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Doppelter Kuhhandel im Fall Pechstein

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Doping  

Doppelter Kuhhandel im Fall Pechstein

12.02.2010, 22:53 Uhr | sid, dpa

Täterin oder Opfer: Claudia Pechstein im Aktuellen Sportstudio (Foto: imago)Täterin oder Opfer: Claudia Pechstein im Aktuellen Sportstudio (Foto: imago) Im Doping-Fall um Eisschnelläuferin Claudia Pechstein gab es wohl unseriöse Praktiken von Seiten des Weltverbandes ISU. Das sagte Gerd Heinze, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Die ISU soll der fünfmaligen Olympiasiegerin zweimal einen Kuhhandel angeboten haben.

Nach Heinzes Aussagen habe der Tscheche Gerhardt Bubnik, seines Zeichens Vorsitzender der Rechtskommission der ISU, dem Verband vor der Anhörung Ende Juni in Bern den Vorschlag gemacht, das Verfahren zu beenden, wenn Claudia Pechstein umgehend ihre aktive Laufbahn beende. "Das hat mich nahezu gelähmt und sehr erschüttert. Aber das zeigt auch, dass die ISU nicht sicher ist, ob das Verfahren allen Rechtsansprüchen genügt", sagte der Präsident. Damit würde mit einem Rücktritt alles unter den Teppich gekehrt, bestätigte Heinze das unseriöse Angebot des Weltverbandes zu einem zweiten Kuhhandel.

Dopingfall Pechstein Das Interview
Dopingfall Pechstein Es gab einen Kuhhandel

Beteuerungen, nie gedopt zu haben

Zuvor hatte Claudia Pechstein in dem Interview, wie schon zuvor in ihrer Erklärung auf ihrer Homepage, von einem ersten Kuhhandel bei den Mehrkampf-Weltmeisterschaften in Hamar gesprochen. Dort hatte die ISU dem deutschen Verband angeboten, dass eine Schutzsperre wegen der erhöhten Retikulozyten-Werte ausbleibe, wenn sie sich unter dem Vortäuschen einer Krankheit von den Titelkämpfen verabschiede. "Ich habe mich darauf eingelassen, weil ich nicht mit Doping in Verbindung gebracht werden wollte, weil es ja nicht stimmte. Ich habe gelogen, das tut mir leid. Noch einmal würde ich mich aber von der ISU nicht so verarschen lassen", sagte die Berlinerin und bekräftigte, nie "Dopingmittel genommen oder angeboten" bekommen zu haben. "Ich habe mein Ziel, bei den Olympischen Spielen in Vancouver meine zehnte Medaille zu gewinnen, nicht aufgegeben", sagte sie.

Zwei Jahre gesperrt Pechstein hat gedopt
Dopingfall Pechstein Erklärung der Anwälte

Der Wert ist unerklärlich

Viel Hoffnung auf einen erfolgreichen Einspruch vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS kann sich Pechstein aber nicht machen. Das sagte der Nürnberger Doping-Experte Fritz Sörgel. "Der Wert lag mit 1,1 Prozent über dem Höchstwert. Es gibt kein Argument, wie solch ein Wert zu erklären ist", erklärte er im Aktuellen Sportstudio.

ISU weist Vorwürfe zurück

Der Eisschnelllauf-Weltverband weist die erhobenen Vorwürfe zurück. "Wir haben DESG-Teamleiter Helge Jasch erklärt, dass wir abweichende Blutwerte festgestellt hätten, die möglich im Gegensatz zum Antidopingkode stehen. Die Ursachen seien Krankheit oder Manipulation", sagte Professor Harm Kuipers. "Wir haben kein Startverbot ausgesprochen und auch keinen Rat gegeben, was die DESG und Claudia tun sollten", wehrt er sich gegen den Vorwurf des Kuhhandels. Auch das Angebot der Vertuschung bei einem Rücktritt Pechsteins kennt Kuipers nicht: "Davon weiß ich nichts. Das höre ich heute zum ersten Mal." Gerhard Zimmermann, ISU-Vizepräsident und bis vor vier Jahren DESG-Präsident, räumte aber ein, dass es "unter den Juristen" durch ISU-Chefankläger Gerhardt Bubnik "einen entsprechenden Vorschlag gegeben haben könnte."

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