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Dressurreiten: Isabell Werth greift Verband an

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Dressurreiten  

Isabell Werth: "Ich bin keine Kriminelle"

12.02.2010, 22:39 Uhr | dpa

Isabell Werth kritisiert den Verband. (Foto: imago)Isabell Werth kritisiert den Verband. (Foto: imago) Isabell Werth greift die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) an. "Es wäre schön zu wissen, dass der Verband auch in schlechten Zeiten zu einem hält. Das Gefühl habe ich im Moment nicht", sagte die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin dem "Spiegel". Werths Pferd "Whisper" war positiv auf die Dopingsubstanz Fluphenazin getestet worden. Sie fühle sich "in eine Ecke gestellt, in die ich nicht gehöre. Ich bin keine Kriminelle."

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Diskussionen schon seit Jahren

Diskussionen über die schwierige Abgrenzung zwischen Medikation und Doping gebe es zwischen Reitern und Funktionären schon seit Jahren: "Da kann keiner sagen, er habe nichts gewusst. Nachdem bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen Ludger Beerbaums Pferd Goldfever mit einer verbotenen Substanz erwischt wurde, hatten wir doch die gleiche Debatte. Da wurde sogar eine Task Force eingesetzt, von der man dann nichts mehr gehört hat."
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Fließende Grenzen bemängelt

Werth wirft dem Verband vor, auf "Druck des Fernsehens eine sehr plakative Position" eingenommen zu haben, um von eigenen Versäumnissen abzulenken. "Es gibt unterschiedliche Medikationslisten auf nationaler und internationaler Ebene. Das macht es uns nicht leichter", sagte Werth. Auf die Absurdität der derzeit geltenden Regeln hätten die Reiter ihre Funktionäre schon vor Jahren hingewiesen: "In der wettkampffreien Zeit kann man behandeln, wie man will, und bei Wettkämpfen gilt die Nulllösung", sagte Werth, die kritisierte, dass der Verband seine Aktiven bei der entscheidenden Frage "Dopen, therapieren wo verläuft die Grenze?" allein lasse.

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Unangemeldete Trainingskontrollen gefordert

Sie sei immer dafür gewesen, "die Medikamentengabe transparent zu machen und in Behandlungsbüchern zu dokumentieren." Das aber bedeute hohe Kosten für den Verband. Werth plädierte dafür, unangemeldete Trainingskontrollen durchzuführen, wie sie etwa bei Schwimmern und Leichtathleten üblich seien.

Werth ergreift Partei für umstrittenen Tierarzt

Kritik an ihrer Zusammenarbeit mit dem Tierarzt Hans Stihl, der bei Doping-Experten als Zauberdoktor einen zweifelhaften Ruf haben soll, weist Werth zurück. "Ich habe Stihl immer als sehr gewissenhaften Arzt erlebt." Von Stihl betreute Pferde der Reiter Ulla Salzgeber und Toni Haßmann waren 2003 und 2006 positiv auf verbotene Substanzen getestet worden.

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