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Tumulte nach Bielefelds Total-Absturz

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Arminia Bielefeld  

Tumulte nach Bielefelds Total-Absturz

24.05.2009, 11:49 Uhr | dpa

Die Ordner auf der Bielefelder Alm hatten nach dem Spiel alle Hände voll zu tun. (Foto: dpa)Die Ordner auf der Bielefelder Alm hatten nach dem Spiel alle Hände voll zu tun. (Foto: dpa) Kaum war der siebte Bundesliga-Abstieg besiegelt, machte sich Untergangsstimmung breit. Noch lange nach dem 2:2 (1:0) gegen Hannover 96 lag Bielefelds Torjäger Artur Wichniarek weinend im Mittelkreis. Unweit entfernt forderten wütende Fans den Rücktritt der Klubspitze und mussten wenig später von Ordnungskräften mit körperlichem Einsatz an der Erstürmung der Haupttribüne gehindert werden.

Der Absturz vom Relegations- auf den letzten Tabellenplatz versetzte die Arminia in einen Schockzustand - und deckte tiefe Risse auf. "Das war der bitterste Abstieg, den ich miterlebt habe. Ich dachte, nach so langer Bundesliga-Zugehörigkeit sei die Mannschaft gefestigter", klagte Präsident Hans-Hermann Schwick.

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Schwick: "Hätte früher auf den Tisch hauen sollen"

Anders als in den vergangenen vier Jahren blieb das Happy End im Überlebenskampf trotz der guten Ausgangsposition diesmal aus. Zusammen mit Nürnberg hält Bielefeld nun den Bundesliga-Abstiegsrekord. Sichtlich mitgenommen nahm sich Schwick die Sportliche Leitung um Detlev Dammeier und den ehemaligen Trainer Michael Frontzeck zur Brust. "Ich hatte schon vor der Saison auf die falsche Struktur in der Mannschaft hingewiesen und noch in der Winterpause neue Stürmer gefordert", kritisierte Schwick. Für die auf großen Spruchbändern formulierte Kritik der Anhänger an seiner Arbeit brachte er wenig Verständnis auf. "Das ziehe ich mir nicht an. Aber ich hätte schon viel früher auf den Tisch hauen sollen."

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Berger hört nach fünf Tagen wohl wieder auf

Zehn sieglose Spiele in Serie und insgesamt nur vier Saisonerfolge erwiesen sich als zu schwere Hypothek. Auch Last-Minute-Trainer Jörg Berger konnte keine Trendwende einleiten. Ein längeres Engagement ist für des 64-Jährigen deshalb kein Thema: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich weitermache", sagte er nach nur fünftägiger Amtszeit.

Kentsch weist Vorwürfe von sich

Neben Schwick stand Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch im Zentrum der Kritik. Viele Fans warfen den beiden Führungskräften ein zu spätes Gegensteuern vor. Kentsch versuchte die Kritik zu entkräften: "Angesichts der vielen Unentschieden war es schwierig zu beurteilen, ob Trainer Frontzeck die Mannschaft noch erreicht." Erst nach der 0:6-Schlappe in Dortmund am zweitletzten Spieltag gaben sie dem Fußball-Lehrer den Laufpass. "Hätte das Team öfter deutlich verloren, wäre der Handlungsbedarf eher zu erkennen gewesen", sagte Kentsch.

Wichniarek: "Wir haben es wieder versaut"

Nach fünf Jahren in der 1. Liga müssen die finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Bielefelder ihren Gürtel nun noch enger schnallen. Von vormals 15 Millionen Euro auf künftig rund acht Millionen Euro wird der Etat für den Zweitliga-Kader schrumpfen. Spieler wie Top-Torschütze Artur Wichniarek und auch Torhüter Dennis Eilhoff dürften kaum zu halten sein. Zudem ist völlig offen, welcher Trainer das Team zurück in die Bundesliga führen soll. Doch zumindest nach dem Hannover-Spiel war Wichniarek mit seinen Gedanken noch ganz bei der Arminia: "Wir sind selber schuld. Wir hatten es in der eigenen Hand und haben es wieder versaut."

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