Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

FIA: Ferrari scheitert mit Einspruch

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rund um den Rennzirkus  

Regelstreit: Ferrari scheitert mit Einspruch

20.05.2009, 16:24 Uhr | dpa

Felipe Massa im Ferrari (Foto: xpb.cc)Felipe Massa im Ferrari (Foto: xpb.cc) Im Formel-1-Machtkampf hat ein Pariser Gericht dem taumelnden Branchenriesen Ferrari eine Abfuhr erteilt. Die Kammer wies den Antrag der Scuderia zurück, die mit einer Einstweiligen Verfügung das neue Reglement für 2010 stoppen wollte. "Das Risiko eines unmittelbar eintretenden Schadens, der abgewendet werden muss, oder juristischer Probleme besteht nicht", erklärte Richter Jacques Gondrand de Robert in seiner Urteilsbegründung.

Mit seiner Entscheidung stärkte er in dem Konflikt um eine Budgetgrenze die Position des in Paris beheimateten Internationalen Automobilverbands FIA und seines Präsidenten Max Mosley. Ferrari hatte sich auf ein angeblich vertraglich vereinbartes Veto-Recht in Regelfragen berufen. Das Gericht aber urteilte, der Rennstall habe keine stichhaltigen Argumente.

Budgetstreit Schumacher: Keine F1 ohne Ferrari
Ecclestone "Alle Teams werden auch 2010 dabei sein"

Aktuelle News Nachrichten rund um die Formel 1

FIA-Präsident Mosley lässt sich nicht beeindrucken

Damit scheiterte auch der Versuch der Italiener, den auf 29. Mai festgesetzten Ablauf der Anmeldefrist für die neue Saison zu kippen. Ferrari hat bislang ausgeschlossen, sich unter dem neuen Reglement für das kommende Jahr einzuschreiben. Auch nach dem Urteil erneuerten die Italiener ihre Drohung. Wird kein Kompromiss erzielt, will sich die Scuderia nicht für das nächste WM-Jahr anmelden. Zudem behalten sich die Italiener weitere rechtliche Schritte gegen die Regelreform der FIA vor. Die Beschlüsse des Verbands seien "einseitig ohne Respekt für die vereinbarten Prozeduren" getroffen worden, kritisierte Ferrari.

Unterstützung von anderen Teams

FIA-Chef Mosley aber ließ sich von den Drohungen bislang nicht beeindrucken. "Der Glaube, Ferrari sei unersetzlich, ist Nonsens", meinte der Brite. Allerdings hatten auch Renault, Toyota sowie Dietrich Mateschitz als Eigentümer von Red Bull und Toro Rosso mit ihrem Ausstieg gedroht. BMW lehnt die Regelreform, nach der Teams mit einem Etat von maximal 45 Millionen Euro mit technischen Vorteilen belohnt werden, ebenfalls ab.

Krisengipfel Teams machen Gegenvorschlag
Video Vettel: "Ich heiße nicht Michael Schumacher"

Ferrari ätzt gegen die möglichen Neulinge

Ferrari hat sich in dem eskalierten Konflikt tief in den Schmollwinkel zurückgezogen und lässt keine Kompromissbereitschaft erkennen. Ausgerechnet am Tag der Entscheidung von Paris veröffentlichte der Konstrukteursweltmeister auf seiner Homepage eine Meldung voll beißender Polemik gegen die von der Aussicht auf eine Budgetgrenze angelockten Formel-1-Interessenten.

Felipe Massa: "Mehr Sport, weniger Politik"

Man finde keinen "sehr berühmten Namen" darunter, ätzte der Traditionsrennstall. "Kann eine Weltmeisterschaft mit Teams wie diesen - bei allem Respekt - den gleichen Wert haben wie die heutige Formel 1, in der Ferrari, die großen Automobilhersteller und Teams, die die Geschichte dieses Sports begründeten, gegeneinander antreten?", hieß es weiter. "Es wäre schön, wenn es wieder mehr Sport und weniger Politik geben würde", meinte kurz nach der Urteilsverkündung Ferrari-Pilot Felipe Massa auf dem Podium der offiziellen FIA-Pressekonferenz vier Tage vor dem Klassiker in Monte Carlo.

Video Rosberg und Danner erklären die Strecke in Monaco
Gadget Holen Sie sich alle Infos zur Formel 1 auf Ihren Computer

Warnschuss von Mosley für Ferrari und Co.

Mindestens ein halbes Dutzend Rennprojekte aus anderen Serien hat für den Fall eines Etatlimits Pläne für ein Formel-1-Engagement bestätigt. Weil für die neue Saison nur Platz für 13 Teams ist, hat Mosley die revoltierenden Teams bereits gewarnt, die Anmeldefrist verstreichen zu lassen. "Wenn es keinen freien Platz mehr gibt, dann können sie auch keinen bekommen", sagte der 69-Jährige. Auch wegen der potenziellen Neueinsteiger wehrt sich die FIA gegen eine Verlängerung der Einschreibefrist, um diesen ausreichend Zeit und Rechtssicherheit zur Vorbereitung auf die neue Saison zu geben.

Online-Game Formula Fast

Mosley: Ferrari darf nicht die Regeln diktieren

Das Urteil von Paris dürfte dem FIA-Chef Genugtuung bereiten. Schon zuvor hatte er versichert, für den Fall eines Ferrari-Erfolgs sofort in die Berufung zu gehen. "Wenn wir sagen würden, die Formel 1 funktioniert nicht ohne Ferrari, dann könnten sie alle Regeln diktieren. Das geht nicht", erklärte Mosley.

Vergebliche Suche nach einer versöhnlichen Lösung

Bei einem Krisentreffen am vergangenen Freitag hatten der Verband, Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und die zehn aktuellen Rennställe vergeblich um eine Lösung des Disputs gerungen. Mosley gab den Protestlern eine Woche Zeit, um einen Gegenvorschlag zu der beschlossenen Budgetgrenze vorzulegen.

Die Chronologie des Regelstreits


17. März: Der Motorsport-Weltrat der FIA beschließt für die Saison 2010 die Einführung einer freiwilligen Budgetgrenze. Teams, die pro Jahr mit maximal 33 Millionen Euro auskommen, sollen mit technischen Vorteilen belohnt werden. Rennställe, die mehr ausgeben wollen, sind bis 2012 an das alte Reglement gebunden. Zudem soll schon in dieser Saison der Fahrer mit den meisten Siegen Weltmeister werden, ungeachtet der Zahl seiner Punkte. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bezeichnet den Beschluss zwar als Risiko, ein offizieller Protest aber bleibt aus.

19. März: Di Montezemolo verschärft seine Kritik auf der Ferrari-Website. Die neuerlichen Regeländerungen seien "schlecht für die Glaubwürdigkeit" der Königsklasse, wettert der Scuderia-Chef.

20. März: Nach heftigen Protesten knickt die FIA bei der Weltmeister-Regel ein. In dieser Saison gewinnt wie bisher der Fahrer mit den meisten Punkten den Titel. Die neue Regel wird offiziell auf 2010 verschoben.

24. April: Vor dem Großen Preis von Bahrain fordert FIA-Chef Max Mosley die verärgerten Rennställe auf, eine aus ihrer Sicht akzeptable Regelung für eine Budgetgrenze vorzuschlagen.

29. April: Der Motorsport-Weltrat erhöht das Etatlimit auf rund 45 Millionen Euro, legt die Details der Regel fest und präzisiert Ausnahmen. Di Montezomolo hatte den Beschluss mit einem Brandbrief vergeblich zu verhindern versucht und auf ein Ferrari zugesichertes Veto in Regelfragen verwiesen.

12. Mai: Ferrari droht nach einer Vorstandssitzung mit einem Rückzug aus der Formel 1, wenn die neuen Regeln umgesetzt werden. Tags zuvor hatte Dietrich Mateschitz eine Anmeldung seiner Teams Red Bull und Toro Rosso für 2010 unter dem geplanten Reglement ausgeschlossen.

13. Mai: Auch Renault will aussteigen, wenn die Regeln nicht geändert werden.

15. Mai: Ein Krisengipfel in London bleibt weitgehend ergebnislos. Mosley gibt den Teams sieben Tage Zeit, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten. Während des Treffens wird bekannt, dass Ferrari bei einem Pariser Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen die Regelreform erwirken will. Die Scuderia pocht auf ein angebliches Veto-Recht, das ihr Mitsprache in Regelfragen zugestehen soll.

19. Mai: Ferrari präsentiert bei einer Anhörung in Paris seine Argumente.

20. Mai: Das zuständige Pariser Gericht weist den Antrag auf Einstweilige Verfügung ab.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Historischer Panzer fährt nach 70 Jahren wieder

Mit großer Not startet der 520-PS-starke Motor zu neuem Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal