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HSV: Beiersdorfers Rücktritt löst ein Erdbeben aus

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Hamburger SV  

Beiersdorfers Rücktritt löst ein Erdbeben aus

25.06.2009, 17:02 Uhr | sid

Beiersdorfer (li.) und Hoffmann haben sich nicht mehr viel zu sagen. (Foto: imago)Beiersdorfer (li.) und Hoffmann haben sich nicht mehr viel zu sagen. (Foto: imago) Ex-Sportchef Dietmar Beiersdorfer holt zum großen Rundumschlag aus, Vorstandsboss Bernd Hoffmann hat mit reichlich Gegenwind zu kämpfen und die Fans gehen auf die Barrikaden: Gut eine Woche vor dem Trainingsauftakt am 4. Juli spitzt sich die Krise beim Hamburger SV weiter zu. "Dem HSV geht die Seele verloren", sagte Beiersdorfer dem "Hamburger Abendblatt".

Am Dienstagabend hatte sich der Manager nach unüberbrückbaren Differenzen mit Hoffmann von seinem Posten verabschiedet und damit einen gehörigen Sturm an der Waterkant ausgelöst. Nach seinem Abgang legte Beiersdorfer im Streit mit dem Vorstandsboss nun kräftig nach und sieht sich offenbar regelrecht aus dem Amt gemobbt. Um die eigene Position im Verein zu stärken, kommt der öffentliche Vorstoß allerdings zu spät.

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Kritik am Aufsichtsrat

"Die Vereinsstruktur orientiert sich immer mehr an einer einzigen Person. Schließlich hatten die Kompetenzüberschreitungen zuletzt schon System. Deshalb habe ich die Aufsichtsräte informiert. Ich dachte einfach, dass es für den Verein in Stein gemeißelte Arbeitsaufteilungen gibt", sagte Beiersdorfer und zeigte sich auch von den Kontrolleuren enttäuscht: "Der Aufsichtsrat hatte das Ziel, Bernd Hoffmann und mich an der Spitze zu halten. Der Aufsichtsrat hatte aber nie das Ziel, Bernd Hoffmann zu hinterfragen."

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Keine Einigkeit in der Führungsetage

Folgerichtig scheiterten alle Bemühungen von Chefkontrolleur Horst Becker und seinen elf Gremiumskollegen, Beiersdorfer doch zum Bleiben zu bewegen. "Mir war klar, dass die Konstellation den HSV in Zukunft nicht erfolgreich machen wird", begründete Beiersdorfer seine Entscheidung gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Man muss an der Spitze geeint sein, um durchschlagskräftig zu sein. Die Überzeugung ist mir abhanden gekommen."

Fan-Organisation fordert außerordentlichen Mitgliederversammlung

Überhaupt ist von Einheit im Verein nach Beiersdorfers Abgang nicht viel zu spüren. Mannschaftskapitän David Jarolim unterstrich sein Unverständnis über die jüngsten Entwicklungen und auch die zu einem großen Teil pro Beiersdorfer gestimmten Anhänger machen mobil. So hat die mächtige Fan-Organistaion "Supporters" den HSV-Vorstand zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aufgefordert. Als Termin wurde der 13. Juli vorgeschlagen. Für diesen Tag war eigentlich nur eine Informationsveranstaltung vorgesehen.

"Supporters" sorgen sich um die Zukunft des Vereins

"Wir haben mit großer Bestürzung die Beendigung der Zusammenarbeit mit unserem Sportchef Dietmar Beiersdorfer zur Kenntnis genommen. In der Mitgliedschaft besteht aktuell große Sorge über die Zukunft des Vereins", heißt es in dem Schreiben an den Vorstand. Die rund 40.000 Mitglieder der "Supporters" forderten nun eine "Aufklärung über die Gründe, die zur Entscheidung des Aufsichtsrates geführt haben".

Noch kein Neuzugang für die nächste Saison

Die sportliche Ebene des Vereins droht bei all diesen Scharmützeln immer weiter in den Hintergrund zu rücken. Noch ist kein neuer Spieler für die kommende Saison verpflichtet, nun muss auch noch ein neuer Sportchef her. Die Liste der potenziellen Kandidaten ist lang. Aufsichstratsmitglied Sergej Barbarez kommt wohl allenfalls in beratender Funktion in Betracht, Ex-Profi Nico-Jan Hoogma hat derweil bereits sein Interesse bekundet.

Hitzfeld spricht von einer Katastrophe

Der ehemalige Dortmunder und Münchener Meistertrainer Ottmar Hitzfeld sieht auf den HSV in jedem Fall schwierige Zeiten zukommen. "Es ist eine kleine Katastrophe, wenn der Sportdirektor zu Beginn der Saisonvorbereitung nicht mehr da ist", sagte der 60-jährige Schweizer Nationaltrainer am Rande eines Sponsorentermins in Hamburg: "Ich denke, dass Dietmar Beiersdorfer beim HSV tolle Arbeit geleistet und den einen oder anderen guten Transfer eingefädelt hat. Allerdings kenne ich die Hintergründe der Trennung nicht. Daher steht mir keine Beurteilung zu."

Hoffmann will seinen Machtbereich ausbauen

Wann die nächsten Personalentscheidungen bei den Hamburgern fallen, ist derzeit offen. Der Verein scheint fast ein wenig gelähmt. "Zwischen Vorstand und Aufsichtsrat herrscht Einigkeit, dass wir uns keinen zeitlichen Zwang auferlegen oder hastig einen neuen sportlichen Leiter bestellen sollten", meint Hoffmann, der seine Hausmacht angeblich weiter vergrößern will. So soll der neue Manager womöglich keinen Vorstandsposten mehr erhalten, sondern in der Vereinsstruktur unter dem Klubchef eingegliedert werden.

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