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Werner Franke: Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat gedopt

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Doping - Eisschnelllauf  

Franke: Pechstein hat manipuliert

12.02.2010, 22:53 Uhr | sid, dpa

Viel Wirbel um Claudia Pechstein. (Foto: Reuters)Viel Wirbel um Claudia Pechstein. (Foto: Reuters) Für den Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke ist klar: Claudia Pechstein hat bewusst manipuliert. Der Zell- und Molekularbiologe hat eine genetische Blutkrankheit bei der Eisschnelllauf-Olympiasiegerin ausgeschlossen. "Das ist hanebüchener Unsinn, was die Anwälte da erzählen. Eine krankhafte Erhöhung der Retikulozyten (Vorstufe der roten Blutkörperchen, d. Red.) schließe ich aus. Dann müsste sie ja an einer speziellen Art der Leukämie erkrankt sein. Und das ist bei einer Spitzensportlerin, die über so viele Jahre Top-Leistungen bringt, nicht denkbar", sagte Franke.

Damit griff der 69-Jährige indirekt auch jene Gutachter im Disziplinar-Verfahren des Weltverbandes ISU an, die die Möglichkeit der genetischen Erbkrankheit in Erwägung gezogen hatten. Die ISU hatte Pechstein auf Grund auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrt.

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"EPO oder alles Mögliche"

Für ihn liege eindeutig ein Fall von "manipulierter Erhöhung der roten Blutkörperchen" vor. "Das kann durch EPO sein, aber auch durch alles Mögliche, was die Bildung der Retikulozyten erhöht", erklärte Franke und fügte hinzu: "Eine genetische Krankheit wäre auch in wenigen Tagen mit Hilfe einer DNA-Analyse erkennbar." Es sei in der Vergangenheit zwei nordischen Skisportlern aus Finnland und Norwegen gelungen, genetische Blutkrankheiten medizinisch zu belegen. Das sei von den Verbänden auch akzeptiert worden. "Wenn das aber bei Pechstein der Fall gewesen wäre, hätte man das seit Jahren gemerkt."

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Franke fordert unabhängige Gutachter

Trotz des fehlenden positiven Dopingbefundes ist Franke überzeugt vom korrekten Vorgehen des Eislauf-Weltverbandes: "Wenn man nach erhöhten Hämoglobin- oder Hämatokrit-Werten Sperren aussprechen darf, muss man dies auch bei erhöhten Retikulozyten tun. Das ist nur logisch." Ob Pechstein aber mit ihrem Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS nicht doch erfolgreich sein könnte, wollte der Heidelberger Professor nicht ausschließen. "Die haben doch keine Ahnung von medizinischen Dingen. Nur wenn die Gutachter wirklich unabhängig wären, würde man mit Sicherheit zu richtigen Entscheidungen kommen", kritisierte er.

Dopingfall von langer Hand vorbereitet

Anscheinend befand sich Pechstein schon Jahre vor ihrer Dopingsperre im Visier des Eislauf-Weltverbandes ISU. "Vor zwei Jahren konnten wir Pechstein auf Basis der festgestellten Tatsachen noch nicht sperren. Die ISU hat nun konform der WADA-Regel gehandelt", sagte der ISU-Mediziner Harm Kuipers der niederländischen Presseagentur ANP. Erst seit Beginn des Jahres darf der Code zur Blutprofil-Regel der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) angewendet werden. Die Regel besagt, dass Sperren gegen Sportler bereits wegen Auffälligkeiten in ihrem Blutprofil ausgeprochen werden können, ohne dass ein konkreter positiver Dopingbefund vorliegt.

"Die am meisten kontrollierte Eisschnellläuferin"

Auch nach Meinung von Volker Smasal, dem langjährigen Chefmediziner der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), hat die ISU den Dopingfall Pechstein von langer Hand vorbereitet. "Pechstein hat in einer Art Zielfahndung seit 2006 mehr als 50 WADA-Kontrollen gehabt. Sie ist in Deutschland die am meisten kontrollierte Eisschnellläuferin, weit mehr als Anni Friesinger oder Jenny Wolf. Ich vermute sogar, dass sie weltweit die am intensivsten kontrollierte Läuferin ist", sagte Smasal. "Meiner Meinung nach hat sich die ISU den sichersten Fall herausgesucht, der nach der neuen WADA-Regel möglich war: eine Perle und kein Blechcollier. Die Beweisführung der ISU macht einen konsequenten Eindruck."

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