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Pechstein hofft auf schnelles Comeback

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Doping  

Pechstein hofft auf schnelles Comeback

12.02.2010, 22:53 Uhr | sid, dpa

Claudia Pechstein beteuert weiter ihre Unschuld. (Foto: dpa)Claudia Pechstein beteuert weiter ihre Unschuld. (Foto: dpa) Die wegen Blutdopings für zwei Jahre gesperrte Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein will schon im August in Hamar auf die Eisbahn zurückkehren. "Wir prüfen, ob wir vor dem CAS eine sogenannte vorläufige Maßnahme beantragen sollen, damit Claudia an einem Sommerwettkampf in Hamar teilnehmen kann. Ich denke, wir werden diesen Antrag einreichen, obwohl unklar ist, welche Erfolgschancen wir damit haben", sagte Pechsteins Anwalt Simon Bergmann.

Bergmann befürchtet, dass der Internationale Sportgerichtshof CAS keine Notwendigkeit sehen könnte, für einen Antrag, an einem relativ unwichtigen Wettkampf teilnehmen zu wollen, das Gericht zu bemühen. Der Wettkampf in Hamar ist für den 15. August angesetzt.

Beweislast liegt beim Weltverband

Unterdessen zieht die Doping-Affäre immer weitere Kreise. Jetzt hat der Präsident der Internationalen Eislauf-Union ISU, Ottavio Cinquanta, den Vorwurf eines "Kuhhandels" mit der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin zurückgewiesen. Derweil nimmt Sportrechts-Professor Jens Adolphsen die ISU in Bezug auf die Sperre in die Pflicht. Der Jurist hat noch einmal klargestellt, dass die Beweislast beim Weltverband ISU liegt. "Natürlich ist ein indirekter Beweis zulässig. Aber das heißt, der Verband muss nachweisen, dass dieses Ergebnis im persönlichen Blutprofil zwingend auf die Manipulation Blutdoping hindeutet und es keine Alternativen gibt", sagte der Experte von der Universität Gießen in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayrischen Rundfunks.

ISU dementiert "Kuhhandel"

Bei der ISU hat man dabei ein ganz anderes Problem. Einen "Kuhhandel" mit Pechstein habe es laut Cinquanta nicht gegeben. "Das ist sicherlich nicht in Ordnung, uns einen Deal zu unterstellen", sagte der Italiener der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), Gerd Heinze, hatte von einem entsprechenden Angebot des tschechischen ISU-Juristen Gerhardt Bubnik berichtet. Bubnik habe den Deutschen angeboten, die Affäre unter den Tisch zu kehren, wenn Claudia Pechstein ihre Laufbahn vorzeitig beende. Das Angebot sei vom Vorsitzenden der ISU-Rechtskommission etwa vier Wochen vor dem Anhörungstermin am 29./30. Juni unterbreitet worden.

Aktuell

Keine Angst vor Klage

Bubnik konterte mit den Worten "diese Äußerungen aus Deutschland haben mich überrascht" und verwies auf Punkt 37 der Urteilsbegründung, wonach Pechstein Zeit eingeräumt wurde, die auf Doping hinweisenden Blutwerte mit einer Blutkrankheit zu erklären. Bis zum Abschluss der Untersuchung hätte sie weiter an Wettkämpfen teilnehmen dürfen. Pechstein hätte dies abgelehnt. Dass die Berlinerin nun vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zieht, beunruhigt Cinquanta nicht. Der Präsident nimmt dabei sogar in Kauf, dass den Verband ein Scheitern vor der letzten Sportgerichtsbarkeit teuer zu stehen kommen würde.

Pechstein will Klarheit

Claudia Pechstein sagte im "Blickpunkt", dass die ISU versuche, die Beweislast auf sie abzuschieben. "Aber sie müssen beweisen, dass ich neun Jahre lang Blutdoping betrieben habe. Das werden sie nicht können. Und deshalb wollen sie mir zuschieben, dass ich das Ganze erklären muss." Sie wolle selbst Klarheit über ihren Körper. "Es nützt nichts, wenn ich beim CAS durchkomme und beim nächsten Wettkampf sind die Werte wieder hoch und das ganze Spiel geht von vorne los." Es gehe nur um einen Wert, die Retikulozyten, um ein Indiz und nicht um eine Indizienkette, stellte sie fest.

Kritik von Experten

Der strittige Reti-Wert lag in 14 Fällen über dem Grenzwert von 2,4 Prozent. Kurioserweise war der Wert vor der EM 2008 in Kolomna am höchsten, als Pechstein als Vierte enttäuscht hatte. "Wenn ich da gedopt haben soll, hätte ich es sehr schlecht getan", sagte Pechstein. Bei der Auswertung der Blutprofile war Doping-Experte Fritz Sörgel aus Nürnberg zu der Einschätzung gekommen: "Während der Retikulozyten-Wert über all die Jahre immer wieder abnorm erhöht ist, sind andere Werte, die für Doping sprechen, normal. Wenn ich behaupten würde, dass Frau Pechstein gedopt hat, wäre das grob fahrlässig." Sörgel kritisierte, dass man vonseiten der ISU nicht auf das Mittel einer Schutzsperre zurückgegriffen habe und sofort die Zwei-Jahres-Sperre durchgesetzt habe. "Ob das dem WADA-Code dienlich war, wage ich zu bezweifeln", sagte der Wissenschaftler.

NADA kooperationsbereit

Kooperationsbereitschaft signalisiert die Nationale Antidoping-Agentur (NADA), die sich bei Bedarf aktiv in den Dopingfall Claudia Pechstein einschalten wird. "Natürlich werden wir auf Anfrage dem Eislauf-Weltverband und der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft die Ergebnisse der Blutproben von Claudia Pechstein zur Verfügung stellen", sagte die Stellvertretende Geschäftsführerin Ulrike Spitz. Zur Anzahl der durch die NADA entnommenen Blutproben wollte sich Spitz nicht äußern. Der NADA-Vorsitzende Armin Baumert sagte: "Wir sind in diesen Fall nicht involviert. Er ging ausschließlich von der ISU aus."

Polizei leitet Verfahren ein

Derweil muss Claudia Pechstein auch um ihre berufliche Absicherung als Beamtin bangen. Die Bundespolizei hat wie angekündigt ein Disziplinarverfahren gegen die Olympiasiegerin eingeleitet. "Das ist ein ganz normaler Vorgang. Wir müssen so handeln, wenn ein Verdacht vorliegt", sagte Pressesprecher Jörg Kunzendorf. Pechstein ist seit 1993 für die Bundespolizei tätig. Die Berlinerin hatte mit dem Verfahren bereits gerechnet. Vorerst hat Pechstein noch nichts zu befürchten. Bis zur Entscheidung durch den Sportgerichtshof CAS ruht das Verfahren.

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