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Positiver Doping-Test bei Stefan Schumacher

12.02.2010, 21:26 Uhr | dpa

Stefan Schumacher steht unter Doping-Verdacht. (Foto: imago)Stefan Schumacher steht unter Doping-Verdacht. (Foto: imago) Der deutsche Spitzensport wird von einem olympischen Sündenfall erschüttert: Radprofi Stefan Schumacher gehört zu den sechs Athleten, die bei IOC-Nachkontrollen der Pekinger Olympiaproben positiv auf Doping getestet wurden.

"Ich bin betroffen und persönlich sehr enttäuscht. Das ist an Verschlagenheit nicht zu überbieten, was Stefan Schumacher da abgeliefert hat", schimpfte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, gleichzeitig Chef de Mission des deutschen Peking-Teams, "wir hatten bei ihm schon bei der Nominierung großes Bauchgrummeln, das sich jetzt leider bestätigt hat."

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In guter Gesellschaft mit Davide Rebellin

Neben Schumacher wurde sein italienischer Kollegen Davide Rebellin, Olympia-Zweiter im Straßenrennen, und 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi (Bahrain) positiv auf das Doping-Mittel CERA getestet

Schumacher am Ende

Schumacher, der Doping mehrmals öffentlich bestritten hat, ist nach der jüngsten Enthüllung endgültig am Ende: Ohne Mannschaft, ohne Sponsor und ohne sportliche Perspektive. Wegen CERA-Dopings bei der Tour de France hat der Weltverband UCI den 27 Jahre alten Schwaben gegenwärtig ohnehin für zwei Jahre gesperrt. Gegen dieses Urteil legte er beim internationalen Sportgerichtshofs CAS Einspruch ein. Schumacher droht damit die Aberkennung seiner beiden Etappensiegen bei der Tour 2008, bei der er auch zwei Tage in Gelb fuhr.

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Holczer: "Dazu fällt mir nichts mehr ein"

"Da kann man nur schlucken, wenn man das hört", sagte sein Anwalt Michael Lehner nach den neuesten Enthüllungen. Schumachers ehemaliger Chef im Team Gerolsteiner, Michael Holczer, gleichzeitig Teamchef der deutschen Straßenmannschaft in Peking, war nur noch ratlos: "Dazu fällt mir nichts mehr ein."

Öffnung der B-Probe ist Schumachers Sache

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat Unterlagen über eine positive Nachkontrolle auf Dopingmittel an Stefan Schumacher weitergeleitet. "Es ist nun seine Sache, eine Öffnung der B-Probe zu verlangen oder darauf zu verzichten", heißt es in einer Mitteilung.

DOSB behält sich hohe Strafen vor

Im Hauptsitz des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Frankfurt war der nacholympische Ärger groß. Die Rückerstattung der Entsendungskosten nach Peking ist noch die geringste Strafe, die dem Übeltäter durch das Unterzeichnen der Athletenvereinbarung blüht. "Wir behalten uns weitere, härtere Strafen vor", sagte Vesper, "für mich ist es persönlich enttäuschend, weil er Teil meiner Mannschaft war."

Auffällige Blutwerte vor der WM 2007

Bereits unmittelbar vor dem WM-Finale 2007 in Stuttgart hatte der Nürtinger auffällige Blutwerte, die erst nach der Veranstaltung bekanntgegeben wurden. So bleibt seine WM-Bronzemedaille mit einem Makel behaftet. Zwei Tage nach der WM waren in einer Polizeikontrolle Spuren von Aufputschmitteln in seinem Blut gefunden worden.

Bach: "Niemand kann sich mehr sicher fühlen"

DOSB-Präsident Thomas Bach, Vize des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), gewinnt den Fahndungserfolgen bei den ersten Nachkontrollen olympischer Proben auch Positives ab. "Ich hoffe, diese Ergebnisse haben abschreckende Wirkung", sagte der oberste deutsche Sportfunktionär, "niemand kann sich mehr sicher fühlen, der auch nur mit dem Gedanken spielt, zu dopen." Rebellin wurde umgehend vom italienischen NOK gesperrt. Schumachers Ex-Kollege im Team Gerolsteiner beteuerte dagegen seine Unschuld: "Ich habe ein reines Gewissen, ich habe nichts genommen", sagte Rebellin dem italienischen Fernsehen RAI.

Bahrain verliert seine erste olympische Goldmedaille

Unmittelbar vor dem Fall Schumacher hatte das Nationale Olympische Komitee (NOK) von Bahrain die positive A-Probe von 1500-Meter-Olympiasieger Ramzi bestätigt. Der gebürtige Marokkaner gewann in Peking die erste olympische Goldmedaille überhaupt für den Bahrain. Sollte sich der Dopingverdacht bei der B-Probe bestätigen, muss er mit dem Verlust der Goldmedaille und einer empfindlichen Strafe durch die bahrainischen Autoritäten rechnen.

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