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Uli Hoeness: 30 Jahre Manager beim FC Bayern München

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FC Bayern München - Uli Hoeness  

30 Jahre Manager: Die Ära Hoeneß

02.05.2009, 20:19 Uhr | t-online.de

Von Jörg Hausmann

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß. Seit 30 Jahren im Amt. (Foto: imago)Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß. Seit 30 Jahren im Amt. (Foto: imago) Glückwunsch, Uli Hoeneß: Nach Achteinhalb Spielzeiten als Stürmer folgten 30 Jahre als Manager. Im Mai 1979 starteten Hoeneß und der FC Bayern München in eine erfolgreiche Ära. Für den 1. Januar 2010 plant Hoeneß seinen Ausstieg als Manager. Dann möchte er als Präsidenten des Rekordmeisters weiter machen. Nur an zwei von dessen 21 Meisterschaften war Hoeneß nicht beteiligt.

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Neudeckers Weichenstellung

Das Angebot, Manager zu werden, bekam Hoeneß noch von Wilhelm Neudecker. Der Rekord-Präsident hatte den FC Bayern 1965 in die Bundesliga gehievt und insgesamt 17 Jahre lang mitgeholfen, ihn zu ihrem Aushängeschild zu machen. Mit der Entscheidung, nach fünf Jahren ohne Meistertitel den gerade 27-jährigen Hoeneß in die Verantwortung zu nehmen, stellte Neudecker noch flugs die Weichen, um den FC Bayern zurück an die Spitze zu führen. Als Hoeneß seine Arbeit Anfang Mai 1979 aufnahm, war Neudecker einer Spielerrevolte und seiner Sturheit zum Opfer gefallen. Willi O. Hoffmann hieß der neue Vereinschef. Und der unvergessene Walter Fembeck war Hoeneß' direkter Vorgänger.

Im Nürnberger Übergangs-Exil

Hoeneß' Glück: Er war damals zum 1. FC Nürnberg verliehen, der neun Jahre lang in der 2. Bundesliga gedarbt hatte und - trotz Hoeneß - gleich wieder runter musste. Der 35-malige Nationalspieler aber war insofern weit genug weg von den Unruhen an der Säbener Straße. Die überstanden Cheftrainer Gyula Lorant und Präsident Wilhelm Neudecker nicht.

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Breitner führt die aufbegehrende Mannschaft

Hoeneß' Freund Paul Breitner, mit dem er 30 Jahre später wieder die Geschicke beim FC Bayern mitbestimmt, schüttelte erst Lorant und dann auch Neudecker vom kranken Baum, als der tatsächlich Max Merkel als Trainer installieren wollte. Eine neue Zeitrechnung hatte begonnen: "Wenn er so weitermacht wie jetzt, wird er keine 30", prophezeite Breitner Hoeneß nach dessen ersten Tagen im neuen Manager-Amt. Heute blickt der "Infarktkandidat" (Breitner) alleine auf 30 Jahre als Bayerns Manager zurück.

Trainer war keine Option

Es waren Jahre voller Erfolge und Emotionen. "Ich wollte nicht Trainer werden, wollte aber im Fußball bleiben", sagte Hoeneß retrospektiv 2005. Niemand, der Hoeneß' Wirken seit 1979 verfolgte, blieb davon unberührt - so oder so. Der gebürtige Ulmer polarisiert im Dienste seines Vereins, musste aber auch erst lernen, deutlich zu werden.

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Früher verbal zu diplomatisch

Breitners Erklärung aus dem September 1978 lässt heute aufhorchen: "Ich habe dem Uli immer wieder den Vorwurf gemacht, er würde zuviel Blabla reden, er würde zuviel reden und nichts sagen - weil er ein zu großer Taktiker in seinen Worten ist. Er will niemandem weh tun." Hasser und Neider Hoeneß' - und die verdiente sich der Manager des Jahres 1999 mit jedem neuen Erfolg des FC Bayern - werden jetzt schmunzeln.

Die "Abteilung Attacke"

Sie werden sich erinnern an Auftritte wie am 20. Mai 1989 im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF, als Hoeneß sich einen leidenschaftlichen Abtausch mit Kölns unerschrockenem Trainer-Neuling Christoph Daum lieferte. Daum befand damals, in der Lage zu sein, am bayerischen Thron zu kratzen, an Bayerns Trainer Jupp Heynckes, und an Hoeneß. Was sich elf Jahre vor der Kokain-Affäre um Daum, die Hoeneß aufdecken sollte, an jenem Samstag Abend abspielte, gilt heute als Geburtsstunde der "Abteilung Attacke".

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Kontra Daum

Hoeneß verteidigte seinen von Daum in den Tagen zuvor massiv beleidigten Cheftrainer leidenschaftlich. "Früher hat man den Speer geschmissen", beschrieb Hoeneß rückblickend. "Und ich wollte Worte schmeißen. Ich habe gehört, es hat ihn sehr beeindruckt." Ihn, Daum, der nur fünf Tage später noch viel beeindruckter war: von drei Toren Roland Wohlfarths und einem 3:1 für die Bayern im "Endspiel" um die Meisterschaft. Heynckes hatte im "Sportstudio" geschwiegen und seinen Triumph auf den Rasen verlegt.

Ein Hort guter Freunde

Zum 30-jährigen Dienstjubiläum von Hoeneß sind beide wieder vereint, in der gleichen Funktion wie vor 20 Jahren. Daum ist auch wieder zurück in Köln, aber deutlich ruhiger geworden. Denn auf die Dauer reichten weder seine Geißböcke, noch Bremen, der HSV oder gar Leverkusen Hoeneß' und dem FC Bayern das Wasser. Das liegt auch am legendären bayerischen Zusammenhalt, an der Verschworenheit, dass gute Freunde niemand trennen kann. Diese Botschaft trug der singende Kaiser schon vor über 40 Jahren hinaus in die Nation.

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Mit Schulden eingestiegen

Heute steht Franz Beckenbauer als Präsident schon im 15. Jahr einer Ansammlung verdienter Bayern vor, die den Verein zu einem Begriff in der Welt gemacht haben und dafür sorgen, dass dies so bleibt. Aber nicht um jeden Preis. Ohne diese Einstellung, ohne das gesunde und weitsichtige Wirtschaften von Uli Hoeneß gäbe es den "Würstchen-Uli" genauso wenig wie den finanziellen Branchenprimus FC Bayern. Anno 1979 übernahm Hoeneß 3,5 Millionen Euro Schulden.

Immer Mensch geblieben

"Ich bin bei aller Kommerzialisierung immer Mensch geblieben. Sie werden in diesem Geschäft wenige finden", erklärte der Weltmeister von 1974 vor vier Jahren, "die mit mir zu tun hatten, die kritisieren würden, dass der Mensch zu kurz gekommen ist." Oft jedoch beurteilen Fans und Konkurrenten lediglich den nach außen wirkenden Hoeneß, der einer ganzen Manager-Generation das Vorbild eines Bundesliga-Managers lieferte, dem sie nacheifern.

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Faible für die Wahrheit und Gerechtigkeit

Als anlässlich der Vorstellung von Jupp Heynckes am Tag nach der Entlassung Jürgen Klinsmanns ein Journalist es wagte, das verschiedentlich in der Presse verbreitete Gerücht, Heynckes sei nur die zweite Wahl hinter Ottmar Hitzfeld gewesen, an den Zurückgeholten heranzutragen, traf er Hoeneß' Nerv für Wahrheit und Gerechtigkeit. Minutenlang hatte der Manager sich aus der Pressekonferenz beiwohnend herausgehalten. Doch jetzt ergriff der 57-Jährige das Wort - für seinen Freund Jupp und den FC Bayern: Woher das mit der zweiten Wahl stamme, ob ihm das irgendjemand aus dem Vorstand des Vereins bestätigt habe. Der Frager verneinte. Hoeneß riet ihm, sich insofern mit derlei Vermutungen zurückzuhalten. Eine Szene bloß, scheinbar am Rande. Aber bezeichnend für Hoeneß und dessen Leidenschaft: für den FC Bayern und - bei aller Härte und Wettkampf - Fairness.

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