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Doping: Bernhard Kohl redet - Holczer kündigt juristische Schritte an

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Doping  

Bernhard Kohl packt aus, ohne Namen zu nennen

12.02.2010, 21:53 Uhr | dpa

Der ehemalige Radprofi Bernhard Kohl (Foto: imago)Der ehemalige Radprofi Bernhard Kohl (Foto: imago) Er nannte keine Namen, belastete keine Sportler direkt und sprach seine frühere Teamleitung von Mitwisserschaft frei. Trotzdem kündigte sein ehemaliger Arbeitgeber Hans-Michael Holczer nach der Fernseh-Beichte des wegen Dopings gesperrten Radprofis Bernhard Kohl juristische Schritte an.

In erster Linie geht es dem ehemaligen Gerolsteiner-Chef darum, wie Kohls Andeutungen den Teamarzt Mark Schmidt betreffend zu bewerten sind. Der geständige Profi sagte in der ARD-Talkshow bei Beckmann: "Wenn ein Arzt eins und zwei zusammenzählen kann, weiß er, dass diese Leistung nicht ehrlich zustande kommt." Beim Nachhaken des Moderators ließ Kohl lange Sekunden verstreichen und sagte dann: "Kein Kommentar".

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Kohl: "Die sauberen Sportler sind nur fiktiv da"

Kohl ließ an der allgegenwärtigen Doping-Praxis im Radsport keinen Zweifel: "Die sauberen Sportler sind nur fiktiv da." Holczer, der Anti-Doping vorgelebt hätte, sprach er dagegen frei. "Ich kann definitiv sagen, dass es nicht teamorganisiert war", erklärte der 27-Jährige, der vor der Sendung in Wien seinen Rücktritt erklärt hatte: "Kein Doppelleben mehr zwischen Lüge und Doping."

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Holczer will Aufklärung

"Ich will Details über die Kohl-Andeutungen zu unserem Teamarzt - das war ein Hammer. Bei der Tour war als Mediziner nur Mark Schmidt dabei. Den wird jetzt mal ein Anwalt befragen. Ich gehe den ganzen Vorwürfen mit Hilfe von Anwälten nach - da habe ich ja jetzt Erfahrung", sagte Holczer. Schmidt war nach dem Gerolsteiner-Aus vom einzigen noch existierenden deutschen ProTour-Rennstall Milram übernommen worden.

Milram-Team zieht Team-Arzt Schmidt zurück

Anwälte und Milram-Teamchef Gerry van Gerwen prüfen zur Zeit Vorwürfe an die Adresse des Milram-Teamarztes Schmidt. "Wir sitzen zusammen und klären das", sagte van Gerwen. Vom Einsatz bei der am Mittwoch beginnenden Bayern-Rundfahrt ist der Erfurter Mediziner Schmidt laut van Gerwen zurückgezogen worden.

Kohl bezichtigt auch die Konkurrenz des Dopings

Kohls jahrelange von ihm beschriebene Manipulations-Praxis mit einem chemischen Breitband-Angebot - Insulin, Cera, EPO, Cortison, Testosteron - setzt erhebliche medizinische Kenntnisse voraus. Während der Tour 2008, die er zunächst groß gefeiert als Gesamtdritter und "Bergkönig" beendete, habe er drei Mal einen halben Liter Eigenblut infundiert. Die Blutbeutel habe ihm sein früherer Manager Stefan Matschiner, inzwischen aus der Haft entlassen, gebracht. Kohl ließ keinen Zweifel daran, dass auch seine Konkurrenz ähnlich "versorgt" war wie er. Im Detail wollte sich Kohl aber dazu nicht äußern, auch um "keine Klagen zu riskieren". Er hätte gedopt, um Chancengleichheit herzustellen.

Gerdemann weist Generalvorwurf zurückt

Radprofi Linus Gerdemann weist den von Bernhard Kohl geäußerten pauschalen Doping-Verdacht gegen Radprofis zurück. "Es geht sehr wohl, ohne Doping vorne mitzufahren", sagte der Milram-Kapitän. "Seine eigenen Verfehlungen damit zu legitimieren, alle unter eine Decke zu stecken, ist nicht korrekt. Wenn er den Radsport so einschätzt, ist sein Rücktritt mit 27 der richtige Schritt", sagte Gerdemann.

Blutaustausch "im Stunden-Rhythmus"

Kohl, der seine Profi-Karriere bei Rabobank in den Niederlanden startete und auch das T-Mobile Team durchlief, bevor er zu Gerolsteiner wechselte, war auch Kunde des berüchtigten Wiener Instituts Humanplasma. Blut sei "im Stunden-Rhythmus" ausgetauscht worden. Nicht nur Radfahrer, auch andere Ausdauer-Sportler, nicht nur Österreicher, sondern auch internationale, nicht nur Sommer- auch Wintersportler habe Kohl in Wien gesehen, "aber keine deutschen". Als nach der Turin-Affäre 2006 der Gang zu Humanplasma versperrt war, habe er mit weiteren Sportlern eine eigene Blut-Zentrifuge angeschafft.

Kohl: "200 Mal kontrolliert, nur einmal positiv"

Der ehemalige Berg-Spezialist zog die Wirksamkeit der Doping-Kontrollen in Zweifel: "Ich bin in meiner Karriere 200 Mal kontrolliert worden und war nur einmal positiv." Nach eigener Aussage hat er seit 2000 illegale Präparate benutzt.

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