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WADA erleidet Rückschlag im Anti-Doping-Kampf

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Doping  

WADA erleidet Rückschlag im Anti-Doping-Kampf

12.02.2010, 23:02 Uhr | sid

John Fahey erleidet Rückschlag. (Foto: imago)John Fahey erleidet Rückschlag. (Foto: imago) Die Fußballer zimmern sich Sonderregeln, andere Mannschaftssportarten schließen sich an, und die EU will die Meldepflichten zu kippen: Die WADA steht ohnmächtig den neuen Rückschlägen im Anti-Doping-Kampf gegenüber und sieht ihre Arbeit in Gefahr. "Da die EU-Arbeitsgruppe etablierte und akzeptierte Anti-Doping-Maßnahmen anfechtet sowie gleichzeitig keine konstruktiven Lösungen anbietet, könnte sie den Kampf gegen Doping im gesamten Sport untergraben", sagte der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) John Fahey.

Die EU-Arbeitsgruppe "Artikel 29" hatte die im WADA-Code 2009 verankerten Aufenthaltsangaben für Leistungssportler als Verstoß gegen das Recht der Europäischen Union (EU) angesehen.

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Neu überarbeiten

Laut Experten aus 27 Mitgliedsländern seien die Anforderungen für die Athleten "problematisch". Die persönlichen Daten der Sportler müssten überall auf der Welt geschützt seien. Im neuen WADA-Code ist festgelegt, dass Top-Athleten aus dopingträchtigen Sportarten für drei Monate im Voraus täglich eine Stunde angeben müssen, in der sie für Dopingkontrolleure erreichbar sind. Die WADA solle den Code nun noch einmal überarbeiten.

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Klage in Belgien

"Die Kontrollen sollten zu passenden Zeiten und ohne Störung des Privatlebens eines Sportlers geschehen", erklärte die Arbeitsgruppe, deren Meinung Basis für eine Grundsatzentscheidung der Europäischen Kommission sein wird. In Belgien ist bereits eine Klage von 65 Spitzensportlern gegen die Meldepflichten anhängig. Ihren Protest haben auch schon zahlreiche deutsche Sportler geäußert.

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Fehlerhafte Expertise

Die Arbeitsgruppe sei über ihr Mandat hinausgegangen, protestierte hingegen die WADA. Die Expertise sei fehlerhaft und könnte den Kampf gegen Doping gefährden. Man habe der EU mehrfach ein Treffen angeboten. "Das wurde bedauerlicherweise aber abgelehnt", erklärte WADA-Chef Fahey. Der Australier sprach sich zudem deutlich gegen die vermeintliche "Lex Fußball" aus. Der Fußball-Weltverband FIFA hatte vor zwei Wochen eine angebliche Einigung mit der WADA im Streit um die Meldepflichten publik gemacht. Demnach würden für Fußballspieler generell keine individuellen Meldepflichten gelten, sie dürften nur während des Trainings, nicht aber in der trainingsfreien Zeit oder im Urlaub kontrolliert werden. WADA und die Nationale-Anti-Doping-Agentur (NADA) wehrten sich jedoch gegen diese Interpretation.

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Aktuell Meldungen zum Thema Doping

Auch der Basketball-Verband übt Kritik

"Wenn man vorschlägt, dass Athleten wie Fußballer etwas Freizeit haben sollten, dann ist das nur eine Einladung für Dopingbetrüger, in dieser testfreien Zeit Mittel zu nehmen, die schnell vom Körper abgebaut und später nicht mehr nachgewiesen werden können", sagte Fahey der Sport Bild. Der Generalsekretär des Basketball-Weltverbandes FIBA, Patrick Baumann, kritisierte die WADA unterdessen scharf. "Ich habe ein Problem damit, wie die WADA die Verbände behandelt. Es geht nicht mehr um eine Partnerschaft, sondern es ist ein Polizeistaat geworden", sagte Baumann im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Mit dem neuen WADA-Code würden die Verhältnisse umgedreht. "Alle Spieler werden als gedopt angesehen und müssen beweisen, dass sie nicht gedopt sind. Das ist philosophisch nicht korrekt", meinte Baumann, dessen Verband weltweit lediglich 16 Einzelsportler im Meldepool für Spitzenathleten führt.

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