Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Trainerwechsel: Hitzfeld und Sammer kritisieren Schnelllebigkeit

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Hintergrund  

Hitzfeld und Sammer kritisieren Schnelllebigkeit

02.06.2009, 16:47 Uhr | dpa

Ottmar Hitzfeld mahnt an, dass sich das Trainer-Karussell zu schnell dreht. (Foto: ddp) Der dritte vorzeitige Trainer-Rückzug aus der Bundesliga innerhalb einer Woche hat in der Branche heftige Kritik ausgelöst und das Personalkarussell auf Hochtouren gebracht. Nach der unerwarteten Demission von Christoph Daum beim 1. FC Köln stehen sieben Klubs vor Beginn der neuen Spielzeit vor einem Neuanfang, möglicherweise kommt Bayer Leverkusen als achter Verein hinzu.

Das ist die höchste Zahl seit über 20 Jahren. Vor der Saison 1978/1979 starteten gar elf Vereine mit einem neuen Coach in die Saison. Fündig wurden bislang lediglich Meister VfL Wolfsburg (Armin Veh), Bayern München (Louis van Gaal) und der FC Schalke 04 (Felix Magath).

Zum Durchklicken Vereine auf Trainersuche

Überraschender Abgang Daum verlässt Köln in Richtung Istanbul
VfL Bochum Trainer Koller vor Absprung zum FC Basel

Aktuell Die Bundesliga-Tabelle
Aktuell Die Torjägerliste der Bundesliga

Sammer: "Verheerende Auswirkungen"

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer kritisierte den neuen Trend, dass sich Trainer nun plötzlich nicht mehr an Verträge gebunden fühlen. "Für die Vorbildwirkung hat es verheerende Auswirkungen auf die Spieler und deren Umfeld. Da ist argumentativ Tür und Tor geöffnet, sich nicht mehr moralisch an Vereinbarungen zu halten", sagte Sammer.

Magath in der Zwickmühle

Auch der frühere Meistertrainer Ottmar Hitzfeld zeigte sich verwundert über die Entwicklung. "Ich bin gespannt, was Felix Magath einem Spieler antworten wird, der sagt: Ich habe einen Vertrag, will aber trotzdem weg", sagte Hitzfeld in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt". Allerdings ist im Fall Magath unklar, ob der Erfolgscoach bei seinem Wechsel von Meister VfL Wolfsburg zum FC Schalke 04 tatsächlich vertragsbrüchig geworden ist.

Zum Durchklicken Alle Transfers und Gerüchte der Bundesliga

Bundesliga-Forum Ihre Meinung zählt!

Macht der Trainer nimmt zu

Sammer erkennt eine deutliche Trendwende in der Beziehung zwischen Fußball-Lehrer und Arbeitgeber. "Früher hat man die Trainer mit Füßen getreten. Sie galten als das schwächste Glied in der Kette. Jetzt werden die Trainer in ihrer Denkweise selbstständiger, zeigen, dass sie Qualität haben und sich gewisse Dinge aussuchen können", befand der DFB-Sportdirektor und sprach von einem Bumerang-Effekt. Beide Richtungen seien nicht gut. "Das, was jetzt passiert, trägt nicht zur Stärke und Autorität und Kontinuität auf der Trainerposition bei", sagte Sammer.

Hitzfeld: "Das Rad dreht sich immer schneller"

Hitzfeld kritisierte auch die Personalplanungen vieler Klubs im Bereich der sportlichen Führung. "Das Rad dreht sich immer schneller. Jeder einzelne Vorgang muss differenziert gesehen werden, aber zu viele Aktionen scheinen mir von zu großer Panik dominiert", sagte der ehemalige Bayern-Coach. Dabei zahle sich eine überschnelle Handlungsweise selten aus, betonte Hitzfeld.

Bergers Engagement nach nur einem Spiel beendet

Als bestes Beispiel hierfür gilt die hektische Trainerentlassung von Michael Frontzeck bei Arminia Bielefeld eine Woche vor Saisonschluss. Der als Feuerwehrmann beauftragte Jörg Berger konnte den Abstieg der Ostwestfalen nicht mehr vermeiden. Auch das Ende der Zusammenarbeit zwischen Eintracht Frankfurt und Trainer Friedhelm Funkel nach fünf erfolgreichen Jahren wäre nicht zwingend notwendig gewesen. Beim Hamburger SV, bei Borussia Mönchengladbach und in Köln hingegen waren es die Trainer, die trotz laufender Verträge ihren vorzeitigen Rückzug nach dem Saisonfinale bekanntgaben.

Jol und Daum stellen ihre Klubs vor vollendete Tatsachen

"Es gab vorher keinerlei Anzeichen, dass Christoph Daum von seiner Kündigungs-Option Gebrauch machen möchte. Seine Entscheidung kam für uns völlig überraschend", erklärte FC-Manager Michael Meier nach Daums Entschluss. Auch die Vereinsführung von Borussia Mönchengladbach wurde vom Rückzug Hans Meyers mehr oder weniger überrascht. Den Weggang von Martin Jol beim HSV hatten die Verantwortlichen ebenfalls nicht auf dem Plan.

Slomka betreibt Werbung in eigener Sache

Damit eröffnen sich für viele arbeitslose Trainer neue Job-Perspektiven. Gehandelt werden die branchenüblichen Namen wie Michel Skibbe, Mirko Slomka, Thomas von Heesen, Bernd Schuster und viele andere. Der frühere Schalker Slomka erklärte, er sei bereit. "Wir sind als Fußball-Lehrer dafür ausgebildet, in der Bundesliga zu arbeiten. Aber jetzt Spekulationen über andere Vereine zu eröffnen, macht keine Sinn", sagte Slomka.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal