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McLaren-Mercedes: Daimler erwägt Ausstieg

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McLaren-Mercedes  

Lügen-Affäre: Zieht sich Mercedes ganz zurück?

25.04.2009, 13:31 Uhr | sid

Wie lange sieht man den Stuttgarter Stern noch in der Formel 1? (Foto: xpb.cc)Wie lange sieht man den Stuttgarter Stern noch in der Formel 1? (Foto: xpb.cc) Der Daimler-Konzern erwägt im Zusammenhang mit der Lügen-Affäre um Lewis Hamilton einen möglichen Ausstieg von Mercedes aus der Formel 1. "Wenn sich das Umfeld ändern sollte, etwa durch eine unangemessene Bestrafung durch die FIA, wäre es möglich, dass wir das Engagement überdenken", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche gegenüber dem "Focus". Nach Informationen des Nachrichtenmagzins soll am Montag im Daimler-Vorstand über mögliche Ausstiegsszenarien aus der Formel 1 debattiert werden.

Das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA entscheidet am Mittwoch in Paris in einer außerordentlichen Sitzung über eine mögliche Bestrafung von McLaren-Mercedes wegen der Lügen-Affäre. Von einer Geldstrafe über eine Sperre für mehrere Rennen bis hin zum WM-Ausschluss ist alles möglich.

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Aktuelle News Nachrichten rund um die Formel 1

Formel-1-Projekt kostet geschätzte 270 Mio. Euro

Mercedes ist gemeinsam mit McLaren in der Formel 1 vertreten - das gemeinsame Projekt kostet geschätzte 270 Millionen Euro pro Jahr - und beliefert zudem Brawn und Force India mit Triebwerken. Wegen der hohen Kosten hatte zuletzt auch der Daimler-Betriebsrat den Ausstieg aus der Formel 1 gefordert. Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatte am Rande des Großen Preises von Bahrain erklärt, dass "Mercedes sich nicht aus der Formel 1 zurückzieht".

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Norbert Haug: "Wir kooperieren mit der FIA"

Zur Lügen-Affäre gab Haug zu Protokoll: "Wir kooperieren mit der FIA. Ansonsten wollen wir uns auf den Sport konzentrieren, jeder weitere Kommentar zu diesem schwebenden Verfahren bringt Unruhe." Die Diskussionen über mögliche Probleme werde man in Stuttgart und nicht an der Rennstrecke führen.

Chronologie der Lügen-Affäre um McLaren-Mercedes

29. März

Toyota-Pilot Jarno Trulli wird wegen Überholens in der Safety-Car-Phase beim Großen Preis von Australien mit einer 25-Sekunden-Zeitstrafe belegt. Lewis Hamilton rückt im McLaren-Mercedes aufs Podest (3.) vor. Bei der Anhörung geben Hamilton und Sportdirektor Dave Ryan nach FIA-Angaben zu Protokoll, dass es keine Anweisung gab, Trulli überholen zu lassen. Toyota kündigt Einspruch gegen die Entscheidung an.

1. April

Toyota verzichtet auf den Einspruch gegen die Trulli-Strafe. Man sehe keine Chance, die Entscheidung der Rennkommissare vor dem Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA zu kippen.

2. April

Die FIA verhandelt den Fall doch noch einmal neu. Hamilton wird disqualifiziert, dem Team werden die Punkte gestrichen. Trulli kann sich doch über seinen Podiumsplatz freuen.

3. April

Sportdirektor Dave Ryan wird suspendiert. Der 54-Jährige hatte Hamilton am Sonntag in Melbourne zu der Anhörung vor den Rennkommissaren begleitet. Ryan war seit 1974 bei McLaren, seit 1990 war er Teammanager. 2008 wurde er Sportdirektor.

3. April

Bei einer Pressekonferenz im offiziellen FIA-Raum sagt Hamilton. "Ich habe gemerkt, dass es ein großer Fehler ist. Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt. Ich bin kein Lügner. Ich habe in meinem Leben noch nie gelogen. Ich kann nicht sagen, wie beschämend das für mich ist." Ryan solle ihn aufgefordert haben, Informationen zurückzuhalten. "Ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken."

5. April

Martin Whitmarsh stellt am Rande des Großen Preises von Malaysia seine Zukunft als Teamchef in Frage. Er sei bereit, seinen Rücktritt anzubieten. Doch die Entscheidung liege bei den Anteilseignern.

7. April

Die FIA gibt bekannt, dass sich McLaren-Mercedes bei einer außerordentlichen Sitzung des Weltrates am 29. April in Paris verantworten muss. McLaren sichert volle Zusammenarbeit zu und gibt die Entlassung Ryans bekannt.

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