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1. FSV Mainz 05: Zwischen Aufstiegseuphorie und Verletzungspech

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1. FSV Mainz 05  

Mainz zwischen Aufstiegseuphorie und Verletzungspech

27.07.2009, 10:11 Uhr | t-online.de

05-Stürmer Aristide Bancé im Aufstiegstaumel. (Foto: imago)05-Stürmer Aristide Bancé im Aufstiegstaumel. (Foto: imago) Chaos in Mainz: Eine verkorkste Vorbereitung mit bis zu 15 Ausfällen gleichzeitig gipfelte in der Entlassung des Aufstiegstrainers Jörn Andersen. Die Aufstiegseuphorie ist verflogen. Der 35-jährige Thomas Tuchel, der die A-Jugend der Mainzer kurz zuvor zur ersten deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte führte, übernahm das Ruder am Bruchweg. Dabei sah doch alles so gut aus: Dass der Wechsel von Kulttrainer Jürgen Klopp, der den 1. FSV Mainz 05 sieben Jahre trainierte und 2004 erstmals in die Bundesliga führte, zu Andersen so reibungslos verlaufen und auf Anhieb den Wiederaufstieg bescheren würde, damit hat in der Fastnachtshochburg niemand gerechnet. Zum Aufstiegsjubel gesellt sich auch noch die Freude über den Stadionneubau, der 2011 abgeschlossen sein soll.

Ob es den 05ern gelingen wird, das Publikum auch im neuen Heim mit Bundesliga-Fußball begeistern, ist nach den Turbulenzen vor dem Saisonstart mehr in Frage denn je. t-online.de analysiert die Mannschaft und die Chancen der Rheinhessen in der kommenden Spielzeit.

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Neuverpflichtungen

Auf den ersten Blick können sich die Neuen im rot-weißen Dress gemessen am schmächtigen Saisonetat von etwa 15 Millionen Euro durchaus sehen lassen. Die namhafteste ist sicher Eugen Polanski, der vom spanischen Erstligisten FC Getafe an den Rhein wechselte. Der ehemalige deutsche U21-Kapitän, der sich bei den Spaniern einen Stammplatz erkämpfte, soll beim Aufsteiger die Fäden im Mittelfeld ziehen. Jedoch brachte der Heimkehrer eine Fußverletzung mit, die operiert werden musste. Für die ersten Wochen der Saison fällt er somit aus. Gleiches Pech beim zweiten Neuzugang Filip Trojan (FC St. Pauli). Als Alternative fürs offensive Mittelfeld gedacht, muss auch der 26-Jährige wegen eines Meniskusschadens passen. Einer der das Zeug hat, diese Lücke mehr als adäquat zu füllen, ist Andreas Ivanschitz (Panathinaikos Athen). Der 25-Jährige, der Österreich 2008 als Kapitän zur Europameisterschaft führte, soll im Mittelfeld für Offensivdrang und Torgefahr sorgen. Auf jeden Fall eine Bereicherung für die Mainzer. Mit Heinz Müller vom englischen Zweitligisten FC Barnsley ist der Konkurrenzkampf im Tor eröffnet. Ob der Ägypter Gamal Hamza Bundesligaformat hat, wird sich noch zeigen.

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So läuft die Vorbereitung

Tuchel ist nicht zu beneiden. Mit bis zu 15 Ausfälle gleichzeitig und der plötzlichen Entlassung von Andresen war eine konzentrierte Vorbereitung, geschweige denn ein Einspielen der Stammformation unmöglich. Sogar ein Vorbereitungsspiel gegen Borussia Dortmund musste auf Grund der unheimlichen Verletzungsmisere abgesagt werden. Aus dem Trainingslager im österreichischen Flachau nahmen die Mainzer Verantwortlichen nach eigenen Angaben vor allem mit, dass im Notfall auch die zweite Garde bereit steht. Trotz der holprigen und unbefriedigenden Vorbereitung können sich die Testspielergebnisse, darunter ein 1:1 gegen Getafe, durchaus sehen lassen, nimmt man die 1:4-Pleite gegen Burghausen mal aus.

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Stimmung im Umfeld

Die Trainer-Entlassung tat der Fußball-Euphorie in Mainz keinen großen Abbruch. Schon in den vergangenen Jahren konnten weder Abstieg, verpasster Aufstieg noch Weggang von Jürgen Klopp die Stimmung unter den Fans und in der Stadt wirklich trüben. Der zweite Aufstieg in die Bundesliga nach 2004 ließ den Stimmungspegel natürlich noch einmal kräftig ansteigen. Dass die A-Jugend der 05er vor kurzem erstmals Deutscher Meister wurde, passt da gut ins Bild. Der Mainzer Fan verzeiht vieles, solange Kampf und Leidenschaft zu erkennen sind. Von der Mannschaft werden sportlich keine Wunder erwartet, ein erneuter Abstieg wäre kein Untergang. Die Infrastruktur des Vereins verbessert sich stetig und wird durch das neue Stadion endgültig Bundesligaformat erreichen.

Stärken und Schwächen

Zusammen mit Mitaufsteiger SC Freiburg hat der 1. FSV Mainz 05 sicher den nominell schwächsten Kader in der Liga. Großes Plus ist jedoch die Innenverteidigung. Besonders der 22-jährige Niko Bungert konnte in der Aufstiegssaison restlos überzeugen und machte den Abgang von Neven Subotic schnell vergessen. Auch Routinier Nikolce Noveski hat seine Bundesligatauglichkeit schon von 2004 bis 2007 an der Seite von Manuel Friedrich eindrücklich unter Beweis gestellt. Die Außen sind mit Tim Hoogland und Peter van der Heyden ebenfalls gut besetzt. Dem Sturm fehlt dagegen jegliche Erstliga-Erfahrung. Noch dazu vergaben Bancé, Baljak & Co. schon in Liga zwei zu viele Großchancen. Der Weggang von Top-Vorbereiter Markus Feulner zum BVB reißt ein spielerisches Loch ins Mittelfeld, dass Ivanschitz und Polanski, wenn er denn fit ist, erst einmal schließen müssen.

Saisonprognose

Als Mannschaft geschlossen auftreten, taktisch diszipliniert spielen und kompakt in der Defensive stehen - das kann der Weg des 1. FSV Mainz 05 zum Erfolg, sprich Klassenerhalt, sein. Doch das Chaos in der Vorbereitung machte ein Ausbilden der geforderten Qualitäten beim Tuchel-Team fast unmöglich. Bis die vermeintlichen Leistungsträger um Polanski wieder fit und die taktischen Defizite aufgeholt sind, kann es fast schon zu spät sein. Eine Chance auf den Ligaverbleib besteht nur, wenn der Schaden zu Saisonbeginn in Grenzen gehalten und der ein oder andere Punkt gesammelt wird. Prognose: Schlagen die Verstärkungen nach Genesung ein, ist der Relegationsplatz drin.

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