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Formel 1: Die Chronologie des Regelstreits

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Regelstreit in der Formel 1  

Die Chronologie des Regelstreits

19.06.2009, 11:13 Uhr | dpa

17. März: Der Motorsport-Weltrat der FIA beschließt für die Saison 2010 die Einführung einer freiwilligen Budgetgrenze. Teams, die pro Jahr mit maximal 33 Millionen Euro auskommen, sollen mit technischen Vorteilen belohnt werden. Rennställe, die mehr ausgeben wollen, sind bis 2012 an das alte Reglement gebunden. Zudem soll schon in dieser Saison der Fahrer mit den meisten Siegen Weltmeister werden, ungeachtet der Zahl seiner Punkte. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bezeichnet den Beschluss zwar als Risiko, ein offizieller Protest aber bleibt aus.

19. März: Di Montezemolo verschärft seine Kritik auf der Ferrari-Website. Die neuerlichen Regeländerungen seien "schlecht für die Glaubwürdigkeit" der Königsklasse, wettert der Scuderia-Chef.

20. März: Nach heftigen Protesten knickt die FIA bei der Weltmeister-Regel ein. In dieser Saison gewinnt wie bisher der Fahrer mit den meisten Punkten den Titel. Die neue Regel wird offiziell auf 2010 verschoben.

24. April: Vor dem Großen Preis von Bahrain fordert FIA-Chef Max Mosley die verärgerten Rennställe auf, eine aus ihrer Sicht akzeptable Regelung für eine Budgetgrenze vorzuschlagen.

29. April: Der Motorsport-Weltrat erhöht das Etatlimit auf rund 45 Millionen Euro, legt die Details der Regel fest und präzisiert Ausnahmen. Di Montezemolo hatte den Beschluss mit einem Brandbrief vergeblich zu verhindern versucht und auf ein Ferrari zugesichertes Veto in Regelfragen verwiesen.

12. Mai: Ferrari droht nach einer Vorstandssitzung mit einem Rückzug aus der Formel 1, wenn die neuen Regeln umgesetzt werden. Tags zuvor hatte Dietrich Mateschitz eine Anmeldung seiner Teams Red Bull und Toro Rosso für 2010 unter dem geplanten Reglement ausgeschlossen.

13. Mai: Auch Renault will aussteigen, wenn die Regeln nicht geändert werden.

15. Mai: Ein Krisengipfel in London bleibt weitgehend ergebnislos. Mosley gibt den Teams sieben Tage Zeit, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten. Während des Treffens wird bekannt, dass Ferrari bei einem Pariser Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen die Regelreform erwirken will. Die Scuderia pocht auf ein angebliches Veto-Recht, das ihr Mitsprache in Regelfragen zugestehen soll.

19. Mai: Ferrari präsentiert bei einer Anhörung in Paris seine Argumente.

20. Mai: Das zuständige Pariser Gericht weist den Antrag auf Einstweilige Verfügung ab.

20. Mai: Ferrari erneuert seine Ausstiegsdrohung. Sollte keine Einigung erzielt werden, wolle man "an Rennen teilnehmen, die dem Kaliber der Marke gerecht werden und dem Anspruch nach Innovation und technologischer Forschung entsprechen."

22.-24. Mai: Beim Großen Preis von Monaco treffen sich die Teams mit Ecclestone und Mosley zu Krisensitzungen auf der Yacht von Falvio Briatore. Eine Annäherung wird erzielt.

24. Mai: Mosley: "Dass eine Lösung gefunden wird, ist sehr sicher."

25. Mai: Die Rennställe fordern einen Aufschub des neuen Regelwerks. Sollte die FIA zustimmen und die Königsklasse auch 2010 unter den bislang gültigen Regeln weiterfahren, wollen sich alle Teams im Gegenzug längerfristig an die Formel 1 binden.

25. Mai: Williams schert aus. Der englische Rennstall schreibt sich vorbehaltlos und als erstes der zehn aktuellen Teams für die Saison 2010 ein.

27. Mai: Wegen seiner Nennung für 2010 wird das Williams-Team vorübergehend aus der FOTA ausgeschlossen.

29. Mai: Am letztmöglichen Tag schreiben sich die FOTA-Rennställe ein - allerdings geknüpft an zwei Bedingungen: Ein neues Concorde Agreement muss bis zum 12. Juni unterschrieben sein und gefahren werden muss 2010 unter denselben Regeln wie 2009. Insgesamt sollen sich zehn neue Teams beworben haben.

31. Mai: Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali stellt klar: Lehnt die FIA die FOTA-Vorschläge ab, bleibt die Einschreibung der Teams ein Muster ohne Wert.

3. Juni: Hoffnung auf Frieden platzt. Mosley nennt die FOTA-Bedingung nach einem neuen Concorde Agreement bis 12. Juni "unrealistisch".

5. Juni: Es wird bekannt, dass sich auch Force India ohne Bedingungen eingeschrieben hat. Die Zahl der in der FOTA vereinigten Teams reduziert sich auf acht.

7. Juni: Einen Tag vor dem Großen Preis der Türkei schwört die FOTA die Piloten ein. Im Fall einer Spaltung sollen sie ihren Rennställen die Treue halten.

10. Juni: Domenicali sagt nach einem FOTA-Treffen: Die Position der Scuderia sei unverändert. Es bleibt bei den Bedingungen. Werde keine Lösung gefunden, könne die FIA Ferrari nicht auf die Teilnehmer-Liste für 2010 setzen. Zugleich kündigt Formel-1-Rechtemitinhaber Bernie Ecclestone einer möglichen Piratenserie bereits den Kampf an.

11. Juni: Blitz-Treffen zwischen Mosley und den FOTA-Vertretern Domenicali, Ross Brawn (Brawn GP), Christian Horner (Red Bull) und John Howett (Toyota). Ein Insider, der einen Vergleich zur Papstwahl bemühte, wird auf der Homepage des Magazins "autosport" mit den Worten zitiert: "Es gibt heute Abend grauen Rauch."

12. Juni: Tag der Entscheidung: Alle zehn aktuellen Teams, also auch die FOTA-Gruppe, stehen auf der insgesamt 13 Rennställe umfassenden Startliste für 2010. McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Brawn GP und Toyota werden zu weiteren Gesprächen eingeladen. Sie hatten - wie eigentlich auch Ferrari, Red Bull und Toro Rosso - ihre Bewerbung an Bedingungen geknüpft. Bis spätestens 19. Juni sollen die Teams, die nur unter Vorbehalt gemeldet haben, nach dem Willen der FIA endgültig für 2010 nennen.

13. Juni: Am Tag nach der Bekanntgabe der vorläufigen Starterliste für die kommende Saison trat Fiat-Chef und Ferrari-Präsident di Montezemolo der Darstellung der FIA entgegen, die Scuderia werde 2010 vorbehaltlos dabei sein. "Wir werden nicht an der nächsten Weltmeisterschaft teilnehmen, wenn die Regeln so bleiben und Ferraris Rechte nicht berücksichtigt werden", sagt di Montezemolo in Le Mans.

15. Juni: Die FIA schreibt in einer Presseerklärung: "Es gibt eindeutig ein Element in der FOTA, das entschlossen ist, jegliche Einigung zu verhindern, ohne Rücksicht auf den Schaden, den dies auf den Sport haben könnte." Der Verband sei davon ausgegangen, am Donnerstag (11. Juni) an einem "sehr konstruktiven Meeting" mit FOTA-Vertretern teilgenommen zu haben, bei dem es in weiten Teilen zu Übereinstimmungen gekommen sei. Die FOTA lehnt eine Stellungnahme ab.

16. Juni: Gleich mit zwei Mitteilungen wendet sich die FIA an die Öffentlichkeit. Ein Treffen von Finanzexperten der FIA und der FOTA einen Tag zuvor sei ohne Ergebnis geblieben, schreibt die FIA. Die diskutierten Vorschläge der FOTA zur Kostenreduzierung seien nicht ausreichend: "Die Finanzregeln der FIA bleiben daher wie veröffentlicht." Im zweiten Schreiben des Tages bezichtigt die FIA die FOTA, die Hoheit über die Regeln und die kommerziellen Rechte an sich reißen zu wollen.

17. Juni: Mit einem Briefwechsel zwischen FIA und FOTA schien ein Kompromiss näher gerückt. "Jetzt ist die Zeit, eine vernünftige und schnelle Lösung für die noch offenen Probleme zu finden", schrieb die FOTA an FIA-Chef Mosley und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Die Rennställe gaben darin ihren Widerstand gegen ein Etatlimit im Grundsatz auf und legten neue Vorschläge vor. Nur Stunden später wies Mosley diese weitgehend zurück, ließ aber die Hintertür für einen Deal offen.

18. Juni: Der Dauerstreit bereitet auch den Fahrern zunehmend Sorgen. "Ich habe langsam das Gefühl, dass es der Formel 1 wirklich schadet", sagte BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld. "Es dauert einfach zu lange. Im Moment fängt es an, den Leuten auf den Geist zu gehen, die sich nicht sonderlich stark für die Formel 1 interessieren."

19. Juni: Die Formel 1 steht vor der Spaltung. Die FOTA kündigt eine eigene Rennserie an. "Diese Teams haben keine andere Alternative, als mit den Vorbereitungen für eine neue Meisterschaft zu beginnen, die die Werte ihrer Teilnehmer und Partner widerspiegelt", teilen die acht Rennställe mit.

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