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Formel 1: Bewährungsstrafe der FIA für McLaren-Mercedes

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McLaren-Mercedes  

Bewährungsstrafe der FIA für Hamilton & Co.

29.04.2009, 15:17 Uhr | sid, dpa

McLaren-Meredes hat Glück gehabt, keine schlimmen Konsequenzen der Lügen-Affäre. (Foto: imago)McLaren-Meredes hat Glück gehabt, keine schlimmen Konsequenzen der Lügen-Affäre. (Foto: imago) McLaren-Mercedes ist in der Lügen-Affäre mit einem blauen Auge davon gekommen. Der Formel-1-Rennstall wurde lediglich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Im Falle weiterer Verstöße gegen das Regelwerk in den kommenden zwölf Monaten wird das Team für drei Rennen gesperrt. Das entschied der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA nach einer Anhörung in Paris.

Funk-Mitschnitte hatten Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton und McLaren-Sportdirektor Dave Ryan nach dem Saisonauftakt in Australien der Falsch-Aussage vor den Renn-Kommissaren überführt.

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Mc-Laren-Teamchef Whitmarsh zeigt Reue

Die FIA begründete das eher milde Urteil mit dem "offenen und ehrlichen Auftreten" von McLaren-Mercedes-Teamchef Martin Whitmarsh bei der Anhörung und dem Wechsel der Kultur in seinem Team. Der Brite hatte ein Fehlverhalten des Teams eingeräumt. "Wir haben uns bei der FIA entschuldigt", erklärte Whitmarsh, der ohne Rechtsbeistand erschienen war.

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Großes Aufräumen beim Mercedes

Hamilton, der nicht nach Paris gekommen war, hatte bereits kurz nach Aufdeckung des Skandals Reue gezeigt. Dem Briten wurde der dritte Platz beim Australien-Rennen nachträglich aberkannt. McLaren suspendierte Sportdirektor Ryan, wenige Tage später wurde er entlassen. Hamiltons sportlicher Ziehvater Ron Dennis, der als Drahtzieher bei den Falsch-Aussagen verdächtigt wurde, trat als Chef der McLaren-Firmengruppe zurück.

Haug bedankt sich bei FIA für "faires Urteil"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat die Entscheidung der FIA begrüßt. "Ein faires Urteil und ich möchte mich bei den Mitgliedern des World Motorsport Councils für ihre balancierte Betrachtungs- und Vorgehensweise bedanken", sagte Haug.

2007 bereits Rekord-Geldstrafe für McLaren-Mercedes

Als Strafe für McLaren-Mercedes wäre auch ein kompletter WM-Ausschluss möglich gewesen. Die FIA hatte dem Rennstall in fünf verschiedenen Punkten vorgeworfen, gegen den Artikel 151c verstoßen zu haben, der Handeln gegen den Geist des Sports unter Strafe stellt. Als zuvor letztes Team war am 5. Mai 2005 BAR-Honda wegen eines illegalen Zusatztanks für zwei Rennen gesperrt worden. McLaren-Mercedes hatte 2007 in der Spionage-Affäre die Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen Dollar (damals 72 Millionen Euro) erhalten.

Chronologie der Lügen-Affäre um McLaren-Mercedes

29. März

Toyota-Pilot Jarno Trulli wird wegen Überholens in der Safety-Car-Phase beim Großen Preis von Australien mit einer 25-Sekunden-Zeitstrafe belegt. Lewis Hamilton rückt im McLaren-Mercedes aufs Podest (3.) vor. Bei der Anhörung geben Hamilton und Sportdirektor Dave Ryan nach FIA-Angaben zu Protokoll, dass es keine Anweisung gab, Trulli überholen zu lassen. Toyota kündigt Einspruch gegen die Entscheidung an.

1. April

Toyota verzichtet auf den Einspruch gegen die Trulli-Strafe. Man sehe keine Chance, die Entscheidung der Rennkommissare vor dem Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA zu kippen.

2. April

Die FIA verhandelt den Fall doch noch einmal neu. Hamilton wird disqualifiziert, dem Team werden die Punkte gestrichen. Trulli kann sich doch noch über seinen Podiumsplatz freuen.

3. April

Sportdirektor Dave Ryan wird suspendiert. Der 54-Jährige hatte Hamilton in Melbourne zu der Anhörung vor den Rennkommissaren begleitet. Ryan war seit 1974 bei McLaren, seit 1990 war er Teammanager. 2008 wurde er Sportdirektor.

3. April

Bei einer Pressekonferenz im offiziellen FIA-Raum sagt Hamilton. "Ich habe gemerkt, dass es ein großer Fehler ist. Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt. Ich bin kein Lügner. Ich habe in meinem Leben noch nie gelogen. Ich kann nicht sagen, wie beschämend das für mich ist." Ryan solle ihn aufgefordert haben, Informationen zurückzuhalten. "Ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken."

5. April

Martin Whitmarsh stellt am Rande des Großen Preises von Malaysia seine Zukunft als Teamchef in Frage. Er sei bereit, seinen Rücktritt anzubieten. Doch die Entscheidung liege bei den Anteilseignern.

7. April

Die FIA gibt bekannt, dass sich McLaren-Mercedes bei einer außerordentlichen Sitzung des Weltrates am 29. April in Paris verantworten muss. McLaren sichert volle Zusammenarbeit zu und gibt die Entlassung Ryans bekannt.

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