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VfB Stuttgart: Christian Träsch ist noch nicht "in der Liga angekommen"

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VfB Stuttgart  

"Bin noch nicht richtig in der Liga angekommen"

16.04.2009, 16:20 Uhr | t-online.de

Das Interview führte Johann Schicklinski

Christian Träsch vom VfB Stuttgart (Foto: imago)Christian Träsch vom VfB Stuttgart (Foto: imago) Der VfB Stuttgart befindet sich unter Trainer Markus Babbel mit 30 Punkten aus 13 Bundesligaspielen im Höhenflug. Einen wesentlichen Anteil daran trägt auch Außenverteidiger Christian Träsch, der sich bei den Schwaben zuletzt in den Vordergrund spielen konnte.

Der 21-Jährige tritt damit beim VfB in die Fußstapfen prominenter Vorgänger wie Andreas Hinkel oder Andreas Beck. Seine Formkurve zeigt dabei steil nach oben, zuletzt war er gegen den Hamburger SV stärkster Akteur der Schwaben. Sein Torhüter Jens Lehmann sieht in Träsch sogar einen "potenziellen Nationalspieler". Im Interview mit t-online.de spricht der Defensivspieler über seinen Höhenflug mit dem VfB, seine Ziele in der Bundesliga und warum die Nationalelf noch kein Thema ist.

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Nationalmannschaft noch kein Thema

t-online.de: Herr Träsch, Sie sind von den mehr als 15.000 Abstimmenden bei der t-online.de-Wahl zum „Talent des Monats März“ gewählt worden. Sie treten damit in die Fußstapfen von Vorgängern wie Mesut Özil oder Andreas Beck, die mittlerweile Nationalspieler sind oder zumindest im DFB-Team gehandelt werden. Träumen Sie von einem ähnlichen Werdegang?

Christian Träsch: Das ist für mich im Moment überhaupt kein Thema. Ich bin ja gerade erst dabei, mich beim VfB zu etablieren. Ich will hier im Verein im Training meine Leistung zeigen und mich für die erste Elf anbieten. Mein Ziel ist es, möglichst viele Spiele zu bestreiten und am Ende der Saison mit dem VfB auf einem der vorderen Plätze zu stehen.

Sie sind 21 Jahre alt und damit für die U-21-Nationalmannschaft spielberechtigt. Gab es schon einen Anruf von Trainer Horst Hrubesch? Wäre die U-21-EM in Schweden, die im Sommer in Schweden stattfindet, ein Ziel für Sie?

Aus meiner Sicht nicht. Es gab keinen Anruf, noch keine Kontaktaufnahme. Die U 21 ist daher kein Thema, ich konzentriere mich auf den VfB.

Sie wechselten im Sommer 2007 im Alter von 19 Jahren von der zweiten Mannschaft des TSV 1860 München zum damaligen deutschen Meister VfB Stuttgart? Mit welchen Zielen kamen Sie beim VfB an?

Die Bundesliga war noch weit weg. Mein Ziel war es, mich erst einmal in der zweiten Mannschaft zu etablieren. Das war schwer genug, denn der VfB Stuttgart II hat ein sehr hohes Niveau, ein höheres als ich es von 1860 her gewohnt war. Das zeigt sich auch daran, dass wir am Ende der Saison hinter den zwei Aufsteigern Frankfurt und Ingolstadt den dritten Platz in der Tabelle belegt haben.

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Debüt auf Schalke

Zum Rückrundenauftakt der Saison 2007/2008 schlug dann ihre Stunde. Sie gaben ihr Bundesliga-Debüt auf Schalke.  Wie fühlten Sie sich, als Ihnen der damalige Trainer Armin Veh mitteilte, dass Sie in der Anfangsformation stehen?

Mir ist schon erst einmal das Herz in die Hose gerutscht und ich war sehr aufgeregt. Das hat sich aber gelegt, sobald das Spiel los ging. Von da an habe ich mich dann auf das Spiel konzentriert und versucht, meine Leistung zu bringen.

Ihnen wurde eine ansprechende Leistung attestiert, trotz einer 1:4-Niederlage. Danach mussten Sie wieder auf die Bank oder spielten im zweiten Team. Sie kamen in der weiteren Saison keine einzige Minute mehr in der Bundesliga zum Einsatz. Hat Ihnen Veh seine Beweggründe genannt?

Das musste er nicht. Ich hatte ja auf Schalke für den fehlenden Ricardo Osorio gespielt, der danach wieder zurückkehrte. Ricardo verfügt über eine riesige internationale Erfahrung, er ist mexikanischer Nationalspieler. Von ihm kann ich als junger Spieler nur lernen. Damals war ich noch nicht so weit, wie ich heute bin, und so versuchte ich im Training zu lernen und in der zweiten Mannschaft Spielpraxis zu sammeln.

So richtig ging ihr Stern in der Bundesliga dann in dieser Saison auf. Mit Ihrem allerersten Torschuss in der höchsten Spielklasse gelang Ihnen ein Traumtor gegen Werder Bremen, im gleichen Spiel bereiteten Sie einen Treffer vor. Wussten Sie danach, dass Sie in der Bundesliga angekommen sind?

Ich habe noch nicht das Gefühl, richtig in der Bundesliga angekommen zu sein. Angekommen, das ist für mich einer, der 100 Spiele oder mehr auf dem Buckel hat. Ich habe 13 und bin gerade erst dabei mich zu etablieren. Aber es war natürlich ein schöner Moment, ein Tor zu schießen, eines vorzubereiten und mit 4:1 gegen Werder Bremen zu gewinnen.

Danach saßen sie zeitweilig wieder auf der Bank. Waren Sie zu der Zeit gefrustet?

Nicht wirklich, die beiden folgenden Spiele in Berlin und im UEFA Cup in Sevilla durfte ich ja auch ran. Aber danach hat sich auch unsere Personalsituation entspannt, verletzte Spieler kamen zurück. Der Trainer hatte Alternativen, so dass man halt auch einmal draußen sitzt. Schließlich waren wir noch in drei Wettbewerben vertreten.

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Offensiv noch Verbesserungspotenzial

Personelle Alternativen ist ein gutes Stichwort. Auch aktuell kann der neue Trainer Markus Babbel in der Abwehr aus dem Vollen schöpfen. Trotz solch hochkarätiger Konkurrenten wie Osorio oder dem holländischen Nationalspieler Khalid Boulahrouz auf Ihrer Position haben Sie seit einigen Spielen einen Stammplatz. Babbel scheint nach den Trainingsleistungen aufzustellen. Wie sehr motiviert das die Spieler?

Es ist eben sehr wichtig, im Training Vollgas zu geben. Immer! Der Trainer vermittelt das uns Spielern. Man muss jedes Training wie einen Wettkampf sehen. Natürlich ist es dann schön zu sehen, wenn das Engagement auch belohnt wird.

Was macht Babbel anders als sein Vorgänger, insbesondere im Umgang mit den jungen Spielern?

Er nimmt einen schon mal zur Seite und sagt, was man richtig oder falsch gemacht hat. Er redet viel mit uns Spielern. Schließlich hat er in seiner Karriere unglaublich viel Erfahrung gesammelt.

Wie erklären Sie sich den Aufschwung, den der VfB unter dem neuen Trainer Markus Babbel genommen hat?

Wir sind eine Einheit, jeder kämpft für jeden. Das Team will gewinnen, immer. Es klingt vielleicht abgedroschen, aber es zerreißt sich jeder für die Mannschaft. Das spiegelt sich dann eben auch in den Ergebnissen wider.

Der VfB hat von allen Klubs der Liga die meisten Tore in der Schlussviertelstunde erzielt. Zuletzt gab es zwei Last-Minute-Siege in Bochum und gegen den HSV. Warum ist die Mannschaft in der Endphase des Spiels so stark?

Wir sind fit, fast alle Mann sind an Bord. Die konditionellen Grundlagen hat jeder von uns, außerdem können wir uns auf die Bundesliga konzentrieren. Jeder von uns glaubt bis zuletzt an den Erfolg. Die Mannschaft glaubt an sich und will immer gewinnen. Wenn diese Einstellung dann belohnt wird, umso besser.

Im Spiel gegen den Hamburger SV attestierten Ihnen viele Beobachter, bester Mann auf dem Platz gewesen zu sein. Und das gegen die starke linke Seite der Hanseaten mit den Nationalspielern Jansen und Trochowski. Ein Schritt hin zum Stammplatz?

Ach, ich glaube nicht, dass ich bester Mann gewesen bin. Die ganze Mannschaft hat toll gespielt. An einen Stammplatz denke ich nicht. Ich habe ordentlich gespielt und will auch gegen den 1. FC Köln am Samstag auflaufen.

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Babbel: "Träsch ist meine Allzweckwaffe"

Ihre Spielweise wirkt sehr abgeklärt. Woher nehmen Sie die Selbstsicherheit auf dem Platz?

Das ist durch die Spielpraxis bedingt. Je öfter man auf diesem Niveau zum Einsatz kommt, desto selbstbewusster kann man agieren. Dann steigt auch die Eingespieltheit zu den Nebenleuten, man weiß, wie die anderen laufen. Ich denke aber, dass ich noch abgeklärter werden kann, je mehr Einsätze ich bekomme.

Was denken sie: Wo liegen Ihre Stärken? Und wo müssen Sie sich noch verbessern?

Meine Stärke ist eindeutig mein defensives Zweikampfverhalten. Verbessern muss ich mich sicher noch im Stellungsspiel oder im Spiel nach vorne.

Sie sind sehr flexibel, haben in der Bundesliga auch schon auf links verteidigt oder im defensiven Mittelfeld gespielt. Ihr Trainer Markus Babbel hat Sie einmal als „Allzweckwaffe“ bezeichnet. Denken Sie, dass ihre Flexibilität Vor- oder Nachteil gegenüber den Spezialisten ist?

Ich sehe es ganz klar als Vorteil, defensiv variabel zu sein. Wichtig ist, dass ich spiele, egal wo! Ich würde überall spielen.

Aber Sie haben doch sicher eine Lieblingsposition?

Die gibt es nicht. Ich spiele da, wo der Trainer mich hinstellt. Mir macht es überall Spaß, Hauptsache ist, dass ich dabei bin.

Wohin führt denn der Weg des VfB in dieser Saison noch? Die Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen ist ja nun vorhanden.

Daran denken wir nicht, das ist kein Thema. Wir stehen im Moment auf Rang fünf, diesen gilt es zu verteidigen. Wir haben uns ein Polster von vier Punkten auf 1899 Hoffenheim geschaffen und müssen versuchen, das weiter auszubauen. Am besten schon am Samstag mit einem Dreier in Köln.

Zum Schluss will ich noch einmal Ihren Torwart Jens Lehmann zitieren. Dieser sagte, er sehe in Ihnen einen potenziellen Nationalspieler. Wie sehr freut Sie dieses Lob?

(lacht) Man sollte nicht jede Aussage auf die Goldwaage legen.

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