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Großer Preis von China: Ferrari räumt schlechte Position ein

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Ferrari  

Entwicklung verpennt - Lachnummer Ferrari

17.04.2009, 10:08 Uhr | dpa, sid, t-online.de

Letzte Saison beinahe Weltmeister, jetzt punktloser Hinterherfahrer: Ferraris Felipe Massa. (Foto: xpb.cc)Letzte Saison beinahe Weltmeister, jetzt punktloser Hinterherfahrer: Ferraris Felipe Massa. (Foto: xpb.cc) Ferrari fährt in der Formel 1 nur noch hinterher. Das Gründungsmitglied der Serie wird vor dem Großen Preis von China am Sonntag (ab 8.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) geradezu zur Lachnummer. Selbst Fiat- und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ist besorgt: "Ich will uns nicht nach jedem Rennen in einem Comedy-Video sehen." Die beiden peinlichen Pleiten zum WM-Auftakt in Australien und Malaysia machen ebensowenig Hoffnung wie der Trainingsauftakt in Shanghai.

Teamchef Stefano Domenicali räumte vor dem dritten Saisonrennen ein: "Wir sind natürlich nicht glücklich. Es wird sehr schwierig in der WM." Das unterstrichen die Ergebnisse des Freitagstrainings. Im ersten sprangen die Ränge 11 und 15 heraus: Kimi Räikkönen vor Felipe Massa. Im zweiten drehte Massa die Reihenfolge um. Der Vize-Weltmeister landete auf 12, der entthronte Weltmeister von 2007 auf 14.

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Massa: "Müssen wieder bei Null anfangen"

Erstmals seit 17 Jahren steht die ruhmreiche Scuderia wieder punktlos an letzter Stelle der Konstrukteurs-Wertung. Räikkönen ist Vorletzter, Massa dümpelt auf Platz 13. "Alle haben Schuld. Wir leben vielleicht noch zu sehr in der Vergangenheit. Da konnten wir solche Spielchen machen, weil wir so überlegen waren", urteilte der Brasilianer nach der kalten Dusche im Wolkenbruch von Sepang. "Wir müssen wieder bei Null anfangen. Das war jetzt der zweite Weckruf." Es gelte mehr denn je, den Kopf hoch zu nehmen und zu arbeiten, wie Massa in der "Gazzetta dello Sport" empfahl.

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In Shanghai ohne KERS am Start

Ferrari hat inzwischen die von di Montezemolo bei einer Krisensitzung in Maranello vehement geforderten Konsequenzen gezogen und arbeitet fieberhaft an den technischen und personellen Baustellen. So entschied Domenicali, in Shanghai ohne das Energie-Rückgewinnungssystem KERS zu fahren. "Wir müssen erst verstehen, was passiert ist. Wir können nicht länger das Risiko eingehen, mit dem System zu fahren", sagte er. Im Training in Malaysia waren an Räikkönens Auto Probleme mit KERS aufgetreten.

Schlicht zu langsam

"Es fehlt die Geschwindigkeit", klagte der Finne in der "Gazzetta". "Zu diesem Moment der Saison hätten wir eines der ersten Teams sein sollen, stattdessen sind wir hier."

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Bis Barcelona mit neuem Diffusor?

Zu schaffen macht den Italienern die Legalisierung des Doppel-Diffusors. Ferrari gehörte zu den entschiedensten Gegnern dieser Unterbodenvariante und muss nun schleunigst versuchen, seinen Rückstand hier aufzuholen. "Das kostet Zeit und Geld", wies Domenicali auf die komplizierte Umrüstung des F60 hin. "Unser Ziel ist, es bis Barcelona zu schaffen." Das bedeutet: Im besten Fall können Räikkönen und Massa beim fünften Lauf am 10. Mai mit modifiziertem Diffusor antreten.

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Kein Grund, "die weiße Flagge zu hissen"

Bis mindestens dahin ist Ferrari aus eigener Kraft wohl nicht siegfähig. "Ich erwarte, dass BrawnGP, Williams und Toyota davonfliegen. Wir versuchen, so schnell wie möglich aufzuholen", erklärte Domenicali. Doch trotz der Vorteile des Doppel-Diffusor-Trios sieht der Teamchef keinen Grund dafür, dass "wir schon jetzt die weiße Flagge hissen. Das entspräche nicht unserem Geist. Wir kämpfen so lange, bis mathematisch alles klar ist."

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Fehlende Performance und Zuverlässigkeit

Domenicali räumte zudem ein, dass der Diffusor nur ein Teil des Problems sei: "Wir hatten auch nicht die Performance und Zuverlässigkeit und zudem einige Fehler gemacht." So versäumte es Ferrari in Sepang, Massa in Teil eins der Qualifikation auf eine zweite schnelle Runde zu schicken, was den vorzeitigen K.o. zur Folge hatte. Im chaotischen Rennen rüsteten die Strategen Räikkönen viel zu früh mit Regenreifen aus, der Finne rollte hoffnungslos hinterher.

Baldisserri wird zum Bauernopfer

Wegen dieses Chaos' am Kommandostand war auch Berater Michael Schumacher gewaltig in die Kritik geraten. Ob Ferrari den angeblich mit fünf Millionen Euro dotierten Vertrag mit dem Rekordchampion nach dieser Saison verlängern wird, steht in den Sternen. Dass Schumacher nicht in Shanghai ist, stand allerdings schon vor den beiden Auftaktdebakeln fest. Erstes Bauernopfer ist Luca Baldisserri: Der Teammanager muss sich in der Fabrik um die Weiterentwicklung des F60 kümmern, statt zu den Rennen zu reisen.

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