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Formel 1: Tag der Wahrheit für McLaren-Mercedes

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McLaren-Mercedes  

Lügen-Affäre: Tag der Wahrheit für McLaren-Mercedes

29.04.2009, 10:53 Uhr | dpa

McLaren-Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh. (Foto: imago)McLaren-Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh. (Foto: imago) In der Lügen-Affäre kommt für Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und sein McLaren-Mercedes-Team der Tag der Wahrheit. Nach der massiven Imagedelle muss der britisch-schwäbische Rennstall heute mit dem Urteil des Motorsport-Weltrats auch einen sportlichen und finanziellen Totalschaden fürchten.

Für den schlimmsten Fall hat Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche die Zukunft von Mercedes in der Königsklasse sogar infrage gestellt. Mit einem Kniefall vor dem Internationalen Automobil-Verband FIA und dessen Präsidenten Max Mosley versuchte die Rennstall-Spitze bis zuletzt, eine möglichst mildes Strafmaß zu erwirken.

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Whitmarsch will "Vorwürfe nicht anfechten"

Der taumelnde Formel-1-Riese ist der Gnade des Weltverbands ausgeliefert. Als wahrscheinlichste Sanktion gelten ein Punktabzug oder eine Sperre für einige Rennen nebst Geldbuße, doch auch der Ausschluss aus der WM ist möglich. "Wir haben uns dazu entschieden, die Vorwürfe nicht anzufechten. Das gestaltet den Prozess einfacher", sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, der den Bußgang zur FIA-Anhörung in Paris allein antreten will. In einem Brief an Mosley gab der Brite zuvor den Verstoß gegen den Sportparagrafen 151c zu. Dieser Artikel sieht Strafen vor, wenn das Ansehen des Sports beschädigt wird.

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Funk-Mitschnitte überführen Hamilton und Ryan

Die Fakten sind klar: Hamilton und der damalige McLaren-Sportdirektor Dave Ryan sagten nach dem Saisonauftakt in Australien zweimal vor den Renn-Kommissaren die Unwahrheit über ein Überholmanöver von Toyota-Pilot Jarno Trulli. Funk-Mitschnitte überführten beide. Dem Champion wurde Rang drei nachträglich aberkannt, McLaren suspendierte Ryan. "Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt. Ich kann nicht sagen, wie beschämend das für mich ist", bekannte Hamilton, der zunächst sogar einen Rücktritt erwogen haben soll.

Dennis-Rückzieher könnte Mosley milde stimmen

Sein sportlicher Ziehvater Ron Dennis, der sofort als Drahtzieher der Falsch-Aussagen unter Verdacht geriet, musste kurz darauf auch auf Druck von Partner Mercedes seinen Posten als McLaren-Chef räumen. Dennis und FIA-Chef Mosley sind seit Jahren erbitterte Gegner. Nicht zuletzt deshalb könnte Dennis' Rückzug von der McLaren-Spitze vom Weltverband als tätige Reue gewertet werden und für etwas mehr Nachsicht sorgen.

Haug: "Klar ist, dass wir andere Schlagzeilen wollen"

Der wirtschaftlich angeschlagene Autobauer Daimler mit seiner Premium-Marke Mercedes konnte seinen Ärger über das erneute PR-Desaster zuletzt kaum verhehlen. "Klar ist, dass wir andere Schlagzeilen wollen. Natürlich macht Mercedes Druck, um das sauber und klar zu regeln. Dafür stehen wir im Motorsport", erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Noch zu frisch ist die Erinnerung an den "Spionage-Skandal" vor zwei Jahren, als das Team zu einer Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar und dem Abzug aller Punkte in der Konstrukteurswertung verurteilt worden war.

Zetsche: "Möglich, dass wir das Engagement überdenken"

Ein ähnlich deftiges Urteil will Daimler-Boss Zetsche diesmal wohl nicht hinnehmen. "Wenn sich das Umfeld ändern sollte, etwa durch eine unangemessene Bestrafung durch die FIA, wäre es möglich, dass wir das Engagement überdenken", sagte der Vorstandschef, der unter Druck steht. Die weltweite Absatzkrise zwingt den Konzern zu einem Milliarden-Sparprogramm. Die um Gehalt und Arbeitsplatz bangenden Mitarbeiter haben sich laut Betriebsrat gegen das Engagement in der Formel 1 ausgesprochen.

Chronologie der Lügen-Affäre um McLaren-Mercedes

29. März

Toyota-Pilot Jarno Trulli wird wegen Überholens in der Safety-Car-Phase beim Großen Preis von Australien mit einer 25-Sekunden-Zeitstrafe belegt. Lewis Hamilton rückt im McLaren-Mercedes aufs Podest (3.) vor. Bei der Anhörung geben Hamilton und Sportdirektor Dave Ryan nach FIA-Angaben zu Protokoll, dass es keine Anweisung gab, Trulli überholen zu lassen. Toyota kündigt Einspruch gegen die Entscheidung an.

1. April

Toyota verzichtet auf den Einspruch gegen die Trulli-Strafe. Man sehe keine Chance, die Entscheidung der Rennkommissare vor dem Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA zu kippen.

2. April

Die FIA verhandelt den Fall doch noch einmal neu. Hamilton wird disqualifiziert, dem Team werden die Punkte gestrichen. Trulli kann sich doch noch über seinen Podiumsplatz freuen.

3. April

Sportdirektor Dave Ryan wird suspendiert. Der 54-Jährige hatte Hamilton am Sonntag in Melbourne zu der Anhörung vor den Rennkommissaren begleitet. Ryan war seit 1974 bei McLaren, seit 1990 war er Teammanager. 2008 wurde er Sportdirektor.

3. April

Bei einer Pressekonferenz im offiziellen FIA-Raum sagt Hamilton. "Ich habe gemerkt, dass es ein großer Fehler ist. Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt. Ich bin kein Lügner. Ich habe in meinem Leben noch nie gelogen. Ich kann nicht sagen, wie beschämend das für mich ist." Ryan solle ihn aufgefordert haben, Informationen zurückzuhalten. "Ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken."

5. April

Martin Whitmarsh stellt am Rande des Großen Preises von Malaysia seine Zukunft als Teamchef in Frage. Er sei bereit, seinen Rücktritt anzubieten. Doch die Entscheidung liege bei den Anteilseignern.

7. April

Die FIA gibt bekannt, dass sich McLaren-Mercedes bei einer außerordentlichen Sitzung des Weltrates am 29. April in Paris verantworten muss. McLaren sichert volle Zusammenarbeit zu und gibt die Entlassung Ryans bekannt.

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