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Hannover 96  

Hecking holt wieder Motivations-Guru Boltersdorf

17.07.2009, 14:47 Uhr | sid

Motivationstrainer Peter Boltersdorf. (Foto: dpa)Motivationstrainer Peter Boltersdorf. (Foto: dpa) Peter Boltersdorf half mit, das deutsche Handball-Märchen im Frühjahr 2007 zu ermöglichen: WM-Gold im eigenen Land. Und auch Gewichtheber Matthias Steiner profitierte bei Olympia in Peking vom 57-Jährigen. Boltersdorf motivierte ebenfalls schon die Fußball-Profis auf Schalke, in Mainz, Köln und Aachen. Dort arbeitete der Motivationstrainer mit Dieter Hecking zusammen. Der trainiert seit fast drei Jahren Hannover 96 - und holt Boltersdorf wieder ins Boot.

"Ein Externer, der uns Mittel an die Hand geben kann, die uns weiterhelfen, ist immer gut. Das gibt neuen Input. Ich habe mit Peter Boltersdorf in Aachen gute Erfahrungen gemacht", sagte Hecking der dpa im Trainingslager in Bad Kleinkirchheim.

Durchstarten

Mit Boltersdorf will 96 in dieser Saison durchstarten. Der "Psychoflüsterer" aus Aachen soll Motivationsprobleme analysieren, Blockaden lösen und durch das Erstellen eines Persönlichkeits-Profils von jedem Spieler Hecking helfen, die Mannschaft best möglichst auf- und einzustellen.

Als Mannschaft überzeugen

Vor allem gruppendynamische Prozesse will der 96-Coach durch die Motivationsanalysen in Gang bringen. Nach dem 0:0 im Test gegen den 1. FC Köln stand für die Mannschaft erstmal Rafting auf dem Programm. "Wir hatten in der letzten Saison durch Verletzungen einige Probleme. Die mannschaftliche Geschlossenheit muss wieder hergestellt werden. Da können uns die Profile helfen", so Hecking, "es geht nur um die Gruppe. Wenn Einzelne von den Maßnahmen profitieren, umso besser."

Private Aussagen, um ein Persönlichkeitsprofil zu erhalten

Boltersdorf ist Experte für die vom US-Amerikaner Steven Reiss entwickelte Methode zur Erstellung von Persönlichkeitsanalysen. Dabei machen die Spieler auf einem Fragebogen 128 Aussagen über bestimmte Lebensbereiche, Vorlieben und Gewohnheiten. Mit Werten von -3 (das stimmt nie) bis +3 (das stimmt völlig) äußern sich die Profis zu Behauptungen wie "ich liebe Partys" oder "ich mag das Gefühl, dass meine Familie mich braucht". Das Mitmachen ist freiwillig, die Auswertung gibt unter anderem Aufschluss über Führungsqualitäten, Teamfähigkeit und Stressresistenz und soll die komplette Motiv- und Antriebsstruktur jedes Spielers aufzeigen.

Individualität wird groß geschrieben

"Es gibt viele verschiedene und einzigartige Wege zur Leistung", erklärt Boltersdorf, "jeder Spieler braucht andere Bedingungen, um seine optimale Leistung auf Dauer zu bringen. Darauf muss ich eingehen. Jeder Spieler muss das Gefühl haben, meine Individualität wird berücksichtigt." Und die seelischen Fingerabdrücke der Kicker verraten einiges über deren Gewichtung von Prestige und Sicherheit, Lob und Kritik oder Rache und Ehre. Mehr als 5000 Profile hat Hannovers neuer Hoffnungsträger erstellt. Als Berater der Handball- Nationalmannschaft erlebte er das deutsche WM-Gold 2007 hautnah mit. Auch an Matthias Steiners Olympiasieg in Peking hatte er als Betreuer des Olympiakaders der deutschen Gewichtheber "vielleicht einen kleinen Anteil".

Der Fußball hinkt noch immer weit hinterher

Die Abwehrprobleme der Niedersachsen wird er vermutlich nicht lösen können, aber seine Mission ist klar. "Meine Botschaft an die Spieler ist: Ich versuche mit meinen Möglichkeiten, Euch besser zu machen. Die Möglichkeiten sind, in erster Linie den Trainer zu beraten, mit den Spielern individuell umzugehen und zusammen mit seinen Co-Trainern ohne Missverständnisse gegenüber den Spielern zu agieren", verrät der Experte und ist sich des Vergleichs mit dem gescheiterten Bayern-Coach Jürgen Klinsmann durchaus bewusst: "Ja, aber was ist an diesem Ziel falsch? Vor allem in der psychologischen Betreuung einer Mannschaft liegt ein großes Potential. Der Fußball nutzt vielleicht nur zu 15 Prozent das aus, was er sich von außen als Zusatzhilfe holen könnte."

Das Neue ist immer problematisch durchzusetzen

Gerade im Profi-Fußball ist die Skepsis gegenüber Mentaltrainern enorm groß. Spöttische Kommentare desinteressierter Trainer oder hämische Medienschlagzeilen gehören zu den üblichen Begleitgeräuschen. Boltersdorf kennt die Problematik. "Das Neue und Unbekannte machen es schwierig", meint er, "das Problem ist, dass es oft immer noch als Schwäche ausgelegt wird, wenn jemand mentale Hilfe in Anspruch nimmt. Dabei geht es nur darum, das eigene Leistungsvermögen zu optimieren."

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