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Rund um den Rennzirkus  

Bernie Ecclestone lobt Hitlers Tatkraft

04.07.2009, 18:18 Uhr | Spiegel Online

Sorgt für Entrüstung: Formel-1-Chef Ecclestone. (Foto: imago)Sorgt für Entrüstung: Formel-1-Chef Ecclestone. (Foto: imago) Was hat sich Bernie Ecclestone dabei nur gedacht? Diese Frage beschäftigt im Moment die Vertreter britischer Juden, Politiker und Medien. Sie alle sind entsetzt über das Interview, das der 78-jährige Milliardär der "Times" gegeben hat und in dem er sein Faible für Diktatoren und für Adolf Hitler kundtut.

"Ich vermute, es ist schrecklich das zu sagen, aber - abgesehen von der Tatsache, dass Hitler mitgerissen und überredet wurde, Dinge zu tun, von denen ich nicht weiß, ob er sie tun wollte oder nicht - konnte er viele Menschen führen und war fähig, Dinge zu erledigen", sagte Ecclestone laut "Times".

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Demokratie hat "vielen Ländern nichts Gutes gebracht"

Nach Ansicht von Ecclestone war Hitler "kein wirklich guter Diktator", denn: "Am Ende hat er die Orientierung verloren." Und: "Entweder er (...) wusste was passierte und beharrte darauf, oder er hat sich dem einfach angeschlossen - in beiden Fällen war er kein Diktator." Gleichzeitig drosch Ecclestone auf die Demokratie ein, die "vielen Ländern nichts Gutes gebracht hätte", Großbritannien eingeschlossen. "Politiker machen sich zu viele Gedanken über die Wahlen", so der 78-Jährige Milliardär laut "Times". Auch sei es ein großer Fehler gewesen, Saddam Hussein zu stürzen: "Er war der einzige, der das Land kontrollieren konnte."

Nicht die erste provokative Äußerung

Ecclestone sorgt immer wieder mit seinen Kommentaren für Aufruhr. Im vergangenen Monat sagte er, die Formel 1 brauche eine "schwarze, jüdische Frau, die möglichst noch ein paar Rennen gewinnt". 2008 rief er Empörung hervor, als er rassistische Äußerungen gegen Rennfahrer Lewis Hamilton damit abtat, das habe "als Spaß begonnen". In diesem Punkt ruderte Ecclestone in dem "Times"-Interview jedoch zurück. Wenn noch mal jemand Hamilton beschimpfe, "werde ich losziehen, diese Leute finden und sie zu einem Treffen mit Lewis Hamilton bewegen", kündigte er an.

"Mister Ecclestones Bemerkungen sind bizarr"

Seine aktuellen verbalen Entgleisungen riefen umgehend entsetzte Reaktionen hervor. Ein Sprecher der Organisation der britischen Juden sagte der "Times": "Mister Ecclestones Bemerkungen über Hitler, über weibliche, schwarze und jüdische Rennfahrer und über Diktaturen sind ausgesprochen bizarr." Ecclestone habe in dem Interview deutlich gemacht, Politik sei nichts für ihn. "Und darin stimmen wir immer mehr mit ihm überein", so der Sprecher.

"Ihm fehlen Geschichtskenntnis und Urteilsvermögen"

"Mister Ecclestone ist ein Idiot oder ein moralischer Widerling", sagte der Herausgeber des "Jewish Chronicle", Stephen Pollard: "Entweder hat er keine Ahnung, wie dumm und anstößig seine Ansichten sind, oder er weiß es und sollte von allen vernünftigen Menschen mit Nichtachtung bestraft werden." Der Vorsitzende des europäischen Instituts für die Erforschung von zeitgenössischem Antisemitismus, der Labourpolitiker Denis MacShane, sagte: "Wenn Mister Ecclestone ernsthaft glaubt, Hitler musste überredet werden, sechs Millionen Juden zu töten, jedes europäische Land anzugreifen und London zu bombardieren, dann fehlen ihm Geschichtskenntnis und Urteilsvermögen."

Freundschaftsdienst für Max Mosley?

Nun spekulieren britische Medien, was Ecclestone zu diesen Äußerungen getrieben haben könnte. Der "Independent" vermutet, es könne etwas mit seinem Freund Max Mosley zu tun haben. In einer Passage des "Times"-Interviews sagte Ecclestone, FIA-Boss Mosley wäre ein guter Premierminister: "Max würde einen guten Job machen. Er kann gut Menschen führen." Premiers wie Gordon Brown und Tony Blair sind nach Ansicht von Ecclestone Typen, die es allen recht machen wollen. "Ich bevorzuge starke Führer", sagte der Formel-1-Boss und verwies auf Margaret Thatcher. Mosley, der noch bis Oktober Präsident des Automobilweltverbands FIA ist, war von Fahrern kürzlich als Diktator bezeichnet worden. Nach 18 Jahren als Leitwolf der FIA scheiterte er nun mit seiner Vorstellung von einer neuen Formel 1.

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