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Großer Preis von China: Kann Sebastian Vettel halten was er verspricht?

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Kolumne zum GP von China  

Kann Sebastian Vettel halten, was er verspricht?

20.04.2009, 09:20 Uhr | t-online.de

Aus China berichtet Elmar Bruemmer

Grand-Prix-Sieger von Shanghai: Sebastian Vettel. (Foto: imago)Grand-Prix-Sieger von Shanghai: Sebastian Vettel. (Foto: imago) V wie Vettel, V wie Victory – die Formel 1 ist beim dritten dramatischen Rennen in Folge zur Formel V geworden. Sebastian Vettel hat in China zum wiederholten Mal alle nass gemacht.

Neben Jenson Button hat die Vollgasbranche in dem 21-Jährigen aus Heppenheim damit eine zweite Lichtgestalt. Auf der Regen-Piste hat der deutsche Rennfahrer kraft seiner Talente alles zur vollsten Zufriedenheit selbst beantworten können. Ein paar Fragen wirft der zweite Formel-1-Sieg Vettels aber doch noch auf:

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Wird er der neue Schumacher?

Er fährt immer mit Köpfchen. Seine mentale Stärke ist es, alle Umstände auszublenden, zum Beispiel die Probleme mit der Antriebswelle am Samstag. Ein echter Positivdenker und –Lenker. Im Auto bekommt er den Tunnelblick. Umsicht und Taktik machen ihn aber auch zum neuen Regenkönig der Formel 1, nachdem der bisherige Regent Lewis Hamilton in Shanghai häufig von der Piste kreiselte. Niki Lauda lobt: „Besonders beeindruckt mich an Sebastian, dass er unter Druck fehlerfrei geblieben ist. Ich sehe bei ihm viele Reserven nach oben.“ So souverän, wie er mit schwierigen Situationen umgeht, erscheint er weit reifer, als es das Geburtsdatum in seiner Superlizenz erahnen lässt. Kann sich – wie sein Kumpel und Vorbild Michael Schumacher – blitzschnell auf neue Situationen einstellen. Dazu ist er erklärter Teamplayer, löchert seine Ingenieure mit Fragen nach technischen Details.

Grand-Prix-Sieger von Shanghai: Sebastian Vettel (Foto: imago)Grand-Prix-Sieger von Shanghai: Sebastian Vettel (Foto: imago)

Wieso ist der zweite Sieg auch einer für die Ewigkeit?

Langsam bekommt Sebastian Vettel Routine darin, seinem jeweiligen Team den ersten Sieg zu bescheren, nach ToroRosso gelang ihm das jetzt auch mit Red Bull. Das Team brauchte dafür 74 Anläufe. Ebenfalls zwei solcher prestigeträchtigen Debüterfolge gelangen Juan Manuel Fangio, der für Mercedes und Maserati siegte. Die Übergabe des Siegerpokals am Sonntag war die gefährlichste Aktion für Vettel – er schnitt sich an der Trophäe die Finger auf und musste sich ständig das Blut vom Daumen lutschen. Trotzdem strahlte er: „Ich bin extrem stolz und glücklich.“

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Muss man Red Bull jetzt als Favorit Ernstnehmen?

Kein Doppel-Diffusor, kein KERS – der RB 5 wäre eigentlich ein Auto von gestern, wenn ihm nicht der geniale Designer Adrian Newey den richtigen Schwung geben würde. Der verpasste die größte Stunde seines Teams, weil er schon wieder zuhause in England an der Weiterentwicklung des Autos bastelt. Ohne Doppel-D wird es künftig nicht gehen, aber die komplizierten Radaufhängungen an der rasenden Dose machen es komplizierter als gedacht. Im Idealfall ist der runderneuerte Red Bull im Mai in Monte Carlo am Start. Vettel fiebert dem Upgrade entgegen: „Wir befinden uns gerade am Beginn der Entwicklung. Die Kurve zeigt also nach oben, und wir sind in der Lage, neue Teile zu bringen, nicht nur den Diffusor allein. Solche Neuerungen können einen großen Unterschied ausmachen, da es in der Meisterschaft in dieser Saison sehr knapp zugeht.“ Vettel-Entdecker Helmut Marko jubiliert bereits: „Wir sind sicher, dass unser Auto noch konkurrenzfähiger wird.“

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War der Sieg Zufall?

Eher Bestimmung. Sebastian Vettel scheint nach dem Umstieg von ToroRosso zu Red Bull in der Form seines Lebens, das zweitschnellste Auto im Feld (hinter den Brawn-Mercedes) beflügelt ihn zusätzlich. Er könnte schon weit besser dastehen, als WM-Vierter mit zehn Punkten – punktgleich mit Timo Glock – zu sein. In Australien hat er einen Podestplatz gecrasht, in Malaysia sichere Punkte durch einen absterbenden Motor liegen lassen müssen. Von Michael Schumacher bis Gerhard Berger sehen die  Experten in Vettel bereits einen WM-Kandidaten heranreifen. Der Rückstand auf Tabellenführer Jenson Button beträgt nur elf Punkte. Die Motivation ist hausgemacht: Red-Bull-Teamchef Horner setzt in Sachen Motivation auf die natürliche Konkurrenz unter seinen beiden Piloten, Vettel und Webber scheinen nicht nur zu harmonieren, sie treiben sich auch an.

Gibt es auch Schwächen?

Bekannt ist nur der Aberglaube, aber diese menschliche Schwäche ist gleichzeitig seine Stärke. Schon in Monza im letzten Herbst, als er als jüngster Grand-Prix-Sieger in die Geschichte einging, hatte er eine Glücksmünze im Schuh, in Shanghai waren es deren schon zwei. „Das hat doppelt so viel Glück gebracht. Vielleicht müssen es beim nächsten Regenrennen drei sein. Irgendwann ist der Schuh dann voll...“, sagt Vettel mit einem Grinsen. Der Schuhtick ist leicht zu erklären: Sein Overall hat nämlich keine Taschen.

Wo liegt Vettels Zukunft?

Bernie Ecclestone versucht gebetsmühlenhaft, Vettel in eines der klassischen Teams zu reden, vorzugsweise zu Ferrari. Verhandeln könnte er darüber direkt mit dem Rennfahrer, Vettel spart sich nämlich einen Manager. Berater wird er vom ehemaligen Sportwagenpilot Helmut Marko, der Österreicher hatte ihn früh in den Red-Bull-Fahrerkader geholt. Diese alte Beziehung gab den Ausschlag dafür, dass Vettel Ende 2007 dann das BMW-Werksteam verließ, wo er Testfahrer war. Auch die Münchner scheinen für die Zukunft noch vertragliche Optionen an dem Heppenheimer zu besitzen. Im Normalfall wird darüber aber erst im kommenden Jahr verhandelt. Seinen Marktwert aber, der bis vor einem halben Jahr noch bei 500.000 Euro lag, dürfte er inzwischen längst verzehnfacht haben.

Die Ergebnisse des Wochenendes im Überblick

Ergebnis Qualifying Vettel holt die Pole in Shanghai
Ergebnis 3. freies Training Rosberg vor Trulli
Ergebnis 2. freies Training Rosberg rast auf Rang zwei
Ergebnis 1. freies Training Hamilton vor Button

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