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Doping: Mangelnde Tests schaden dem Schwimmsport

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Doping  

"Da muss man schon fast den Radsport loben"

10.02.2010, 07:15 Uhr | dpa

Geht bei der Schwimm-WM in Rom alles mit rechten Dingen zu? (Foto: dpa)Geht bei der Schwimm-WM in Rom alles mit rechten Dingen zu? (Foto: dpa) Wenn bei einer Sportveranstaltung viele Rekorde fallen, bleiben Zweifel an sauberen Leistungen nicht aus. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nach der Anzugsdiskussion das Thema Doping bei der Schwimm-WM in Rom für Gesprächsstoff sorgt. Neben Weltrekorden am Fließband wurden die Diskussionen durch das Bekanntwerden mangelhafter Kontrollen angeheizt.

Bundestrainer Dirk Lange sieht den Weltverband FINA in der Pflicht: "Wir wollen nichts schönreden und gerade deshalb brauchen wir Glaubwürdigkeit bei den Kontrollen. Dem Sportler kann man nichts vorwerfen, aber der Weltverband muss handeln."

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Keine Blutkontrollen in Rom

Die ARD hatte berichtet, dass die Anzahl von Trainings- und Blutkontrollen kurz vor der Weltmeisterschaft im Vergleich zu den Vorjahren auf Null zurückgegangen sei. FINA-Generaldirektor Cornel Marculescu widersprach dagegen der Darstellung bezüglich der Trainingskontrollen. Ein FINA-Sprecher kündigte an, genaue Zahlen über Tests kurz vor der WM in naher Zukunft zu veröffentlichen. In Rom sind nach ARD-Informationen aber bisher keine Blutkontrollen durchgeführt worden und seien auch nicht geplant. Es werden offensichtlich nur Urin-Tests vorgenommen.

Ohne Blutkontrollen kann modernes Doping nicht erfasst werden

"Wenn das so stimmt, dann muss man sagen, dass dies nicht den heutigen Anforderungen an Dopingtests entspricht", sagte der Nürnberger Pharmakologe und Doping-Experte Professor Fritz Sörgel, "da muss man ja schon fast den Radsport loben." Sörgel machte deutlich: "Ohne Bluttest sind die populärsten Doping-Formen wie Eigenblutdoping und EPO-Doping nicht zu erfassen. So fängt man keinen Doping-Sünder."

Anschuldigungen treffen die Sportler

Doppel-Weltmeister Paul Biedermann wehrte sich nach seinem Triumph mit Weltrekord über Michael Phelps gegen pauschale Verdächtigungen. "Die Leute geben sich sehr viel Mühe, trainieren hart. Da kann man was zerstören mit diesen Anschuldigungen", sagte der Weltmeister über 200 und 400 Meter Freistil in Rom.

Mangelnde Tests schaden dem Schwimmsport

Zu mangelnden Doping-Kontrollen der FINA unmittelbar vor der WM sagte Biedermann: "Das ist mir auch aufgefallen, aber ich bin oft von NADA und WADA kontrolliert worden." Lange versteht nicht, warum die Kontrollen so halbherzig sind: "Gerade wenn Rekorde am Fließband fallen, müssen die Kontrollen funktionieren und greifen. So schadet man dem Schwimmsport." In Rom sind an den ersten drei Tagen 15 Weltrekorde gefallen, so viel wie in Melbourne 2007 insgesamt.

Für van Almsick ist Biedermanns Leistung nachvollziehbar

Biedermann erklärte, er sei in diesem Jahr etwa 20 Mal und damit so oft kontrolliert worden wie noch nie. "Es ist richtig, dass diese Fragen gestellt werden, ich beantworte sie auch: Ich habe nie gedopt und werde nie dopen", sagte er. Der 22-Jährige hatte in Rom seine jeweilige Bestzeit über 400 Meter Freistil um 6,6 und über 200 Meter um 2,7 Sekunden gesteigert. Der frühere Schwimm-Star Franziska van Almsick wollte Biedermanns Leistung nicht infrage stellen. "Er hat einfach stetig aufgebaut. Das ist etwas, was sich nachvollziehen lässt", sagte sie in Rom, "es ist nichts, wo ich sage: Keine Ahnung, wo das herkommt."

Lebenslange Sperre für die Sünder

Die Berlinerin machte aber auch deutlich: "Ich finde es gut, dass wir das Thema Doping bei all den Diskussionen um die neuen Anzüge nicht aus den Augen verlieren. Für mich ist jeder unschuldig, solange man ihm nicht das Gegenteil nachweist." Wer erwischt werde, solle aber lebenslänglich gesperrt werden.

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