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FC Bayern: Christian Nerlinger im Interview (2)

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FC Bayern München  

Nerlinger: "Ich mime nicht den großen Zampano"

21.07.2009, 22:03 Uhr | t-online.de

Das Interview führte Thomas Tamberg

Christian Nerlinger ist zufrieden mit seinem neuen Job. (Foto: imago)Christian Nerlinger ist zufrieden mit seinem neuen Job. (Foto: imago) Mit 36 Jahren wurde Christian Nerlinger von Uli Hoeneß ins kalte Wasser geworfen. Nerlinger ist seit Saisonbeginn Sportdirektor des FC Bayern München und soll in Teilen die Arbeit von Hoeneß übernehmen. Größer könnten die Fußstapfen nicht sein. Im Interview mit t.-online.de spricht Nerlinger über seinen Mentor, seine Philosophie beim FC Bayern, warum er eigentlich noch länger studieren wollte und dass es wichtig ist, nicht den großen Zampanao raushängen zu lassen.

Sie sind noch nicht lange Funktionär. Kribbelt es eigentlich noch, wenn Sie die Spieler beim Training beobachten?
Das eigene Verlangen zu Spielen ist Nullkommanull. Das war mir klar, als ich meine Laufbahn beendet habe, weil ich in den letzten sechs Jahren auch viel Verletzungspech hatte. Da es zum Schluss nur noch eine Quälerei war, war es letztlich eine Erleichterung für mich, als ich aufgehört habe.

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Dann war der Sprung vom Spielfeld hinter den Schreibtisch gar nicht so schwer für Sie?
Ich habe dazwischen zwei Jahre internationale Betriebswirtschaft studiert. Das war eine sehr schöne Zeit in meinem Leben. Dann ist sehr unverhofft ein Anruf von Bayern München gekommen. Daraufhin habe ich im letzten Jahr die Aufgabe des Team-Managers übernommen. Da war ich sehr eng an der Mannschaft und habe die organisatorischen Dinge abgewickelt. Mit der Ernennung zum Sportdirektor ist eine sehr rasche Entwicklung eingetreten. Da muss ich mich jetzt natürlich einarbeiten. Man hat große Lehrmeister um sich herum, allen voran Uli Hoeneß. Die Zusammenarbeit mit ihm macht Riesenspaß.

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Wie war Ihre eigentliche Lebensplanung, bevor der Anruf des FC Bayern kam?
Eigentlich wollte ich noch eine zeitlang studieren. Ich habe mich während meiner Studienzeit sehr wohl gefühlt. Ich habe studiert, um des Studierens willen. Ich habe verschiedene Studienzweige kennen gelernt, aber ich hatte kein konkretes Berufsziel. Aber wenn Bayern München ruft, überlegt man natürlich keine Sekunde.

Sie übernehmen einen Teilbereich der Aufgaben von Uli Hoeneß. Welche sind das konkret?
Das ist der sportliche Bereich. Darin fällt der Lizenzspieler-, der Jugend- und der Scoutingbereich. Da beim FC Bayern nicht nur im Vorstand sehr viel Fußball-Kompetenz sitzt, werden Transfers immer in der Gruppe besprochen. Im Lizenzspielerbereich bin ich natürlich nicht alleine verantwortlich, sondern arbeite immer mit dem Vorstand zusammen.

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Sie scheinen nicht traurig darüber zu sein, nicht die alleinige Macht über Neueinkäufe zu haben?
Man ist nicht von heute auf morgen Sportdirektor beim FC Bayern. Der FC Bayern ist ein außergewöhnlicher Verein, der in den letzten 30 Jahren den deutschen Fußball geprägt hat und international für Deutschland ein absolutes Aushängeschild ist. Daher tut man gut daran, Schritt für Schritt zu gehen und nicht gleich den großen Zampano zu mimen. Das ist gar nicht meine Art. Da ich sehr schnell in meine neue Aufgabe hineingekommen bin, sehe ich die momentane Situation als Entwicklungszeit für mich an.

Gibt es noch weitere Bereiche, an die Sie herangeführt werden, um später dort die Verantwortung zu übernhemen?
Uli Hoeneß ist ja nach wie vor Manager und wird erst Ende des Jahres Aufsichtsratsvorsitzender. D.h. gerade bei Transfers  und in der Personalpolitik gibt er mir in den verbleibenden sechs Monaten Hilfestellung bzw. er zeigt mir wie es funktioniert. Die Abläufe kennenzulernen, ist eine reine Lernphase für mich. Da kann man natürlich bei Uli Hoeneß nie auslernen.

Uli Hoeneß hat angekündigt, sich auch aus den Medien mehr zurückzuziehen, wenn er den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden innehat. Dann werden die Aussagen von Christian Nerlinger noch deutlich mehr an Gewicht bekommen oder?
Das wird man sehen. Man wird dann häufiger Stellung beziehen, das ist klar. Damit habe ich aber auch kein Problem. Wichtiger ist mir, dass intern das Wort Gewicht hat und dass man sauber miteinander umgeht. Nicht nur auf der Führungsebene, sondern mit allen Mitarbeitern und auch mit den Spielern. Das ist mir wichtig.

Für welche Werte soll Christian Nerlinger stehen, wenn er 10 oder 20 Jahre im Amt ist?
Ein offener und respektvoller Umgang, Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und saubere Strukturen. Möglichst wenig faule Kompromisse machen, sondern der Sache dienen und Dinge offen und ehrlich ansprechen. Ich glaube das sind so die Schlagworte.

Natürlich ist ein Vergleich zwischen Ihnen und Uli Hoeneß nicht möglich. Aber gibt es Dinge in denen sie sich ähneln oder komplett unterschiedlich sind?
Uli Hoeneß ist natürlich das Nonplusultra als Manager. Da maße ich mir nicht an, irgendwo Gemeinsamkeiten im Beruflichen herzustellen. Im Menschlichen liegen wir sehr oft auf einer Wellenlänge. Wir haben ein sehr vertrauensvolles Miteinander gefunden. Da merkt man schon, dass wir teilweise gleiche Ansichten haben oder über gleiche Sachen lachen können. Dass macht dann schon viel Spaß.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Louis van Gaal. Sie sind einerseits sein Vorgesetzter, andererseits ist er deutlich älter und erfahrener, der schon Erfolge vorweisen kann?
Das Miteinander mit Louis van Gaal ist sehr hilfreich. Ich habe auch darauf gedrängt, dass wir einen Trainer holen, der Erfahrung hat, der bewiesen hat, dass er erfolgreich sein kann, der eine Idee hat, wie er arbeitet und der eine Mannschaft führen kann. Das macht es für mich sehr viel einfacher. ch möchte Dinge genau beobachten und sie zu gegebenem Zeitpunkt ansprechen, um Hilfestellung zu leisten. Schließlich kenne ich den Verein recht gut. Darüber hinaus wünsche ich mir eine offene Zusammenarbeit. Dinge gemeinsam erarbeiten und bei Einschätzungen zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen. Um dann den Verein Schritt für Schritt nach vorne zu bringen.

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