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Fall Pechstein: Ärzte stehen Schlange

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Doping  

Ärzte wollen Claudia Pechstein helfen

12.02.2010, 22:53 Uhr | dpa, sid

Claudia Pechstein kämpft gegen ihre Sperre. (Foto: imago)Claudia Pechstein kämpft gegen ihre Sperre. (Foto: imago) Immer mehr Ärzte melden sich bei Claudia Pechstein. Sie bieten an, bei der Aufklärung der Doping-Affäre helfen zu wollen. "Vom Wald- und Wiesenarzt bis hin zu Universitäts-Professoren bekommt sie Anrufe und E-Mails", sagt ihr Manager Ralf Grengel. Jetzt wolle man gemeinsam mit Team-Arzt Gerald Lutz die Angebote sichten.

Pechstein sagte erneut, dass sie genau über ihren Körper Bescheid wissen möchte. "Ich bin mir sicher: Umso mehr Details bekanntwerden, desto mehr Menschen werden verstehen, dass ich unschuldig bin", schrieb sie auf ihrer Webseite.

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Wieder im Training

Unterdessen ist Pechstein wieder aufs Eis gegangen. Die für zwei Jahre gesperrte Eisschnelllauf-Olympiasiegerin drehte einige Runden auf dem Oval in Hohenschönhausen. "Ich freue mich, wieder auf dem Eis zu stehen. Mir fällt sonst die Decke auf den Kopf, wenn ich nur warten soll, was andere über mich entscheiden", sagte sie. Männer-Bundestrainer Bart Schouten nahm es gelassen: "Wir verfolgen die Linie des Verbandes. Und das heißt: Claudia kann bei uns mittrainieren."

Aktuell

Entscheidung im Herbst

Vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS muss im Herbst darüber entschieden werden, ob die 14 hohen Retikulozyten-Werte auch mit Anomalien begründet werden können. Sie selbst stehe vor einem Rätsel, wie das Phänomen zu erklären sei, so Pechstein. "Deshalb lasse ich mein Blut umfassend untersuchen. Doch leider kann niemand verlässlich sagen, wie lange es dauern wird, bis ein Ergebnis feststeht." Es gebe auch einige Experten, die es für möglich halten, dass das Rätsel nie gelöst wird

Schäuble: Unschuldsvermutung gilt

Innenminister Wolfgang Schäuble sagte, dass für ihn die Unschuldsvermutung gelte: "Der Deutsche Olympische Sportbund hat richtig reagiert, als er betont hat, das Prinzip der Unschuldsvermutung müsse auch für Pechstein gelten", sagte Schäuble der "Berliner Morgenpost". Dennoch setzte er sich für den umstrittenen neuen Code der Weltantidoping-Agentur WADA ein und hofft, dass grundsätzlich Sperren ohne positiven Dopingtest möglich sind.

Ottke: "Hämatokritwerte bei mir immer erhöht"

Mit verblüffenden Äußerungen hat der frühere Box-Weltmeister Sven Ottke Pechstein Rückendeckung gegeben. "Wenn es nur nach erhöhten Blutwerten ginge, wäre ich meine gesamte Karriere über gedopt gewesen", sagte Ottke dem "Berliner Kurier": "Ich hatte fast immer bei Kontrollen erhöhte Hämoglobin- und Hämatokritwerte." An Doping hätten die Kontrolleure nie gedacht, weil "ich als Boxer immer abnehmen musste, um das Gewichtslimit zu halten. Dazu kam das scharfe Training. Mein Körper war stark dehydriert. Diese Entwässerung sorgte dafür, dass mein Blut immer dickflüssiger war als bei normalen Menschen."

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