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Formel 1: McLaren-Mercedes schlichtet im Regelstreit

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Rund um den Rennzirkus  

Mercedes schlichtet im Formel-1-Regelstreit

28.05.2009, 16:05 Uhr | dpa, Motorsport-Total.com

Regelstreit: Mercedes tritt als Schlichter auf. (Foto: imago)Regelstreit: Mercedes tritt als Schlichter auf. (Foto: imago) Im Regelstreit der Formel 1 soll Mercedes britischen Medien zufolge den Weg aus der Krise aufgezeigt haben. Ein Plan von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sei "flexibel und raffiniert genug, die Teams und Weltverbandschef Max Mosley zufriedenzustellen", schrieb die Londoner Zeitung "The Times".

Der Plan sieht die Einführung einer Budgetgrenze in zwei Stufen bis 2011 vor, die Unterstützung von Neueinsteigern bildet einen weiteren Bestandteil. Haug wollte dies nicht bestätigen. "Es spielt keine Rolle, von wem welcher Vorschlag stammt, solange er konstruktiv ist und eine Problemlösung bringen kann", sagte der Schwabe.

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Budgetgrenze Teams fordern Bedenkzeit

Budgetgrenze von rund 100 Millionen Euro

Die "Mercedes-Initiative" sieht angeblich vor, dass die Rennställe entgegen dem bisherigen Beschluss des Internationalen Automobilverbands FIA im kommenden Jahr rund 100 Millionen Euro ausgeben dürfen. Neueinsteigern soll im Gegenzug kostengünstige Unterstützung beim Bau ihrer Autos sowie ein Wissenstransfer gewährt werden. Erst ein Jahr später als bisher vorgesehen soll 2011 ein Etatlimit von rund 45 Millionen Euro eingeführt werden.

Haug sieht sich noch nicht am Ziel

"Mercedes sieht sich verpflichtet, gangbare und kostengünstige Wege für eine positive Formel-1-Zukunft zu entwickeln und mit FIA, FOTA und FOM konstruktiv voranzutreiben. Wie man sieht, war das in den letzten zwei Wochen möglich - aber noch sind wir nicht am Ziel", sagte Haug. Der 56-Jährige und McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh sollen sich bei den Gesprächen von Teams, FIA und Rechte-Mitinhaber Bernie Ecclestone (FOM) mit Nachdruck um einen Kompromiss bemüht haben.

Mosley will Sparkurs halten

Fünf Teams haben in dem Konflikt mit einem Formel-1-Ausstieg gedroht. Die Frist zur Anmeldung für 2010 läuft am Freitag ab. Vor allem die harte Haltung von Ferrari hatte für Zündstoff gesorgt. Eine Königsklasse ohne die Scuderia "wäre ärmer", sagte FIA-Präsident Mosley. Dennoch wolle der Verband seine konsequente Sparpolitik durchsetzen. "Wir müssen, weil ich überzeugt bin, dass die Formel 1 nicht mit dem derzeitigen Kostenaufwand überleben kann", sagte Mosley. Der Verband versuche alles, die Rennställe von einem Bleiben zu überzeugen. "Aber am Ende dürfen wir sie nicht die Bedingungen diktieren lassen", sagte der 69-Jährige.

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Aktuelle News Nachrichten rund um die Formel 1

Die Chronologie des Regelstreits

17. März: Der Motorsport-Weltrat der FIA beschließt für die Saison 2010 die Einführung einer freiwilligen Budgetgrenze. Teams, die pro Jahr mit maximal 33 Millionen Euro auskommen, sollen mit technischen Vorteilen belohnt werden. Rennställe, die mehr ausgeben wollen, sind bis 2012 an das alte Reglement gebunden. Zudem soll schon in dieser Saison der Fahrer mit den meisten Siegen Weltmeister werden, ungeachtet der Zahl seiner Punkte. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bezeichnet den Beschluss zwar als Risiko, ein offizieller Protest aber bleibt aus.

19. März: Di Montezemolo verschärft seine Kritik auf der Ferrari-Website. Die neuerlichen Regeländerungen seien "schlecht für die Glaubwürdigkeit" der Königsklasse, wettert der Scuderia-Chef.

20. März: Nach heftigen Protesten knickt die FIA bei der Weltmeister-Regel ein. In dieser Saison gewinnt wie bisher der Fahrer mit den meisten Punkten den Titel. Die neue Regel wird offiziell auf 2010 verschoben.

24. April: Vor dem Großen Preis von Bahrain fordert FIA-Chef Max Mosley die verärgerten Rennställe auf, eine aus ihrer Sicht akzeptable Regelung für eine Budgetgrenze vorzuschlagen.

29. April: Der Motorsport-Weltrat erhöht das Etatlimit auf rund 45 Millionen Euro, legt die Details der Regel fest und präzisiert Ausnahmen. Di Montezomolo hatte den Beschluss mit einem Brandbrief vergeblich zu verhindern versucht und auf ein Ferrari zugesichertes Veto in Regelfragen verwiesen.

12. Mai: Ferrari droht nach einer Vorstandssitzung mit einem Rückzug aus der Formel 1, wenn die neuen Regeln umgesetzt werden. Tags zuvor hatte Dietrich Mateschitz eine Anmeldung seiner Teams Red Bull und Toro Rosso für 2010 unter dem geplanten Reglement ausgeschlossen.

13. Mai: Auch Renault will aussteigen, wenn die Regeln nicht geändert werden.

15. Mai: Ein Krisengipfel in London bleibt weitgehend ergebnislos. Mosley gibt den Teams sieben Tage Zeit, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten. Während des Treffens wird bekannt, dass Ferrari bei einem Pariser Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen die Regelreform erwirken will. Die Scuderia pocht auf ein angebliches Veto-Recht, das ihr Mitsprache in Regelfragen zugestehen soll.

19. Mai: Ferrari präsentiert bei einer Anhörung in Paris seine Argumente.

20. Mai: Das zuständige Pariser Gericht weist den Antrag auf Einstweilige Verfügung ab.

20. Mai: Ferrari erneuert seine Ausstiegsdrohung. Sollte keine Einigung erzielt werden, wolle man "an Rennen teilnehmen, die dem Kaliber der Marke gerecht werden und dem Anspruch nach Innovation und technologischer Forschung entsprechen."

22. Mai: FOTA und Automobil-Weltverbandschef Max Mosley beraten am Rande der Qualifikation zum Großen Preis von Monaco über Auswege aus der Krise. Vertagen jedoch erneut eine Entscheidung.

24. Mai: Teams und FIA nähern sich an. Das umstrittene Etatlimit von 45 Millionen Euro soll in Stufen über mehrere Jahre angestrebt werden.

26. Mai: Die FIA lehnt eine Verlängerung der Einschreibefrist für die WM 2010 ab. Die Teams sind daher gezwungen, eine Einigung bis zum 29. Mai herbeizuführen.

27. Mai: Die FOTA schließt Williams nach deren Nennung für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 vom Meeting in London aus.

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