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Nur die Länge der Sperre für Werth ist fraglich

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Dressurreiten  

Nur die Länge der Sperre für Werth ist fraglich

12.02.2010, 22:39 Uhr | t-online.de, dpa, sid

Isabell Werth ging es um das Wohl des Pferdes. (Foto: imago)Isabell Werth ging es um das Wohl des Pferdes. (Foto: imago) Isabell Werth ist voll geständig, dennoch droht der erfolgreichsten Dressurreiterin eine zweijährige Sperre. Selbst wenn die Strafe (Anwalt Ulf Walz: "Realistischerweise wird man mit einer Sperre zwischen drei und acht Monaten rechnen müssen") nicht so hart ausfallen sollte, ist ein Start bei den Olympischen Spielen 2012 in London praktisch ausgeschlossen. Denn verurteilte Doping-Sünder werden vom DOSB nicht nominiert.

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Michael Whitaker suspendiert

Nur zwei Tage nach der vorläufigen Sperre für Werth hat die Internationale Reiterliche Vereinigung FEI den britischen Springreiter Michael Whitaker nach einer positiven Dopingprobe suspendiert. Bei dem Pferd Tackeray des 49-Jährigen ist die Substanz Altrenogest gefunden worden. Die Probe war beim Turnier im französischen La Baule genommen worden und wird als Doping eingestuft. Whitaker hat die Öffnung der B-Probe beantragt.

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Spritze gefunden

Ein weiterer Fall droht durch den im hessischen Pfungstadt lebenden Iren Cameron Hanley, in dessen Jacke bei den deutschen Meisterschaften in Balve eine Spritze gefunden wurde. Die danach bei seinen Pferden genommenen Proben werden noch untersucht. Bei den nationalen Titelkämpfen gab es im Rahmenprogramm auch internationale Springen, an denen Hanley teilgenommen hatte.

Auf Öffnung der B-Probe verzichtet

Isabell Werths Pferd Whisper war beim Pfingstturnier in Wiesbaden positiv auf die verbotene Substanz Fluphenazin getestet worden. Das Psychopharmakon ist für Pferde nicht zugelassen und steht auf der Dopingliste des Weltverbandes FEI. Werth hat auf die Öffnung der B-Probe verzichtet. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" sagte die 39-Jährige, dass es ihr "um das Wohl des Pferdes ging". Whisper leidet nach ihrer Aussage an der Zitterkrankheit: "Ich habe es gut gemeint, ich wollte ihm den Alltag erleichtern."

Tierschutzbund glaubt Werth nicht

Der Tierschutzbund hält die Aussagen über die Zitterkrankheit für "vorgeschoben" und auch der Pharmakologe Manfred Kietzmann hält ihre Erklärungen für unglaubwürdig. Der Professor der Tierärztlichen Hochschule Hannover sagte, dass es sich um ein Präparat mit sogenanntem Depot-Effekt handle. Die Wirkung halte dadurch länger an. Zu dieser Erkenntnis scheint Werth inzwischen auch gekommen zu sein.

Absetzdauer unterschätzt

Seit zehn Jahren arbeitet sie mit dem Schweizer Veterinär Hans Stihl zusammen. Dieser hatte empfohlen, die Behandlung spätestens sechs Tage vor dem Wettkampf abzusetzen. "Das hat man verdoppelt, der erste Start war dann 14 Tage später, aber das war ein Irrtum“, sagt Anwalt Walz der "Welt", „seit Mittwochmorgen wissen wir, dass der amerikanische Verband 90 Tage Absetzdauer empfiehlt. Dafür muss Frau Werth einstehen. Als Reiterin haftet sie für ihre Hilfspersonen, also auch den Tierarzt.“

Gleicher Tierarzt dopte Rusty ohne Wissen Salzgebers

Der Schweizer Stihl ist in der deutschen Pferdesport-Szene bekannt. Er hatte unter anderem das Pferd Rusty von Ulla Salzgeber behandelt, die 2003 wegen Dopings ihren Weltcup-Sieg aberkannt bekam und für zwei Monate gesperrt wurde. Stihl habe bei Rusty ohne ihr Wissen das Präparat Testosteron-Proprionat wegen einer Hauterkrankung eingesetzt, hatte die Reiterin damals erklärt.

Tierschutzbund: Medaillenehrgeiz "offenbar wichtiger als das Tierwohl"

Der Deutsche Tierschutzbund sieht den Pferdesport inzwischen auf "einer traurigen Doping-Augenhöhe mit der Tour de France". Tierschutz-Präsident Wolfgang Apel sagte: "Doping ist nicht nur Betrug an Konkurrenten und am Publikum, sondern ein eklatanter, tierschutzrelevanter Missbrauch der Pferde." Für ihn sei durch die jüngsten Vorfälle klar, dass der Medaillenehrgeiz für die Spitzensportler "offenbar wichtiger als das Tierwohl" sei.

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