Karlsruher SC gleichzeitig das direkte Duell der beiden schlechtesten Rückrunden-Teams ist. Noch niemals zuvor hatte ein Herbstmeister nach dem 27. Spieltag nicht mehr unter den Top Fünf gestanden. Vielleicht auch ein Grund, warum Hopp die Zielsetzung bereits relativierte: "Ich bin mit einem einstelligen Platz zufrieden. Auch wenn es der neunte ist." Rangnick hingegen will weiterhin einen UEFA-Cup-Platz erreichen.

Platzverweise bringen den Mäzen auf die Palme

Hopp stärkte derweil dem Coach den Rücken: "Ich halte Herrn Rangnick für einen sehr, sehr fähigen Trainer." Nach Meinung von Hopp ("Ich empfinde das nicht als Absturz") hat das Ansehen des Aufsteigers nicht unter der Doping-Affäre oder der schwachen Rückrunden-Ausbeute gelitten. "Das Sportliche hat mit dem Image nichts zu tun, die Doping-Affäre muss man auch etwas ausklammern, für die konnten wir nichts", erklärte Hopp, merkte aber kritisch an: "Das mit den Platzverweisen ist dagegen sehr ärgerlich."

Besonderes Flair ist verflogen

Auch Rangnick kann nicht verhehlen, dass seiner Elf der besondere Flair der Hinserie abhanden gekommen ist. "Von außen betrachtet spielen wir zur Zeit nur noch wie ein normaler Bundesligist", gibt der 50-Jährige unumwunden zu.

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