Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Transfermarkt: Nigel de Jongs Berater mit drei Millionen Euro beteiligt

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Bundesliga - Berater  

De Jongs Berater ist mit drei Millionen Euro beteiligt

03.07.2009, 21:37 Uhr | dpa

2009 für 18 Millionen Euro von Hamburg nach Manchester: Nigel de Jongs Transfer macht auch seinen Berater reich. (Foto: imago)2009 für 18 Millionen Euro von Hamburg nach Manchester: Nigel de Jongs Transfer macht auch seinen Berater reich. (Foto: imago) Spielerberater: UEFA-Präsident Michel Platini nennt sie "Kinderhändler", eine Spezies, mit der sich viele Vereine nur widerwillig auseinandersetzen, vorgeblich. Wenn eine Zeitung wie das "Hamburger Abendblatt" veröffentlicht, dass sich Rodger Linse 2008 beim Transfer seines Schützlings Nigel de Jong von Hamburg nach Manchester satte drei Millionen Euro eingesteckt hat, dann trägt das zur Verbesserung des Images der Berater kaum bei.

Neuer Spielplan Meister 2009 gegen Meister 2007
Der FC Bayern beim T-Home-Cup Jetzt Tickets sichern

Ihr schlechter Ruf gefällt der Branche

"Die Branche genießt einen schlechten Ruf, und das ist auch richtig so", erklärt Jörg Neubauer. Wie Roger Wittmann mit seiner Firma "Rogon" und der von Lars-Wilhelm Baumgarten geführten Agentur "Stars & Friends" gehört Neubauer zu den größten, einflussreichsten und als seriös geltenden Spielerberatern in Deutschland.

Kolportierte Summen bleiben unkommentiert

Der "kicker", der dem Unwesen derzeit eine Artikel-Serie widmet, sowie mehrere große Zeitungen berichteten zuletzt von einigen bedenklichen Fällen. So soll Neubauer allein für die Beratung der drei Hertha-Profis Arne Friedrich, Patrick Ebert und Marc Stein in den vergangenen drei Jahren 1,09 Millionen Euro verdient haben, alles vom Hauptstadtklub bezahlt. Im Gespräch mit der dpa mochte Neubauer die Summen nicht kommentieren. "Darüber spreche ich nicht", sagte Neubauer, der insgesamt 50 Spieler unter seinen Fittichen hat.

Der HSV beschwert sich nicht über den Anteil des Beraters

Das "Abendblatt" förderte zutage, dass Linse beim Transfer des niederländischen Nationalspielers de Jong vom HSV zu Manchester City kräftig abkassierte. Von der Ablösesumme von 18 Millionen Euro - zahlbar in drei Raten - sollen nur 15 Millionen an den HSV fließen, drei Millionen stecke sich Linse ein. Von dem Deal profitieren alle, weil de Jong 2010 für die festgeschriebene Summe von zehn Millionen Euro hätte wechseln können. "Der Transfer war ein Ausnahmefall. Denn wir hätten ohne Beteiligung des Beraters deutlich weniger verdient", sagte HSV-Aufsichtsratschef Horst Becker.

Im Überblick Der Sommerfahrplan aller Bundesliga-Klubs

Beteiligungen an der Ablöse sind die Ausnahme

Laut Baumgarten sind Beteiligungen an Ablösesummen "eher die Ausnahme". "Üblicherweise bekommen Berater als Provision einen frei verhandelbaren Prozentsatz vom Jahresgehalt des Spielers. Das Honorar wird vom Verein bezahlt", berichtet er. Die Höhe sei unterschiedlich. "Meist streben die Berater 10 bis 12 Prozent an, die Klubs wollen nur 6 bis 9 Prozent zahlen. Dann trifft man sich irgendwo."

Zu viele schwarze Schafe

Baumgarten ist lizenzierter Spielerberater und Schatzmeister der 2007 gegründeten Deutschen Fußballspieler-Vermittler-Vereinigung (DFVV). Er und seine 52 Kollegen bei "Stars & Friends" agieren europaweit. Baumgarten sagt den zwielichtigen Gestalten der Branche den Kampf an. "Es gibt zu viele schwarze Schafe, ganz klar", betonte er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Es gibt Leute, die sind nur auf das schnelle Geld aus. Denen muss man das Handwerk legen. Wir haben die DFVV gegründet, um von dem Hinterstübchen-Image wegzukommen." Als Rechtsanwalt braucht Neubauer keine Agenten-Lizenz des Weltverbands FIFA, der in seinen Statuten seit dem 1. Januar 2008 verbindliche Regelungen für die Berater- und Vermittlertätigkeit verankert hat.

Platini beklagt "Kinderhandel"

UEFA-Präsident Michel Platini beklagte unlängst "Kinderhandel" und "sportliche Zuhälterei". Die Vereine verurteilen zwar öffentlich die Abzockermentalität der ungeliebten Vermittler, sitzen aber im selben Boot und machen sich zum großen Teil gemein mit der Branche. Nationale und internationale Fußball-Verbände bekommen den Wildwuchs der wegen der explodierenden Honorare in Verruf geratenen Szene nicht in den Griff. Und innerhalb der Branche ist man angesichts des zunehmenden Konkurrenzdrucks und der öffentlichen Anklagen zerstritten.

Die Spieler sollen selbst für empfangene Beratungen aufkommen

Laut Holger Hieronymus, dem stellvertretenden Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), müssen die FIFA-Vorgaben bis zum 31. Dezember 2009 von den Mitgliedsverbänden umgesetzt werden. "Wir arbeiten derzeit mit dem DFB und der DFVV an Inhalten, um hier klare Regelungen zu schaffen. Das ist auch dringend erforderlich, weil es so nicht weiter gehen kann", sagte Hieronymus der dpa. "Im Moment ist es fast unmöglich, unseriösen und nicht-lizenzierten Beratern auf die Schliche zu kommen. Wir beschäftigen ja keine Detektive", erläuterte Hieronymus: "Manchmal ist den Klubs ein Transfer wichtiger als die Lizenz des Spielerberaters." Für den früheren National-Libero geht es bei den Lösungsvorschlägen auch um die Frage, "ob Berater nicht von denen bezahlt werden sollten, die ihre Leistungen empfangen. Und das sind doch meistens die Spieler."

Zum Durchklicken Alle Transfers und Gerüchte der Bundesliga
Experte? Jetzt beim Bundesliga-Manager einsteigen und Team gründen

Fast 60 Millionen Euro aus den Klub-Kassen gehen an Berater

Der DFL und dem Deutschem Fußball-Bund (DFB) sind die in die Höhe geschossenen Honorare, vor allem der unseriösen Berater ohne Lizenz, schon lange ein Dorn im Auge. Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball sorgte vor wenigen Tagen für Aufsehen, als er dem "Hamburger Abendblatt" konkrete Zahlen nannte. Die 36 Bundesligisten der 1. und 2. Liga, die in der Vorsaison rund 171 Millionen Euro an Transfersummen aufbrachten, gaben demnach zusätzlich 58,8 Millionen für Berater aus. "Das Verhältnis zwischen Provisionen und Ablösesummen empfinde ich als grotesk", geißelte der Jurist die "Entwicklung in die völlig falsche Richtung".

Doppelmoral der Bundesliga

Laut Neubauer und Baumgarten plädieren für mehr Transparenz, sehen aber eine Mitschuld der Vereine. "Man kann sich von Klubseite nicht über Berater beklagen und dann nichts dagegen tun", betonte Neubauer. Ähnlich sieht es Baumgarten: "Es gibt klare Regeln, dass Vereine nicht mit nicht-lizenzierten Beratern verhandeln dürfen. Aber viele lassen sich darauf ein. Man kann nur dann unerlaubten Dinge tun, wenn auf Vereinsseite auch ein schwarzes Schaf sitzt und mitmacht. Auf der einen Seite ist es Bestechung, auf der anderen Untreue."

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

Shopping
Macht den Kaffeemoment zur besten Zeit des Tages

Siemens Kaffeevollautomat der EQ Serie: Erfahren Sie vollendeten Kaffeegenuss. von OTTO

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal