Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Doping >

Erklärung zum Dopingfall Pechstein

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Doping - Eisschnelllauf  

Erklärung zum Dopingfall Pechstein

12.02.2010, 22:53 Uhr | sid

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) und die Anwälte der des Blutdopings für schuldig befundenen Olympiasiegerin Claudia Pechstein gaben folgende Stellungnahme im Wortlaut ab:

Die Disziplinarkommission der Internationalen Skating Union (ISU) sprach gegen Claudia Pechstein aufgrund eines angeblich erhöhten Blutwertes eine Sperre von zwei Jahren aus. Bei den Weltmeisterschaften im norwegischen Hamar am 6. und 7. Februar sollen die Retikulozyten (junge rote Blutkörperchen) im Blut Pechsteins auffällig gewesen sein. Andere Blutwerte, die auf Doping hindeuten könnten - etwa Hämoglobin oder Hämatokrit -, waren unauffällig. Die ISU stützte ihren Vorwurf darauf, dass ein erhöhter Retikulozytenwert nur durch Blutdoping zu erklären sei. Pechstein weist den Vorwurf des Blutdopings zurück.

Aktuell

Sie wurde in den letzten Jahren intensiv in zahlreichen Trainings- und Wettkampfkontrollen gestestet, ohne dass je eine Dopingsubstanz gefunden wurde. Im Verfahren hinzugezogene Sachverständige hielten die von der ISU erhobenen Daten wegen offenkundiger Fehler nicht für verlässlich. Mögliche Ursachen eines erhöhten Retikulozytenwertes könnten in einer Krankheit oder Anomalie des Blutes liegen. Aufgrund eines einzelnen Blutwertes sei ein verlässlicher Dopingnachweis nicht zu führen.

Pechstein bot an, sich auf mögliche Anomalien untersuchen zu lassen. Die aufwendige Diagnostik kann jedoch Wochen oder Monate dauern. Pechstein bot weiter ein mehrwöchiges Screening mit lückenloser Erhebung sämtlicher Blutwerte und EPO-Tests an, um ihre Unschuld zu beweisen.

Die aus Mitgliedern der ISU bestehenden Disziplinarkommission war der Auffassung, Pechstein hätte den Beweis einer Blutkrankheit schon vor der mündlichen Verhandlung erbringen können. Pechstein kannte die medizinischen Hintergründe seit Ende Mai und hatte im Juni eine umfangreiche Diagnostik eingeleitet, die jedoch noch nicht abgeschlossen ist. Die Disziplinarkommission war daher der Auffassung, Pechstein trage die Beweislast und sei zu sperren.

Es handelt sich - soweit bekannt - weltweit um die erste Sperre, die mit Hilfe einer lediglich indirekten Beweisführung aufgrund eines einzigen Blutwertes ausgesprochen wurde. Eine verbotene Substanz wurde nicht gefunden. Sowohl Pechstein als auch die DESG werden gegen die Sperre Berufung vor dem CAS einlegen. Die DESG steht an der Seite der Athletin und geht bis zur rechtskräftigen Verurteilung von ihrer Unschuld aus.

3. Juli 2009 gez. Gerd Heinze (Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft), gez. Dr. Marius Breucker (Rechtsanwalt)

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal