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Formel 1: FOTA lehnt Mosleys Friedensangebot ab

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Rund um den Rennzirkus  

FOTA lehnt Mosleys Friedensangebot ab

22.06.2009, 12:55 Uhr | sid

Max Mosley findet mit seinem Friedensangebot bei der FOTA kein Gehör. (Foto: Reuters)Max Mosley findet mit seinem Friedensangebot bei der FOTA kein Gehör. (Foto: Reuters) Die Formel 1-Rebellen haben Max Mosleys Friedensangebot abgelehnt und wollen den FIA-Präsidenten jetzt stürzen. Nach Informationen von "auto, motor und sport" soll der italienische Verbandspräsident Luigi Macaluso auf Anweisung von Ferrari-Boss Luca di Montezemolo am Mittwoch auf der Sitzung des World Councils des Automobil-Weltverbandes FIA ein Misstrauensvotum gegen Mosley stellen.

Mosley bot den acht abtrünnigen FOTA-Teams, die 2010 eine eigene Rennserie in Konkurrenz zur Formel-1-WM starten wollen, überraschend ein Treffen an. Doch die lehnten ab. "Wir haben genug geredet. Es reicht", sagte Renault-Teamchef Flavio Briatore dem britischen Magazin "Autosport": "Wir haben unser Statement abgegeben, und das ist sehr klar."

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Ecclestone stemmt sich mit allen Mitteln gegen Spaltung

Für Briatore ist eine Lösung des Machtkampfs um das künftige Formel-1-Regelwerk nicht in Sicht. "Wir werden unsere Rennserie in den nächsten Wochen auf die Beine stellen", meinte der Italiener. Angeblich gibt es schon einen konkreten Entwurf für einen Veranstaltungskalender, der insgesamt 17 Rennen umfassen soll. Promoter Bernie Ecclestone will die Spaltung der Formel 1 unbedingt verhindern. "Ich habe diesem Sport mehr als 35 Jahre meines Lebens geopfert, und meine Ehe ist wegen der Formel 1 in die Brüche gegangen. Ich lasse nicht zu, dass man die Formel 1 kaputt macht wegen eigentlich gar nichts", sagte der 78-Jährige. Gleichzeitig warnte Ecclestone die Teamvereinigung FOTA vor der Einführung einer eigenen Rennserie. "Das würde nur im Chaos enden", meinte der Brite: "Jeder würde jeden verklagen und ein Vermögen für Anwälte ausgeben. Es würde nichts passieren, es gäbe keine andere Serie, das wäre das Ende - ein totales Desaster."

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Briatore unbeeindruckt von Mosleys Schmusekurs

Dass die Pläne für die "New Formula" weit fortgeschritten sind, bestätigte Briatore: "Wir arbeiten schon seit einigen Wochen daran. Wir wollen eine von der FOTA organisierte Formel-1-Meisterschaft." Und was ist mit den versöhnlichen Tönen Mosleys in Silverstone? "In den vergangenen zwei Tagen hat sich nichts geändert. Mehr will ich jetzt nicht mehr sagen", meinte Briatore.

FIA muss auf die FOTA zugehen

Auch FOTA-Vizepräsident John Howett von Toyota glaubt, dass eine Spaltung näher ist als ein Kompromiss: "Wenn man sich die überwältigende Unterstützung der Öffentlichkeit für uns anschaut, dann braucht es jetzt schon einen signifikanten Schritt der FIA in unsere Richtung." Und McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh sagt: "Ich glaube nicht, dass eine Einigung nahe ist. Es ist schwierig, an einem Sonntag Fortschritte zu machen, wenn man sich auf den Motorsport konzentriert." Mosley kennt den Ernst der Lage. "Ich weiß, dass mich die Hardliner der FOTA stürzen wollen", sagt der 69-Jährige. Damit dürfte er Briatore, Howett und di Montezemolo meinen. "Doch der beste Weg, mich aus dem Amt zu drängen, wäre Frieden in der Formel 1. Dann könnte ich im Oktober am Ende meiner Legislaturperiode beruhigt abtreten", sagte er.

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FIA-Vollversammlung steht hinter Mosley

Die Chancen, den Präsidenten abzuwählen, sind aber eher gering. Das weiß auch Bernie Ecclestone: "'Die Leute meinen, wir sollten Max stürzen, aber sie verstehen nicht, dass wir das nicht können." Die Entscheidung über den FIA-Präsidenten kann letztlich nur die FIA-Vollversammlung treffen, in der die 222 Mitgliedsverbände (nicht alle sind stimmberechtigt) sitzen. Diese Versammlung steht allerdings größtenteils loyal zu Mosley.

Mosley flüchtet sich in Durchhalteparolen

Ecclestone geht davon aus, dass Mosley im Oktober sogar für eine weitere Amtperiode kandidieren wird: "Das ist das Problem mit Max: Wenn man ihn bedroht, will er weitermachen." Denn eigentlich sei es Mosleys Absicht gewesen, seinen Posten zu räumen, sagt Ecclestone: "Das hätte er gemacht, wenn nicht all diese Dinge passiert wären." Mosley hatte am Sonntag Hoffnung auf einen Kompromiss gemacht. "Wir sind jetzt sehr, sehr nahe zusammen", sagte der 69-Jährige, der nicht an eine Spaltung der Formel glaubt: "Eines ist für mich ganz sicher: Es wird eine Formel-1-Weltmeisterschaft geben 2010 - und alle werden dabei sein. Von meiner Seite ist das einfach und vollkommen lösbar."

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FOTA will Ecclestone um 200 Millionen Euro erleichtern

Die FOTA-Teams haben für Dienstag ein Treffen mit der FOM, dem Formel-1-Management, angesetzt. Es geht um 200 Millionen Dollar, die Ecclestone aus seinem Einnahmetopf bezahlen soll. Am Donnerstag will die FOTA dann erneut zusammenkommen, um die Ergebnisse des World-Council-Meetings auszuwerten und über weitere Schritte zu beraten. Ein Formel-1-Frieden ist nicht in Sicht.

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