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Beerbaums Geständnis schockt Reiterverband

12.02.2010, 22:39 Uhr | dpa

Ludger Beerbaum sorgt für Wirbel. (Foto: imago) Ludger Beerbaum sorgt für Wirbel. (Foto: imago) Das Geständnis von Ludger Beerbaum über den Umgang mit Medikamenten hat den Deutschen Reitsport erschüttert. "Ich bin einigermaßen geschockt und entsetzt", sagte Breido Graf zu Rantzau, der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Der Verbandschef kündigte eine Untersuchung an: "Es ist vollkommen klar, dass wir uns damit beschäftigen müssen." Wie ein FN-Sprecher sagte, wird auch geprüft, ob Beerbaum weiter im A-Kader bleibt.

"Im Laufe der Jahre habe ich mich darin eingerichtet, auszuschöpfen, was geht", hatte Beerbaum gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" eingeräumt. "In der Vergangenheit hatte ich die Haltung: Erlaubt ist, was nicht gefunden wird", sagte der erfolgreichste Springreiter der vergangenen 20 Jahre.

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Erinnerungen an 2004

Die Bekenntnisse sind vor allem deshalb brisant, weil die deutsche Springreiter-Mannschaft nach Olympia 2004 in Athen die Goldmedaille verloren hatte. Bei Beerbaums Pferd Goldfever waren Spuren von Betamethason gefunden worden, was zwar nicht als Doping, aber als verbotene Medikation eingestuft worden war.

Verband will Schaden begrenzen

Der durch den Dopingfall von Christian Ahlmann in Hongkong und die umstrittene Behandlung von Marco Kutschers Olympia-Pferd Cornet Obolensky in die Enge getriebene Verband ist verzweifelt bemüht, den jetzt schon immensen Schaden zu begrenzen. Ein FN-Sprecher betonte: "Die Aussagen von Ludger Beerbaum stehen für seine Person, sie lassen sich nicht auf den gesamten Spitzensport übertragen."

Es droht ein "Flächenbrand"

Dass es sich bei Beerbaum - wie die FN nun zu erklären versucht - tatsächlich um einen Einzelfall handelt, ist schon allein wegen der Vorkommnisse bei Ahlmann und Kutscher unwahrscheinlich. Zudem hatten bereits in den vergangenen Tagen diverse Aussagen darauf hingewiesen, dass das Problem viel größer als bisher angenommen ist. Reinhard Wendt, Delegationsleiter in Hongkong, glaubt inzwischen, "dass Manipulationen und Regelverstöße weiter verbreitet sind, als ich es vermutet habe". Er habe den "Eindruck, dass sich über die Jahre Handlungsweisen entwickelt haben, die einerseits bei einigen Reitern als normal empfunden werden, andererseits nicht mit dem Reglement übereinstimmen". Der langjährige Verbands-Chef Hanfried Haring befürchtet: "Wir haben es vielleicht doch mit einer Art Flächenbrand zu tun."

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